| 15.27 Uhr

"Sing meinen Song"
Südafrikanisches Flair und viel Gefühl im Tauschkonzert

Fotos: Naidoo lässt Lieder der Söhne Mannheims  singen
Fotos: Naidoo lässt Lieder der Söhne Mannheims  singen FOTO: Vox/Markus Hertrich
Düsseldorf. In der siebten Folge von "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" stand Gastgeber Xavier Naidoo im Mittelpunkt. Die Aufgabe der Musiker: Lieder der "Söhne Mannheims" neu zu interpretieren. Yvonne Catterfeld übernahm für den Abend die Moderation. Von Isabella Schütz-Worszeck

Andreas Bourani macht den Anfang. Er hat sich den "Söhne Mannheims"-Song "Zurück zu dir" ausgesucht. Xavier Naidoo weiß, dass das keine einfache Wahl ist: "Andreas hat Eier in der Hose gehabt, weil wir singen den normalerweise zu fünft. Das muss man ihm hoch anrechnen." Und Bourani meistert die schwierige Aufgabe. Musikalisch lässt er viel südafrikanisches Flair mit einfließen. Erst ganz kurz vorher habe er sich noch dazu entschieden, es noch etwas schneller zu singen. Naidoo gefällt der Auftakt: "Wir sind phrasierungsmäßig genau einen Zentimeter auseinander, das ist wirklich schwierig", lobt er Bourani.

Wirtz setzt mit Songwahl ein Zeichen der Toleranz

Daniel Wirtz überrascht besonders mit seiner Song-Wahl, hat er doch einen auffallend ruhigen Soul-Song gewählt. Er transformiert die Ballade "Vielleicht" in seine ganz eigene, rockige Version. "Ich habe ein paar Töne weggelassen, dadurch ist alles ein bisschen straffer, und im Refrain hab ich es so gemacht, wie man es als Rocker macht – und los!" Der Text sei wieder hochaktuell und passe "wie die Faust aufs Auge", erklärt Wirtz. "Wenn man sich mal so anschaut, was Religion ausrichten kann – das ist ein ganz heikles Thema zur Zeit."

Wirtz ergreift seine Zuhörer mit dem Song und setzt mit der Message von Toleranz und Akzeptanz ein deutliches Zeichen. Naidoo zeigt sich beeindruckt: "Ich hab erst gedacht 'Wie will er denn das machen? Das ist ja gar nicht möglich, das zu einer Version von ihm zu machen?'" Und doch habe Wirtz das Unmögliche möglich gemacht. Tobias Künzel von den Prinzen kommentiert: "Das könnte unter Umständen ein sehr dicker Blumenstrauß werden, den du da mit nach Hause nimmst."

Fotos: Xavier Naidoo – Söhne Mannheims, The Voice und Sing meinen Song FOTO: dpa, ped wst sab

Hartmut Engler schraubt sogar am Text

Dann ist Yvonne Catterfeld an der Reihe. Sie schlägt mit ihrem originellen Cover des Songs "Geh davon aus" wieder einmal jazzig-soulige Töne an. "Die Söhne Mannheims gehen James Bond" ruft der Gastgeber aus, als die Trompeten während des Intros erklingen. Ihre herausragende Leistung überrascht Naidoo nicht: Schon früh habe er sich vorgestellt, wie "Söhne Mannheims"-Lieder wohl von Catterfeld interpretiert klingen würden – ihre Performance findet er "einfach nur herrlich".

Hartmut Engler geht mit "Freiheit" an den Start. Er hat es sich wieder zum Ziel gemacht, den Titel "zum Pur-Song zu machen". Am Text habe er ein bisschen geschraubt: Die erste Zeile sage, man könne Freiheit "nicht beschreiben" – er änderte es ab zu "kaum", da der Song einen guten Beitrag dazu geleistet hätte, es beschreiben zu können. Mit seiner erzählerischen Performance zieht er die Musiker-Kollegen in seinen Bann. Ganz zum Schluss sei er wieder im Schalke-Stadion gewesen, so Tobias Künzel von den Prinzen zu seinem Auftritt. Naidoo ist ergriffen: Für ihn und die "Söhne" sei dieses Cover eine "riesen Ehre".

Naidoo selbst hat einen Song ausgegraben, den er vor Langem als Ode an seine Heimatstadt Mannheim geschrieben hat, "Rosenblätter". Sein Sohn habe an dem Tag der Song-Auswahl seine ersten Schritte gemacht und das passte so gut zu einer Zeile des Textes, dass dann gar nichts anderes mehr zur Debatte stand. Auch mit seiner Tanzeinlage begeistert er seine Kollegen. Das komme noch aus den 90ern, erklärt er, da habe er immer so "Jungle-Zeug" gehört, da habe man eben so getanzt.

Fotos: Daniel Wirtz - Der derbe Rocker bei Sing meinen Song FOTO: VOX/Markus Hertrich

Christina Stürmer und Die Prinzen mit viel Gefühl

Dann darf Christina Stürmer ihren Song vorstellen. Die Österreicherin setzt auf eine ganz ruhige Interpretation von "Volle Kraft voraus", dem Song der "Söhne Mannheims", der sie damals am meisten bewegt hatte. Sie wollte den Song nicht zu sehr verändern. Xavier Naidoo gefällt ihre Version sehr gut. Er erinnert sich, dass die Söhne von Anfang an von Christina begeistert waren, und jetzt singe sie sogar einen Song von ihnen. "Wenn ich dich früher in die Hände bekommen hätte, hätte ich eine Soul-Sängerin aus dir gemacht", lacht er.

Passend zum Schluss erklingt dann ein Schlaflied: Die Prinzen-Version von "Wenn du schläfst". Tobias Künzel erklärt: "Es geht darum, dass man denjenigen, den man liebt, beschützen möchte, und das ist sehr emotional. Hoffentlich bekommen wir das auch so emotional hin." Das gelingt Tobias Künzel und Sebastian Krumbiegel, unterstützt von den anderen Bandkollegen Wolfgang Lenk und Jens Sembdner sowie sehr sparsamer instrumentaler Begleitung. "Die Prinzen haben ihrem Namen wirklich alle Ehre gemacht und nochmal alles in die Waagschale geworfen", lobt Naidoo nach dem Auftritt.

Mit ihrer Acapella-Version haben sie überzeugt: Die Prinzen bekommen eine Protea von Naidoo überreicht. Auch Hartmut Engler hat sich eine Blume verdient. Es sei wirklich bewundernswert, wie die drei es immer schafften, die Songs der anderen zu ihren eigenen zu machen, erklärt Xavier Naidoo. Die Proteas seien längst überfällig gewesen.

Fotos: Yvonne Catterfeld rührt Andreas Bourani zu Tränen FOTO: Markus Hertrich/VOX
(isw)
 
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