| 13.09 Uhr

Klassentreffen der Hollywood-Giganten
Stephen King, J. J. Abrams und James Franco retten Kennedy

Stephen King, J. J. Abrams und James Franco über Serie "11.22.63"
Produzent J. J. Abrams, Autor Stephen King und Schauspieler James Franco am Set der Mini-Serie "11.22.63", die im Februar startet. FOTO: Today Show
Toronto. Wie kommen Stephen King, Star-Produzent J. J. Abrams und Hollywood-Schauspieler James Franco dazu, gemeinsam an einer Mini-Serie zu arbeiten? Im US-TV plauderten die drei über die Entstehung von "11.22.63" nach dem gleichnamigen King-Roman. Sie startet im Februar. Das Ende der Geschichte schützt King mit seinem Leben. Von Jessica Kuschnik

Was würdest du tun, wenn du einen bestimmten Punkt in der Geschichte der Menschheit verändern könntest? Wohin würdest du reisen? Und was hätte das für Konsequenzen? Mit genau diesen Fragen muss sich Lehrer Jacob "Jake" Epping herumschlagen. Durch ein Loch in der Zeit – genauer gesagt durch einen Wandschrank im Haus seines Freundes Al – reist er in das Jahr 1958. Nachdem er die Vorzüge dieser Zeit wie billiges Fleisch und aromatische Brause ohne viel Chemie genossen hat, kehrt er zurück ins Jahr 2011. Doch Al hat ihm dieses "Kaninchenloch" nicht ohne Grund gezeigt. Er will, dass Jake nach 1958 zurückkehrt und sich fünf Jahre lang darauf vorbereitet, die Ermordung von John F. Kennedy zu verhindern.

Der Tag, an dem John F. Kennedy starb FOTO: AP

Die E-Mail kommt vom King des Horrors persönlich 

So weit der Plot des 2011 erschienenen Bestsellers "11.22.63" (dt. "Der Anschlag") von Stephen King. Seit der Veröffentlichung reißen sich Produzenten um die Story. Schlussendlich bekam Warner Bros. Television den Zuschlag. Mit an Bord sind nicht nur Autor Stephen King, sondern auch Filmproduzent J. J. Abrams und Schauspieler James Franco als Jake Epping. "Stephen und ich kennen uns schon seit Jahren", erzählt Abrams im Interview mit der US-"Today"-Show. "Ich ließ ihn wissen, wie sehr ich sein Buch mag, und dann kam da irgendwann diese E-Mail in der stand: Wenn ich irgendwie mitmachen möchte, als Produzent oder so – das war unglaublich."

"Today"-Show-Moderatorin Jill Martin hat sich für das Interview mit den drei Business-Größen am Set in Toronto getroffen – in einer Schule. Das Büro des Schuldirektors weckte vor allem bei Stephen King fiese Erinnerungen. "Da bin ich früher oft gelandet", verrät er. "Ich schrieb eine Zeitung, in der die Lehrer mit verschiedenen profanen Namen belegt wurden. Die fiel dann in die falschen Hände und ich musste mich bei einigen alten Lehrern entschuldigen", sagt King und schmunzelt. "Ich wollte schließlich nicht suspendiert werden."  

Wenn man sich über Monate des Drehs mit dem Thema Zeitreise beschäftigt, kommt natürlich auch der Gedanke auf, was man selbst an seiner persönlichen Geschichte ändern würde. "Früher hätte ich gesagt, ich gehe zurück und mache nicht diesen Film", sagt James Franco. "Heute, viele Jahre später, realisiere ich, dass das großartig war. Mein Leben hat sich dadurch verändert."

Übersicht: Die Lieblings-Serien unserer Redaktion FOTO: dpa, Frank Ockenfels, Amc

Stephen King hütet alternatives Ende 

Wie sehr sich das Leben der gesamten Menschheit verändern könnte, wäre Kennedy nicht ermordet worden, darum geht es in "11.22.63". Dazu muss Epping sicherstellen, dass auch wirklich wie vermutet Lee Harvey Oswald für den Tod des US-Präsidenten verantwortlich ist. "Was die Serie so großartig macht sind die Details", sagt Abrams. Rassenkonflikte, Klassenkonflikte, das politische Weltgeschehen, an all das muss sich Epping heranwagen – und mit ihm der Zuschauer. Spannend ist vor allem das Ende: Schafft es Epping, Kennedy zu retten? Und wenn ja, wie sähe die Welt dann heute aus? Im Internet veröffentlichte King ein alternatives Ende. Wird er das der Serie verraten? "Wenn ich das erzähle, müsste ich alle im Raum töten", sagt er in Anwesenheit von Abrams, Franco und Martin. 

"11.22.63" ist bereits die 17. Mini-Serie, die auf einem King-Roman basiert. Zuletzt lief im deutschen Fernsehen die Adaption von "Under the Dome" (2013 bis 2015). Die erste der drei Staffeln konnte sich mit im Schnitt 3,14 Millionen Zuschauern durchaus sehen lassen. Die beiden anderen Staffeln, die sich nicht mehr an Kings Vorlage orientierten, verloren daraufhin in der Gunst der Zuschauer.

Wann "11.22.63" auf Deutsch zu sehen sein wird, ist noch unklar. Im englischen Original startet die Mini-Serie am 15. Februar beim Video-on-Demand-Dienst Hulu. Übrigens fällt der Starttermin – wie passend – auf den amerikanischen "Tag der Präsidenten" zu Ehren George Washingtons.

Diese US-Präsidenten wurden ermordet FOTO: AP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Stephen King, J. J. Abrams und James Franco über Serie "11.22.63"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.