| 08.01 Uhr

Best of "Sing meinen Song"
Rappende Nena und Samy Deluxe auf Kölsch

Die schönsten Momente von "Sing meinen Song"
Die schönsten Momente von "Sing meinen Song" FOTO: Vox
Düsseldorf. Nena rappt, Lena Meyer-Landrut singt auf Deutsch und Moses Pelham endlich mal selbst - die aktuelle Staffel des Vox-Tauschkonzerts ist zwar vorbei, die wirklich allerletzte Sendung bot dann aber unter dem Motto "Premieren" noch einmal einen Rückblick auf vergangene Highlights aller vier Staffeln. Von Marlen Keß

"Premieren" waren Thema, gezeigt wurden Zusammenschnitte aus den bisherigen Staffeln - aber eben nur Lieder, bei denen einer der Musiker etwas zum ersten Mal gezeigt hat. Gleich zu Beginn wird es dabei sentimental: Aus der ersten Staffel von 2014 wird Sashas Version von "Zieh die Schuh aus" gezeigt. Das Besondere daran ist aber weniger, dass Sasha zum ersten Mal auf Deutsch singt, sondern vielmehr, dass der im März 2016 plötzlich verstorbene Roger Cicero noch einmal zu sehen ist, agil, lebensfroh, begeistert von Sashas Gesang. 

Die emotionalen Duette zum Abschied FOTO: Vox

Die zweite Premiere ist ein Hit: Aus der dritten Staffel wird gezeigt, wie Nena "Fantasie" von Samy Deluxe rappt, im Glitzerdress und mit ziemlich viel Verve. "Es gibt nichts, was man nicht machen kann", sagt sie selbst - und gibt zu: "Ich habe fünf Monate geübt". Und das merkt man auch: Der Song ist einer der besten dieses Rückblicks, etwas völlig Neues und doch gelungen. "Deutsche TV-Geschichte", ist Samy Deluxe völlig hin und weg von Nenas Performance. 

Teils schön, teils bemüht 

Das ist leider nicht bei jedem Song so, der an diesem Abend noch einmal gezeigt wird. Teilweise wirkt das Motto dann doch sehr bemüht, etwa, wenn Yvonne Catterfeld - offenbar ein ganz zartes Pflänzchen - in der zweiten Staffel 2015 erstmals einen "derben Text" singt, nämlich (Achtung!) "Leck mich am Arsch" vom weitgehend unbekannten Singer/Songwriter Daniel Wirtz.

Aber auch bei anderen Liedern, etwa "99 Luftballons" in der Version des Schweizer Soulsängers Seven oder bei der BossHoss-Version von "Leuchtturm", springt der Funke nicht wirklich über - was aber auch daran liegen könnte, dass die "Sing meinen Song"-Sofas einerseits in den früheren Staffeln nicht so prominent besetzt waren wie in dieser und sich die Musiker offenbar auch nicht so gut verstanden haben. 

The BossHoss rocken die Bühne FOTO: Vox

Einige Highlights sind aber auch in diesem Rückblick dabei. Dazu zählt zweifellos Lena Meyer-Landruts Version von "Ich lieb dich nicht" von Moses Pelham bzw. Sabrina Setlur aus der aktuellen Staffel. Lena singt zum ersten Mal auf Deutsch - und klingt, wie BossHoss-Sänger Alec Völkel sagt, "gleich 18 Mal ehrlicher". Aber auch Mark Forster ist angetan: "Da hebt sich ein Schleier." Und Moses Pelham ist gleich so begeistert, dass er an dem Song mit ihr weiterarbeiten möchte. Recht hat er: Lenas glasklare Stimme passt hervorragend zu der poppigen Version des derben Songs. 

Samy Deluxe versucht sich am Kölsch

Ebenfalls sehenswert ist, was Rapper Samy Deluxe aus dem BAP-Song "Kristallnacht" macht. "Ein politischer Song", kündigt Moderator Xavier Naidoo in der 2016er Staffel die Performance an - was angesichts der politischen Eskapaden Naidoos in den letzten Jahren (Stichwort: Deutschland GmbH und Auftritte vor sogenannten Reichsbürgern) durchaus seltsam anmutet.

Zumal das Lied davon handelt, wie leicht sich Massen verführen lassen - so sagt es BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. Die Version von Samy Deluxe ist aber dennoch gelungen, er selbst nennt diese Art des Sprechgesangs "preachen". Wirklich Kölsch ist das zwar nicht, klingt aber trotzdem gut. 

Fotos: Gentleman-Hits bei "Sing meinen Song" FOTO: Vox

Emotionaler Höhepunkt des Rückblicks (abgesehen von den Auftritten von Roger Cicero) ist die Interpretation von "Amoi seg ma uns wieder", die Xavier Naidoo auf die Bühne bringt. Mit dem steirischen Dialekt klappt es zwar nicht ganz, dennoch fließen bei Schöpfer Andreas Gabalier schon nach der ersten Zeile die Tränen. Und das hat einen Grund: Er hat das Lied für seinen Vater und seine Schwester geschrieben, die sich 2006 bzw. 2008 das Leben nahmen. Ein bewegender Song, den Naidoo nur von Gitarrenmusik begleitet angemessen umsetzt. 

Moses Pelham hat das letzte Wort 

Die vorletzte Premiere gehört dann Roger Cicero. Der Jazzsänger verstarb im März 2016 mit erst 45 Jahren völlig unerwartet an den Folgen eines Hirninfarkts - und ist hier noch einmal auf der Bühne zu sehen. Er versuchte sich 2014 ebenfalls am steirischen Dialekt von Andreas Gabalier. "I sing a Liad für di" wird bei Cicero zu einer Soulnummer und sogar der Dialekt klappt ziemlich gut. "Vom Feinsten, ich zieh den Hut", sagt Andreas Gabalier danach - was angesichts des frühen Tods des Sängers und in diesem Rückblick wie eine Hommage wirkt. 

Das letzte Wort hat dann allerdings Produzent und Rapper Moses Pelham. In der aktuellen Staffel performte er den BossHoss-Hit "Sex on Legs" - und verwandelte das Stück komplett. Seine Premiere: Er sang selbst, zuvor hatte er sich stets von Sängern wie Cassandra Steen aushelfen lassen. Aus der Countryrock-Nummer wird ein mit Beats und elektronischen Elementen unterlegter Hit, Pelham singt und rappt auf Deutsch und Englisch - und kreiert so die inoffizielle "Sing meinen Song"-Hymne. "Sms" lässt sich nämlich, wie die Musiker der 2017er Staffel am Ende zeigen, ganz hervorragend auf den Anfang von Pelhams Lied singen. 

Michael Patrick Kelly bei "Sing meinen Song" FOTO: VOX

Kein Wunder also, dass dieses Lied den musikalischen Schlusspunkt zu diesem "Sing meinen Song"-Rückblick setzt. Ebenso verwundert es nicht, dass als letztes Bild die Gruppenumarmung der diesjährigen Staffel-Teilnehmer um Lena, BossHoss, Mark Forster und Pelham eingeblendet wird: ein kuscheliger Abschluss für "Sing meinen Song" 2017. 

 
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