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"Tatort: Feierstunde"
Professor Boerne in tödlicher Gefahr

Szenen aus dem Münster-Tatort "Feierstunde"
Szenen aus dem Münster-Tatort "Feierstunde" FOTO: WDR/Willi Weber
Münster. Die 30. Folge des Münster-Tatort ist als Kammerspiel inszeniert - und will dabei wie immer auch lustig sein. Von Katharina Mehles

Zum 30. Mal dürfen sich die zahlreichen Boerne- und Thiel-Fans am Sonntag auf einen Tatort aus Münster freuen. Und auch in "Feierstunde" funktioniert das Team ähnlich wie in den vergangenen 29 Folgen: Der selbstverliebte Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) und der schlunzige Kriminalhauptkommissar Thiel (Axel Prahl) sorgen manchmal für komische Momente, der Fall sorgt aber nur selten für Spannung.

In "Feierstunde" geht es Professor Boerne an den Kragen. Denn Wissenschaftler und Professor Harald Götz, hervorragend in seiner verzweifelten Verletzlichkeit verkörpert von Peter Jordan, kann an nichts anderes mehr denken als an Rache: Denn während Boerne gerade ein Drei-Millionen-Euro-Forschungsprojekt über Mumien an Land gezogen hat, steckt er mit seiner Forschung für ein Heilmittel gegen die tödliche Nervenkrankheit ALS in der Sackgasse. Und das, obwohl er einen Durchbruch so dringend braucht: Ehefrau Martina hat die Krankheit. Als die sich mit einer aus dem Internet bestellten Pumpgun das Leben nimmt, bricht die Wut auf den Kollegen aus.

Götz stürmt die Feierstunde, mit der Kollege Boerne den Zuschlag für die Fördermittel feiert. Er erschießt eine Bedienung und präpariert ein Häppchen mit einem Gift. Boerne isst das Häppchen und entwickelt plötzlich Symptome einer schweren Nervenkrankheit, die immer stärker werden und ihn langsam umzubringen drohen.

Ein großer Teil des Krimis spielt sich in der Gaststätte "Zur Post" ab. An dieser Stelle, wo der "Tatort" von Elke Schuch (Drehbuch) und Lars Jessen (Regie) als Kammerspiel inszeniert wird, hat er seine stärksten Momente. Dann ist plötzlich nicht mehr nur Professor Götz gefährlich, sondern auch die anderen Wissenschaftskollegen spielen ihr eigenes Spiel.

Auch wenn das einer der besseren Münster-Tatorte in jüngster Vergangenheit ist, auch dieser hat ein großes Problem: Die Handlung ist zu sehr darauf ausgerichtet, möglichst viel Potenzial für kleine Witzchen zu lassen, die Figuren entwickeln sich seit dem ersten Fall aus dem Jahr 2002 nicht wirklich weiter. Spannung und Humor gleichzeitig hochzuhalten - das klappt auch diesmal leider nicht so richtig in Münster.

"Tatort: Feierstunde", Das Erste, So., 20.15 Uhr

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Quelle: RP
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