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Brigitte Nielsen im Dschungelcamp
Action-Blondie und Dschungel-Gourmet

Dschungelcamp 2012: Das Finale
Dschungelcamp 2012: Das Finale FOTO: RTL
Köln. Sie ist Model, Schauspielerin und die Ex von Sylvester Stallone – und seit 2012 auch Königin des Dschungels. Jetzt will Brigitte Nielsen zurück in den Urwald. Die Voraussetzungen dafür hat die Dänin: durchtrainierter Körper, großes, fünfsprachiges Mundwerk, Leibspeise: Straußen-Anus.  Von Marcel Romahn

"Ich esse kein Arschloch, von niemandem", brüllte sie noch während ihrer Finalprüfung, als ihr die Dschungel-Delikatessen serviert wurden: vier Truthahn-Hoden, pürierte Ente mit Entenblut sowie Straußen-Anus. Doch ihr unerbittlicher Kampfgeist hatte sie überhaupt erst ins Finale gebracht. Also erkaute sich die heute 52-Jährige tapfer vier Sterne – und am Ende den Titel.

Zwei Wochen Dschungel hatte die Power-Blondine problemlos überstanden. Als Zeitvertreib dienten ihr oft wilde Lästereien gegen ihre Ex. So blieb es Zuschauern wie Camp-Bewohnern oft nicht erspart, sämtliche Details aus dem Sex-Leben mit Action-Star Sylvester Stallone am Lagerfeuer präsentiert zu bekommen – "Schrumpfhoden", um nur ein Stichwort zu nennen. Entertainment-Potenzial hatte sie durchaus, sogar multilingual. Nielsen spricht neben Dänisch auch Englisch, Italienisch, Deutsch und Französisch.

Fotos: Dschungelcamp: van Bergen besiegt Bond und Lugner FOTO: RTL/Stefan Gregorowius

Die Himbeeren-Sammlerin

Nielsen wurde als Action-Schauspielerin bekannt, nachdem sie 1985 die Rolle der Titelheldin in "Red Sonja" gespielt hatte. Anschließend kam sie jedoch nicht über einige B-Movie-Auftritte hinaus. Ihr schauspielerisches Talent war zunächst überschaubar. Sogar die Goldene Himbeere als schlechtester Newcomer des Jahres musste sie über sich ergehen lassen – insgesamt übrigens dreimal.

Auch für ihre Rolle im Film "Die City-Cobra", an der Seite von Ehemann Stallone, wurde Nielsen für den Anti-Oscar nominiert – und das, obwohl der Film weltweit rund 160 Millionen Dollar einspielte. Ein ähnlich großer finanzieller Erfolg wurde 1987 "Beverly Hills Cop II", in dem Nielsen eine Nebenrolle spielte. Von da an stieg ihre Popularität enorm. Von den Lesern der Zeitschrift "Bravo" wurde sie plötzlich zu einer der Schauspielerinnen des Jahres gewählt. Natürlich trugen bis 1989 auch fünf "Playboy"-Fotostrecken zum wachsenden Ruhm bei. Ihre erste Hauptrolle im Film "Domino sucht die Liebe" floppte weltweit. Bis 2000 folgten fast jährlich Auftritte in diversen Fernseh- und Videoproduktionen sowie einige Nebenrollen in Kinofilmen. Doch aus der Zweitklassigkeit kam die Dänin niemals heraus.

Fotos: Dschungelcamp: Willi Herren besiegt Naddel und Spengemann FOTO: RTL/Stefan Gregorowius

Als Model lief es für Brigitte Nielsen deutlich besser: 1987 arbeitete sie mit dem weltberühmten Fotografen Helmut Newton zusammen, der sie für das Magazin "Vanity Fair" ablichtete. Diese Aufnahme fand sich später auch in dem Bildband Sumo wieder, der als größter und teuerster Bildband des 20. Jahrhunderts gilt. Baustelle war allerdings das Privatleben: Nachdem die Ehe mit Stallone für zahlreiche Schlagzeilen in der Presse gesorgt hatten, trennte sich das Paar im Juli 1987. Die Ehe hielt turbulente zwei Jahre.

TV, Model, Sängerin, alles…

Ab 2000 konzentrierte sich Nielsen hauptsächlich auf Talkshows. Ein besonderes Händchen hatte sie bei der Vermarktung ihres Privatlebens. Nach jahrelangen Drogen- und Alkoholproblemen machte Nielsen im Jahr 2008 innerhalb der ersten Staffel der VH1-Show "Celebrity Rehab with Dr. Drew" einen Entzug durch. Wenige Monate später unterzog sich Nielsen in der vierteiligen RTL-Doku-Soap "Aus alt mach neu – Brigitte Nielsen in der Promi-Beauty-Klinik" diversen Schönheitsoperationen. 2009 kündigte sie ihr Comeback im Filmgeschäft an. Sie sollte jedoch nicht vor 2014 auf die Kinoleinwand zurückkehren, diesmal im Actionfilm "Mercenaries".

Fotos: Dschungelcamp: Cordalis erreicht Finale der Sommer-Edition FOTO: RTL/Stefan Gregorowius

Auch in Deutschland wollte Nielsen angreifen. So nahm sie 2008 an der "100.000 Euro Show" teil, spielte 2010 Gastrollen Gastrolle in der ZDF-Serie "SOKO Stuttgart" und landete 2012 schließlich im Dschungelcamp. Da gab's dann Krone statt Spott-Beere.

 "Every Body Tells a Story"

Auch als Sängerin versuchte sich Brigitte Nielson hartnäckig. 1987 veröffentlichte sie das Pop-Album "Every Body Tells a Story". Obwohl sie einen Song aus dem Album auch bei "Wetten, dass..?" präsentierte, hatte sie keinen Erfolg. Erst eine Zusammenarbeit mit Falco und Giorgio Moroder brachte ihr einen Hit in Deutschland und Österreich ein. Nielsen konnte sich in den Top-10 der österreichischen und Top-25 der deutschen Charts einen Namen machen. Doch auch mit folgenden Plattenverträgen und Engagements konnte sie sich niemals dauerhaft im Musikgeschäft etablieren.

Einer ihrer größten deutschen Erfolge bleibt also der Dschungel-Titel. Deshalb will Brigitte Nielson 2016 ein zweites Mal nach der Krone greifen. Erfolgschancen hat die schlagerprobte Action-Blondine auf jeden Fall. Denn: im Dschungel gibt's definitiv keine Himbeeren, nur Känguru-Hoden und Co.

Weitere Informationen zum Dschungelcamp in unserem Dossier.

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