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"Tatort"-Nachlese
Das Böse lebt nicht nur in der Unterwelt

Fotos: "Dein Name sei Harbinger" - Düsterer Berlin-"Tatort"
Fotos: "Dein Name sei Harbinger" - Düsterer Berlin-"Tatort" FOTO: rbb/Gordon Muehle
Düsseldorf. Der Berliner "Tatort" lehrt, dass selbst in den Nestern der Unterwelt ein Funken Anstand überleben kann. Ein guter Film über das Schlechte im Menschen. Von Henning Rasche

Darum ging's Das erste Retortenkind Deutschlands, der Sohn der früheren Leiterinnen einer Kinderwunsch-Klinik, Stefan Wohlleben (Trystan Pütter), dreht durch. Er will sämtliche Kinder, die aus derselben Eizelle stammen wie er, aber von einer anderen Mutter ausgetragen worden sind, nun ja, vernichten. Er betrachtet sich als einzig legitimen Sohn seiner Mutter und benutzt einen armen Irren als sein Werkzeug: Harbinger (Christoph Bach).

Darum ging's wirklich Um Leihmutterschaft, um Berlins Unterwelt und darum, wie beides miteinander zusammenhängt, bedingt nämlich.

Das bleibt hängen In den Schachten der Berliner U-Bahn ist es ziemlich dunkel, es gibt gruselige Nebengänge und Waschbecken, und Harbinger hat zu sämtlichen Räumen einen Schlüssel. Außerdem: Das Böse muss man nicht immer nur in der Unterwelt suchen, manchmal trägt es auch weißen Kittel.

Das war schön Der "Tatort" zeigt wirklich schöne Bilder der Hauptstadt. Dazu gehören auch Blicke in die Welt, die dem Touristen verborgen bleibt: die Welt der U-Bahn-Schachte. Die Kameraperspektive ist manchmal rasant, oft überraschend und fast immer schön.

Der Satz fürs Poesiealbum Weil es ja auf Weihnachten zugeht, darf man sich den Satz von Nina Rubin (Meret Becker) an ihren Kollegen Robert Karow (Marc Waschke) ruhig mal hinters Ohr schreiben: "Nicht immer so ein Arsch sein."

Die Familie Tolja Rubin, der Sohn der Kommissarin Rubin, wird in die Provinz zu seinem Vater abgesetzt. Man darf dennoch davon ausgehen, dass die Familie Rubin weiter zum "Tatort" gehört. 

 
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