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"Tatort"-Nachlese: "Ein Fuß kommt selten allein"
Wie realistisch ist die Sache mit dem abgetrennten Fuß?

Bilder aus dem "Tatort: Ein Fuß kommt selten allein"
Bilder aus dem "Tatort: Ein Fuß kommt selten allein" FOTO: WDR/Martin Menke
Düsseldorf. Im neuesten "Tatort" überführt Boerne den Bösewicht wie folgt: Er beweist, dass der Schurke sich nach dem Totschlag der armen Tänzerin versehentlich selbst den Fuß amputiert hatte - per Motorrad-Vorbeifahrt an einem scharfen Metallteil, das auf die Straße ragte. Wie realistisch war das? Ein Faktencheck. Von Tobias Jochheim

Unfälle dieser Art ereignen sich tatsächlich. Auch könnte ein so Schwerverletzter selbst Hilfe rufen, bestätigt Dr. Harald Lischke, Leitender Arzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin am Bundeswehrkrankenhaus Koblenz. "Unmittelbar nach der Verletzung hält ein hoher Endorphinspiegel den Patienten wach." Der Helfer müsste innerhalb von maximal zehn Minuten am Unfallort sein - einem Fachmann würden dann eine Kompresse und eine Mullbinde reichen, um den Patienten zu stabilisieren.

Danach wird es im Film umso unrealistischer: "Der Rettungsdienst versucht in jedem Fall, abgetrennte Körperteile aufzuspüren, da diese noch nach bis zu vier Stunden wieder angenäht werden könnten", sagt Notfallarzt Lischke. Dass in einer niederländischen Klinik niemand danach frage, wie im "Tatort" mehr oder weniger augenzwinkernd impliziert, ist natürlich Unfug. Ebenso, dass kein Tänzer merkte, dass der Trainer Prothese trug. Und dass er seinen Fuß, wenn ihn schon niemand wieder annähen wollte, nicht später entsorgte, sondern nahe der Leiche seines Opfers verrotten ließ. Und, und, und ...

Quelle: RP
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