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Aktion gegen Fremdenhass
Selbst in der "Lindenstraße" läuft "Schrei nach Liebe"

Selbst in der "Lindenstraße" läuft "Schrei nach Liebe" von den Ärzten
In dieser Szene mit Anna-Sophia Claus als Lea Starck läuft "Schrei nach Liebe" im Hintergrund. FOTO: ARD
München. Vor einer Woche ist die "Aktion Arschloch" gestartet, um mit einem 22 Jahre alten Lied darauf aufmerksam zu machen, dass Fremdenhass in Deutschland keine Chance haben soll. Nun hat sogar die "Lindenstraße" in ihrer aktuellen Folge "Schrei nach Liebe" von den Ärzten gespielt. Von Christian Spolders

Als Lea Starck nach zwei Minuten und zehn Sekunden in der aktuellen Folge der ARD-Serie im Friseursalon einen Spiegel putzt, läuft im Hintergrund das Lied der Ärzte. Ganze 72 Sekunden dauert die Szene, in der man die ganze Zeit "Schrei nach Liebe" hört. Passender hätte man das Lied zur Szene kaum wählen können. Mit einer Freundin unterhält sich Lea über eine Anti-Islam-Aktion.

Auch auf ihrem Twitter-Account machte die "Lindenstraße" darauf aufmerksam, dass sie sich an der "Aktion Arschloch", wie sich die Urheber der Idee nennen, beteiligen. Die Resonanz war durchweg positiv.

Die Macher der "Aktion Arschloch", die sich seit einer Woche erfolgreich bemühen, das Lied wieder möglicht groß rauszubringen, waren überrascht, dass der Ärzte-Song gespielt wurde. "So aktuell?", wunderte man sich auf der Facebook-Seite – allerdings ist es nicht unüblich, dass kurzfristig gerade Lieder, die beim Dreh noch nicht im Hintergrund abgespielt wurden, nachträglich reingeschnitten werden.

Seit dem 1. September versucht die "Aktion Arschloch", das Lied wieder so stark zu bewerben, dass es 22 Jahre nach der Erstveröffentlichung zurück in die Charts kommt. "Es muss nicht den eigenen Musikgeschmack treffen, aber die Aktion ist eine gute Idee, ein Zeichen zu setzen", heißt es auf dem Blog. In dem Lied richteten sich die Ärzte bereits nach den Anschlägen in Hoyerswerda gegen Rechtsextreme, nun soll das Lied erneut darauf aufmerksam machen, dass Rechtsextremismus in der Gesellschaft nichts zu suchen hat.

Wenige Tage, nachdem das Lied von immer mehr Radiosendern gespielt wurde und auch wieder in die Charts einstieg, gab die Band bekannt, die Einnahmen aus dem Verkauf der Single zu spenden. "Die Ärzte finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird", hieß es in einer Mitteilung. "Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern." Das Geld wollen sie "Pro Asyl" zur Verfügung stellen.

Hier geht es zum Video in der Mediathek.

Weitere Informationen zum Flüchtlingsthema in unserem Dossier.

(spol)
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