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Trailer für neue TV-Serie
"Star Trek" vor der Wiedergeburt?

Star Trek: Erster Trailer zur neuen TV-Serie 2017 auf CBS
FOTO: Screenshot YouTube
Los Angeles. 50 Sekunden lang ist der Trailer für eine brandneue "Star Trek"-TV-Serie, die eine große Richtungsentscheidung bedeuten wird. Spannender als der Inhalt ist die Reaktion der Fans. Von Tobias Jochheim

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Das ist in etwa das Fazit zum 50-sekündigen Trailer für eine neue "Stark Trek"-Fernsehserie, der zum 50. Geburtstag des fiktiven Universums vorgestellt wurde. Zu sehen ist ein Flug von der Erde durch bunte Nebel und Kometengürtel sowie vorbei an einer Sonne. Am Ende dieser Reise erscheint zur Halbzeit des Clips der Schriftzug "Neue Crews, neue Schurken, neue Helden, neue Welten", und dann, als man einen Höhepunkt erwartet, und sei er noch so vage, schemen- oder rätselhaft... – das "Star Trek"-Logo samt Schriftzug und Hinweis, dass die neue Serie 2017 beim US-Sender CBS zu sehen sein wird.

Keine noch so kurze Szene, kein Schauspieler und schon gar kein Raumschiff. Das hat zwei Gründe: Einerseits sind die Dreharbeiten noch gar nicht angelaufen, außerdem soll zunächst nichts vom im Sommer startenden Kinofilm "Star Trek Beyond" ablenken. Umso prächtiger gedeihen nun Spekulationen zur Serie – etwa über verschiedene Staffeln, die zu ganz verschiedenen Zeiten zwischen dem 23. und 24. Jahrhundert spielen. Darauf scheint der Plural "Neue Crews" tatsächlich hinzudeuten, aber vielleicht spielt die neue Serie auch auf mehreren Raumschiffen gleichzeitig, zwischen denen quasi hin- und hergeschaltet wird. Oder, oder, oder.

Fans weltweit schwanken jedenfalls zwischen Sarkasmus ("Das ist kein Trailer, sondern das Video eines Logos"), Hoffen und Bangen. Positiv stimmt viele die Verwendung von relativ minimalistischer Schriftart und Musikuntermalung, angelehnt an die klassische Serie um Captain Kirk und Mister Spock. Für Erleichterung sorgt auch eine Schlüssel-Personalie: Showrunner, Produzent und Autor der neuen Serie wird Bryan Fuller (46) sein, der als großer Fan gilt und die Drehbücher für insgesamt 22 Folgen der "Star Trek"-Serien "Deep Space Nine" und "Voyager" geschrieben hatte.

Furcht bei den Fans

Furcht ist bei den Fans dennoch zu spüren – vor einer Fortsetzung der in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Richtung, dem "Reboot", also der Neuauflage des fiktiven Universums durch Blockbuster-Regisseur J.J. Abrams in den jüngsten Kinofilmen "Star Trek" (2009) und "Star Trek: Into Darkness" (2013). Die hatte sich durch viel Action ausgezeichnet – und wenig bis nichts von dem, was "Star Trek" stets vom großen Widersacher "Star Wars" unterschieden hatte: Handlung, Charakterentwicklung, philosphisch-utopischer Kern.

Der beliebteste Kommentar zum Trailer beim offiziellen Facebook-Account lautet denn auch: "Ich hoffe wirklich, dass das echtes 'Star Trek' werden wird: Intelligent, zum Denken anregend – und nicht die stumpfe Version des 'Star Wars'-artigen Nonsens aus dem Reboot. Ersteres wäre heutzutage so dringend notwendig."

Zudem sorgt für Unmut, dass nur die Pilotfolge im Free-TV laufen soll und alle nachfolgenden Episoden beim kostenpflichtigen Streaming-Dienst "CBS All-Access".

Das von Gene Roddenberry erdachte Universum ist inzwischen weitverzweigt: Es gibt vier "große" Serien ("Raumschiff Enterprise", "The Next Generation/Das nächste Jahrhundert", "Deep Space Nine" und "Voyager") sowie die deutlich unbekannteren, zeitlich früher spielenden "Enterprise" (2001-2005) und "Star Trek Classic Zeichentrick" (1973-74).

Hinzu kommen bislang zwölf Kinofilme – von denen wiederum die letzten beiden in einem Paralleluniversum angesiedelt sind, um die bekannten Charaktere anders darzustellen. Flacher, austauschbarer und mit weniger CHhrme, wie es oft heißt. Doch den Hardcore-Fans bleiben ja rund 700 "alte" Episoden und die zehn "klassischen" Kinofilme; von hunderten Romanen, Comics sowie Computer- und Kartenspielen ganz zu schweigen.

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