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Studie
Männer beherrschen Fernseh-Bildschirme

Studie: Männer beherrschen Fernseh-Bildschirme
Schauspielerin Maria Furtwängler bei der Vorstellung der Studie FOTO: dpa, ped tba
Berlin. Frauen sind nach einer neuen Studie im deutschen Fernsehen und in heimischen Kinoproduktionen deutlich unterrepräsentiert. Wenn sie vorkommen, träumen sie von Liebe und Hochzeit.

Nach der von Schauspielerin Maria Furtwängler und ihrer Malisa-Stiftung initiierten und von ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 geförderten Untersuchung der Universität Rostock, haben in der heimischen Fernseh- und Kinowelt die Männer das Sagen, Frauen sind in den Hauptrollen im Verhältnis eins zu zwei deutlich unterrepräsentiert.

Statistisch kommt im Kino- und in TV-Filmen aus Deutschland auf zwei männliche Protagonisten eine Frau in einer Hauptrolle vor. Nur in Telenovelas und Soaps herrscht weitgehend Geschlechterparität, sonst aber männliche Deutungshoheit. Männer überwiegen als Nachrichtensprecher (72 Prozent) und in Expertenrunden (79 Prozent). Quiz- und "Reality Shows" werden zu 80 Prozent von Männern moderiert. Selbst im Kinderfernsehen sind Monster und Tiere meist männlich, nur eine von vier Figuren kann einer weiblichen Rolle zugeordnet werden, sagte die Leiterin der Studie, Elizabeth Prommer.

Und wenn Frauen vorkommen, so haben es die Medienwissenschaftler nach der Analyse von rund 3000 TV-Programmen aus 2016 und 1000 Kinofilmen aus der Zeit von 2011 bis 2016 herausgefunden, beschäftigen sich die Darstellerinnen meistens mit Beziehung und Partnerschaft, Stereotype, denen nur schwer beizukommen sei, wie Furtwängler sagte.

Ein Gender-Lichtblick ist "Wonder Woman". Die neue Kinoheldin werde auch von Jungen bewundert. Dadurch könnten neue Rollenbilder entstehen, sagte Petra Müller, die sich mehr Anträge von Frauen für Regie, Produktion und Drehbuch wünscht.

(dpa/veke)
 
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