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"Tatort"
Batic und Leitmayrs persönlichster Fall

Tatort: „Der Tod ist unser ganzes Leben“: Batic und Leitmayrs persönlichster Fall
Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) wurde angeschossen. Auch seinem Partner Leitmayr ging es schon mal besser. FOTO: dpa, kde
München. Im Tatort "Der Tod ist unser ganzes Leben" aus München geht es um die bedingungslose Freundschaft zwischen den Kommissaren Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), die seit 26 Jahren zusammen ermitteln. Von Katharina Mehles

Worum geht es?

Ein Jahr, nachdem Ben Schröder vor den Augen seiner Frau Ayumi und seines Sohnes Taro erstochen wurde, als er einem Menschen helfen wollte, geschieht in München ein ähnliches Verbrechen ohne erkennbares Motiv. Die Geschichte, die den beiden  Münchner Kommissaren  Batic und Leitmayr extrem nah gegangen war, setzt sich fort. Sie endet in einem Schreckensszenario, das ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt und ihre berufliche Existenz fast zerstört.

Was war besonders?

Der Fall "Der Tod ist unser ganzes Leben" ist die Fortsetzung des Falls "Die Wahrheit", der bereits im Oktober 2016 ausgestrahlt worden ist. Aber er erzählt eben auch eine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte.  Und das funktioniert, denn die Vorgeschichte ist quasi nur der Einstieg in den neuen  Fall. Auch wer "Die Wahrheit" nicht gesehen hat, kann sich der gleichbleibend hohen Spannung der Geschichte nicht entziehen. Wer in den 90 Minuten mal zum Klo muss, sollte entweder bis zum Schluss einhalten oder die Pause-Taste drücken, so dicht und spannend ist  der Fall aus München. Und während andere altgediente Teams wie Ritter und Stark in Berlin, Lürsen und Stedefreund in Bremen oder Blum und Perlmann am Bodensee aufhören, sind Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) mal wieder für eine Überraschung gut. Nach 26 gemeinsamen Dienstjahren kommt der Zuschauer den beiden, ihrer Beziehung zueinander, ihren Sorgen und Nöten diesmal so nah wie nie.  Und was besonders beeindruckt: Die Situation kann noch so aussichtslos sein, Ivo und Franz halten immer zueinander. So ist der Tatort auch eine Geschichte über eine besondere Männerfreundschaft.

Gab es auch etwas Negatives?

Eigentlich gibt es an diesem Tatort nix zu meckern. Er war von der ersten bis fast zur letzten Minute spannend und mitreißend. Nur eines nervt: Die unangenehme, durchdringende Musik in besonders nervenaufreibenden Szenen. Das wirkte wie ein "Achtung, jetzt aufpassen, es passiert etwas wichtiges!" als Ansage an den Zuschauer.  Die Musik klingt wie ein verfremdeter  Bohrhammer.  Und das hätte es als zusätzliches Spannungselement gar nicht gebraucht.

Den sollte man sich merken

"Der Tod ist unser ganzes Leben" ist der erste Fernsehfilm des jungen Regisseurs Philipp Koch. Schon mit seinem Langfilmdebüt "Picco", der 2010 im Kino lief, hat er mehrere Preise gewonnen. Für den  talentierten 34-Jährigen, der zum Nachwuchsförderprogramm von Bavaria Film gehört, wird  der München-Tatort sicher  nicht der letzte Fernsehfilm und hoffentlich auch nicht der letzte Tatort gewesen sein.

Wie geht es weiter?

Kaum haben die Kriminalhauptkommissare Batic und Leitmayr die existenziellen Krisen des jüngsten Falls verdaut, wartet schon der nächste Fall aus sie: Voraussichtlich am 21. Mai gibt es ein Wiedersehen in der Folge "Die Liebe, ein seltsames Spiel". Ob Kriminalkommissar Kalli Hammermann (Ferdinand Höfer) wieder so stark in die Ermittlungsarbeit eingebunden wird wie in diesem Fall? Fest steht: Spätestens jetzt hat er sich den Respekt seiner beiden Chefs verdient, so wie er gemeinsam mit Leitmayr zum Kollegen Batic gehalten hat.

 
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