| 08.17 Uhr

"Tatort Fegefeuer"
Kritik an Til Schweigers Kollegenschelte

Reaktionen: So fanden Zuschauer den "Tatort: Fegefeuer"
Reaktionen: So fanden Zuschauer den "Tatort: Fegefeuer"
Hamburg. Mit seinem empörten Facebook-Eintrag über die Kritik an den Hamburger "Tatort"-Folgen hat sich Til Schweiger Sympathien verscherzt. Ein Experte bezweifelt eine Zukunft für Ermittler Tschiller. Von Jörg Isringhaus

Der 52-Jährige schrieb in der Nacht zu Montag in Richtung der "Tatort"-Teams aus Köln und München etwa: "Andere verschwenden das Budget für zwei moppelige Kommissare, die ne Currywurst verspeisen oder ein Bier vor einem bayerischen Imbiss zocken." Die am Sonntag ausgestrahlte Folge "Fegefeuer" mit ihm in der Hauptrolle sei dagegen "bahnbrechend" und "ein Stück deutsche Fernsehgeschichte".

Während sich der WDR am Dienstag auf Anfrage gar nicht zu Schweigers Tiraden äußern wollte, verwies der Bayerische Rundfunk nur auf den Jubiläums-"Tatort" seiner Kommissare Batic und Leitmayr im Frühjahr. Man kann also wohl davon ausgehen, dass sich die Begeisterung über Schweigers Spott in Grenzen hält.

Deutlicher formuliert es François Werner, als Betreiber der Internetseite www.tatort-fundus.de ein Experte für die Krimireihe. "Ich finde es peinlich, wie Til Schweiger sich aufführt", sagt der 42-Jährige. Die Kritik des Schauspielers spreche für sich, sie sei unsachlich; er verhalte sich damit genauso wie diejenigen, die er verurteile. "Und Fernsehgeschichte hat diese Folge sicher nicht geschrieben", sagt Werner. Erstens seien die Quoten desaströs gewesen, zweitens habe schon der BR im Jahr 1972 die "Tagesschau" zu Beginn in den "Tatort" integriert. Die Schweiger-Episode "Fegefeuer" startete mit einer Geiselnahme im "Tagesschau"-Studio. "Bahnbrechend war das sicher auch nicht."

Werner bezeichnet die Folgen um den Ermittler Nick Tschiller als realitätsfernen Popcorn-"Tatort" ohne pfiffige Dialoge. "Ob dieses Konzept auf Dauer aufgeht, ist ungewiss, zumal sich die Zuschauerzahlen von der ersten bis zur vierten Folge fast halbiert haben." Möglicherweise sei nach Schweigers Kino-"Tatort", der am 4. Februar startet, Schluss, wenn die Resonanz nicht stimme, spekuliert Werner.

Allerdings will er die Folgen nicht komplett verdammen, so seien die ersten beiden Teile erstaunlich gut gewesen. Der Zuschauer bekomme, was er erwarte. Ein Schweiger-"Tatort" pro Jahr wäre laut Werner die richtige Taktung gewesen. Sein Fazit: "Dieser 'Tatort' war kein Highlight."

Quelle: RP
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