| 13.07 Uhr

Kritik zum "Tatort"
Flüchtlinge raus!

Szenen aus dem "Tatort: Schutzlos"
Szenen aus dem "Tatort: Schutzlos" FOTO: ARD
Luzern. Im letzten "Tatort" vor der Sommerpause ging es um Flüchtlinge aus Afrika, die in der Schweiz landen. Die Botschaft des vom SRF in Auftrag gegebenen Krimis "Schutzlos" ist eindeutig: Fremde sind hier nicht willkommen. Und das kritisieren die Filmemacher.  Von Christian Spolders

90 Minuten in 90 Zeichen

Junger Flüchtling dealt, wird erstochen, Zimmernachbar ermordete ihn aus Eifersucht.

Worum es wirklich ging

Um das verschärfte Asylrecht in der Schweiz, für das die Eidgenossen in einem Referendum gestimmt haben. Im Grunde ist jeder Flüchtling erst einmal ein Krimineller, den man gerne schnell loswerden möchte, und das kritisieren die Filmemacher in "Schutzlos" sehr deutlich. Dass am Ende der den gesamten Fall über anständig wirkende Navid (Rauand Taleb), der sich mit Opfer Ebi im Flüchtlingsheim ein Zimmer geteilt hat, der Mörder des Afrikaners ist, ist enttäuschend.

 

Warum kenne ich die beiden Protagonisten nicht?

Sowohl Charles Mnene, der den erstochenen Ebi spielt, als auch Marie-Helene Boyd, die seine Schwester Jola darstellt, sind im deutschsprachigen Raum völlig unbekannt, zumal sie ihre Karriere erst noch vor sich haben. Mnene ist 29 Jahre, kenianischer Herkunft und arbeitet vor allem in England. Boyd wurde vor 24 Jahren in Guinea geboren und für die Rolle im "Tatort" ebenfalls in England gecastet.

Wie schlagen sich die Kommissare?

Ordentlich. Stefan Gubser soll in seiner Rolle als Reto Flückiger nun versuchen, mit seiner Migräne klarzukommen und viel grinsen, um die Kopfhaut zu entspannen. Das passt so gar nicht in den Fall. Delia Meyer als Liz Ritschard nimmt man voll ab, dass sie mit den Flüchtlingen leidet und ihnen gerne helfen möchte.

Da geht einem als Schweizer das Herz auf

Gar nicht. Weder die Baselstraße in Luzern, die der Haupt-Handlungsort des Krimis ist, noch die Flüchtlingspolitik des Landes sind Gründe, stolz auf sein Land zu sein. Regisseur Manuel Flurin Hendry und Josy Meier, die mit ihm das Drehbuch geschrieben hat, haben ihr Ziel also erreicht.

Sätze zum Mitreden

"Dass die in der Schweiz Flüchtlinge so krass behandeln, hätte ich nicht gedacht." "Der Flückiger stand ja den ganzen Fall neben sich." "Das Ende war mies, aber so läuft es wahrscheinlich wirklich."

Hier geht es zu den Bildern des Films.

Sind Sie ein echter "Tatort"-Fan? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz.

Die Quote zum Tatort" finden sie hier.

(spol)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Tatort aus der Schweiz: Warum kenne ich die Protagonisten nicht?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.