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"Tatort" im Schnell-Check
Was sollte der Unsinn mit den Zombies?

Szenen aus dem "Tatort: Böser Boden"
Szenen aus dem "Tatort: Böser Boden" FOTO: ARD/NDR/Christine Schroeder
Düsseldorf. Der Norddeutschland-"Tatort" mit Wotan Wilke Möhring handelte von einem ernsten Thema. Leider fiel die Umsetzung teilweise arg bescheuert aus und lieferte somit Verschwörungstheoretikern neues Futter. Von Tobias Jochheim

Worum ging es? Um den Mord an dem iranischen Erdölingenieur Arash Naderi vor einer Fracking-Anlage. Dahinter sollen allen Ernstes Dorfkinder stecken, die sich durch Fracking-Giftmüll in Zombies verwandelt hatten.

Worum ging es wirklich? Um den Widerstreit der Interessen von Energiekonzernen und Menschen und den Mangel an Waffengleichheit bei deren Durchsetzung. Und um die gefährliche Gruppendynamik, die dazu führt, dass sich die eigentlich Guten - hier: besorgte Bio-Bauern - zu Bösen entwickeln.

Ist Fracking hierzulande erlaubt? Nein, bis 2021 ist es verboten. Genehmigt sind nur vier Testanlagen bundesweit, die ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken dienen.

Was war ärgerlich? Der lange amüsante Messtechniker Henry Fohlen (Christian Hockenbrink) faselt plötzlich von einem Super-Virus, das die "Blut-Hirn-Schranke durchbricht" und zu "Wesensveränderungen" führt, Kannibalismus inklusive. Dabei hatten die Dörfler just zugegeben, dass zumindest ein Teil ihres "Zombie"-Verhaltens nur gespielt war. Das wäre die einzig gute Auflösung der ganzen dummen Zombie-Idee gewesen. Stattdessen steht zum Schluss des Films ein Zombie, der "von oben" auch noch einen Maulkorb bekommt. Prima Futter für Verschwörungstheoretiker.

Quelle: RP
 
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