| 11.34 Uhr

"Dicker als Wasser"
Armin Rohdes Ein-Mann-"Tatort"-Show

Kölner "Tatort": Dicker als Wasser
Kölner "Tatort": Dicker als Wasser FOTO: WDR/Uwe Stratmann
Köln. "Dicker als Wasser" bietet ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Aber es gibt auch einen Neuen im Kölner Team. Von Leslie Brook

Armin Rohde ist zurück im Kölner "Tatort", und es ist wieder ein Festspiel. Bereits vor 14 Jahren beeindruckte der Schauspieler als unkonventioneller Vater in der Folge "Bestien", in der sich der Altrocker auf eigene Faust auf die Suche nach dem Vergewaltiger seiner Tochter machte. Nun spielt Rohde wieder einen Vater, und auch der ist mindestens unkonventionell.

Den Ex-Häftling Ralf Trimborn verbindet mit seinem Sohn ein extrem enges Verhältnis: Sie wohnen und arbeiten zusammen, die Beziehung seines Sohnes Erik (Ludwig Trepte) zu Laura (Alice Dwyer) passt ihm gar nicht. Nach außen stellt er sich stets vor seinen Sohn, doch hinter den Kulissen geht es in dem Männerhaushalt sehr brutal zu, er tyrannisiert seinen Sohn regelrecht.

In "Dicker als Wasser" müssen die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) den Mord an dem jungen Kneipenbesitzer Oliver aufklären, der sowohl ein Freund als auch ein Kontrahent von Erik war. Der junge Mann, der ebenfalls mit Laura liiert ist, wird tot vor seinem Club gefunden - erwürgt. Die nicht allzu komplexen Ermittlungen mit nur wenigen Verdächtigen werden durch die Kommissare selbst verkompliziert. Denn Schenk verhält sich äußerst merkwürdig.

Das sind die aktuellen "Tatort"-Teams

Nachdem er zwei junge Kleinkriminelle beim Aufbrechen einer Parkuhr ertappt hat, wird er von den beiden an einen Mast mit seinen eigenen Handschellen gefesselt. Dass er so an der Nase herumgeführt wurde, scheint ihm nicht bekommen zu sein. Gleich mehrfach muss Ballauf ihn zurechtweisen: "Sag mal, was ist eigentlich los mit dir?" Eine Antwort darauf erhält er bis zum Schluss nicht. Obwohl Schenk zwischenzeitlich nach zu vielen Alleingängen von den Ermittlungen abgezogen wird, kann er es nicht lassen, sich einzumischen. Bis zum Ende bleibt offen, was genau mit ihm los ist.

Zudem macht Ballauf einen Art Sport daraus, den neuen Assistenten vorzuführen und dessen Versäumnisse bei der Recherche zu Verdächtigen aufzudecken. Ja, es gibt im Kölner-Team wieder einen festen Assistenten. Die Stelle war seit dem Abschied von Franziska Lüttenglehn (Tessa Middelstaedt) im vergangenen Jahr vakant - und war zwischenzeitlich in jeder Folge neu besetzt worden.

Offenbar hat sich in den Augen des federführenden WDR Schauspieler Patrick Abozen beim Probearbeiten am besten geschlagen. Der neue Assistent hat kräftige Arme, wie er sogleich unter Beweis stellt, als er Schenk zu Demonstrationszwecken würgt, will aber auch sensibel und einfühlsam sein. "Seinen Platz im Team muss er sich aber erst noch erkämpfen", sagt Patrick Abozen.

Fotos: Die neue Generation der "Tatort"-Kommissare FOTO: dpa, Wolfgang Langenstrassen

Der Fall selbst ist eher konventionelle "Tatort"-Kost - besonders verglichen mit den neuen Franken- oder Berlin-Folgen der vergangenen Wochen. Die Handlung ist einfach gestrickt, teilweise sogar etwas fad. Bereits nach wenigen Tagen kann man sich kaum noch an die Geschichte erinnern. In Erinnerung bleibt dagegen Armin Rohde, der ganz starke Szenen hat. Letztlich ist es eine gelungene Ein-Mann-Show.

Auch wenn Rohde nicht auf den Bösewicht reduziert werden will, sind es die Rollen, in denen er besonders gut ist. Als Ex-Knacki, einmal losgelassen, weiß Trimborn wie man säumige Kunden an offene Rechnungen erinnert - eine tolle Einführung des Charakters. Kaum jemand kann durch Blicke und wenige Worte anderen Menschen so unmissverständlich Furcht einflößen. Herausstechend sind die guten Dialoge insbesondere zwischen Schenk und Trimborn. Die beiden geben tolle Spielpartner ab.

"Tatort - Dicker als Wasser", ARD, So., 20.15 Uhr

#

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

"Tatort" aus Köln mit Armin Rohde: Die Ein-Mann-Show


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.