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"Tatort: Spielverderber"
Gut, dass Charlotte Lindholm wieder da ist

Bilder aus dem "Tatort: Spielverderber" mit Diekmann als Leiche
Bilder aus dem "Tatort: Spielverderber" mit Diekmann als Leiche FOTO: NDR/Frederic Batier
Hannover. Maria Furtwängler als schöne Ermittlerin, Kai Diekmann als starre Leiche und Jasmin Gerat als starke Nebendarstellerin. Der "Tatort" aus Hannover mit dem Titel "Spielverderber" war ein guter. Unsere Kurz-Kritik. Von Christian Spolders

Endlich gab es wieder einen "Tatort" mit Maria Furtwängler in ihrer Rolle als Ermittlerin Charlotte Lindholm. Zuvor hatte sich die Schauspielerin eine Pause gegönnt und war seit Dezember 2012 nur einmal zu sehen ("Der sanfte Tod"). Gut, dass sie wieder da ist.

90 Minuten in 90 Zeichen

Frau stirbt nach Affäre, Ex-Mann will Rache an Liebhaber, Täterin war aber dessen Frau

Die starke Nebendarstellerin

Schauspielerin Jasmin Gerat hat alles, um sich in sie zu verlieben, daran ändert auch nichts, dass sie in "Spielverderber" zur Mörderin wird. In ihrer Rolle als Soldatin Kristin Goebel bekam sie eines Abends mit, wie sich ihr Mann Paul, von dem sie kurz zuvor noch Zwillinge erwartet hatte, mit Lore Körner (Nora Huetz) vergnügte, die wiederum nicht nur ihre Nachbarin war, sondern auch die Ex-Frau ihres Kollegen Jan Körner (Gerdy Zint). Dass sich die Lademeisterin nach ihrem Geständnis aus dem Flugzeug stürzte, da sie lieber sterben als ins Gefängnis wollte, war in den Momenten vorher zwar absehbar, deswegen aber nicht weniger traurig.

Die starke Musik

Pianist Matthias Frey komponierte die Musik zum Film, die durchweg toll war und dafür gesorgt hat, dass der Fall noch einen Tick spannender wurde. Am Ende lief eine Cover-Version von "Somewhere Over The Rainbow". Sehr passend.

Den kenne ich doch irgendwoher

Kai Diekmann, scheidender Chefredakteur der "Bild", lag in der Mitte des Films als Leiche hinter Gerichtsmediziner Hans Jepsen (Niels Bormann). Als er das Tuch von seiner prominenten Leiche nahm, bewegte sich die Attrappe des offenen Bauchs zwar – aber geschenkt, hat eh jeder nur aufs Gesicht geschaut.

Die kenne ich doch auch irgendwoher

Lore Körner, die Leiche, um die es im Fall ging, wurde von Nora Huetz dargestellt. In der ZDF-Serie "Dr. Klein" spielt sie eine Krankenschwester.

Da geht einem als Niedersachse das Herz auf

Den Fliegerhorst Wunstorf gibt es wirklich (nordwestlich von Hannover), ebenso die Gemeinden Messenkamp und Rodenberg (südöstlich von Hannover), in denen Lindholm zu Beginn des Falls herumirrt, um den Tatort zu finden. Weite Landschaften, abgelegene Häuser – willkommen in Niedersachsen.

Da geht einem als Hitchcock-Fan das Herz auf

Vor allem die Inszenierung von Grimme-Preisträger Hartmut Schoen, als Jan Körner im verlassenen Haus dämmerte, dass etwas nicht stimmte, hätte Thriller-Legende Alfred Hitchcock nicht besser dirigieren können. Obwohl man sich denken konnte, was passieren mag, stieg die Spannung kontinuierlich an. Auch in der Szene, in der Paul Goebel (Thure Lindhardt), der die Affäre mit der Toten hatte, zusammengekauert in der Badewanne lag und die Kamera über dem Duschkopf positioniert war, musste man unweigerlich an Hitchcock denken, in dem Fall ganz konkret an "Psycho".

Was Lindholm besser gelassen hätte

Als sie den Jogger, der in seinem Auto unterwegs war, zu Beginn des Films dazu veranlasste, in den Graben auszuweichen, hätte sie nach dessen berechtigter Kritik an ihrem Fehlverhalten im Straßenverkehr nicht die "Ich bin Polizistin, also zeigen Sie mir mal lieber ihr Warndreick"-Karte spielen sollen. Sorgt nur dafür, dass man der Polizei nicht traut.

Was Lindholm noch intensivieren könnte

Die Liaison mit dem Jogger, der zu Beginn in seinem Auto unterwegs war und sich später als durchaus nützlicher Oberst Andreas Friedrichs (Richard van Weyden) herausstellte, sollte noch ein bisschen länger gehen. Dass die Spannungen zwischen den beiden irgendwann in einem Kuss aufgehen würden, war klar. Gerne dürfen sich die beiden in einem der kommenden Filme nochmal zu einem Abendessen treffen.

Diese Gast-Stars waren im "Tatort" dabei.

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