| 10.17 Uhr

"Sing meinen Song – das Weihnachtskonzert"
Little Drama Boy und ein Klodeckel

Fotos: "Sing meinen Song"
Fotos: "Sing meinen Song" FOTO: Vox
Düsseldorf. Die Szenerie sieht aus, als wäre das Personal der diesjährigen "Sing meinen Song"-Staffel mittenrein in das Video von Whams "Last Christmas" gepurzelt: Yvonne Catterfeld und Xavier Naidoo stapfen mit Fackeln durch den Tiefschnee empor zu einer Berghütte, in der Hartmut Engler, die Prinzen und Andreas Bourani sitzen, Plätzchen essen und schunkeln. Nur daran, ob bei Wham ebenso viel Schnaps, Glühwein, Whisky und Prosecco getrunken wurde, kann man sich nicht mehr recht erinnern.

Zum Jahresabschluss haben sich die Fremdsongsinger zu einer Weihnachtslied-Ausgabe getroffen, bei der ausnahmsweise nichts aus dem Repertoire der Teilnehmer gesungen wird, sondern bekannte Weihnachtslieder: Jeweils ein eigenes Wunschlied und, das ist die interessantere Runde, einen fremdverordneten Song muss jeder darbieten. Ein Konzept, das beim Zuschauen durchaus Spaß macht, denn die Hüttensitzer bringen glaubhaft rüber, dass sie sich selbst dabei gut unterhalten.

Die Interpretationen sind mal naheliegender – wenn Christina Stürmer auf Wunsch von Daniel Wirtz das ohnehin schon angeraute "Merry Christmas Everybody" von Slade noch ein bisschen mehr softrockt und Tobias Künzel von den "Prinzen" am Hüttentisch dazu abgeht wie Onkel Friedrich nach dem dritten Eierpunsch und – mal experimenteller – Andreas Bouranis fast schon new-wavig-gothige Düster-Version von "Maria durch ein Dornwald ging".

Die meisten aber interpretieren ihre Lieder so, wie man es von ihnen erwarten würde. Wenn es einem gefällt, sagt man bei solchen Gelegenheiten, jemand habe das Lied "zu seinem eigenen gemacht", wenn man es nicht so doll findet: "Bei Hartmut Engler klingt auch 'Gloria in excelsis deo' wie ein Pur-Lied" – was durchaus zutrifft.

Ein für viele nicht im Osten Deutschlands aufgewachsene Menschen neues, interessantes Weihnachtslied bringen die Prinzen: "Sind die Lichter angezündet". Und wenn Xavier Naidoo aus dem "Little Drummer Boy" eher einen "Little Drama Boy" macht, muss die Catterfeld dazu vor Rührung stumm die Backen aufblasen. Auch wenn einem nicht jeder Interpret und nicht jede Interpretation gefällt, ist das durch die schiere Abwechslung alleine schon unterhaltsamer als ein naturgemäß immer etwas gleichförmiges Weihnachtskonzert eines Solokünstlers. Oder einer Solokünstlerin. Wir nennen hier keine Namen.

Zwischendurch erfährt man interessante Details rund um das Weihnachtsbrauchtum des Ensembles: Hartmut Englers Mutter macht die besten Vanillekipferl, Xavier Naidoo und Andreas Bourani mussten beim Sternsingen früher immer den Melchior spielen (und wurden dennoch noch schwarz angestrichen), und bei Bouranis gibt es am Heiligabend ausgeweidetes und dann mit Käse vollgestopftes Weißbrot.

Für Geschenkekauf-Schluris, die noch hintendran sind mit dem Präsente-Besorgen, bot die Weihnachtsedition zusätzlich nützliche Kaufanregungen, denn die Sänger beschenkten sich gegenseitig mit einem ambitionierten Schrottwichteln: Beschert wurden Klogarnituren im Weihnachtsmanndesign, eine Minidrehorgel, die die "Internationale" dudelt, ein Eiertrenner und ein elektrisches Massagekissen. Und Xavier Naidoo erlost sich Hartmut Englers Geschenk, der zuvor noch getönt hatte, er habe keinen Schrott, sondern etwas Sinnvolles eingepackt. Sein Verständnis davon: Ein Jahreskalender mit süßen Katzenbildern.

Sehen Sie hier Bilder aus der Sendung.

(arü)
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