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"Tatort"-Nachlese
Die Abgründe der Charlotte Lindholm

Bilder: "Tatort: Der Fall Holdt"
Bilder: "Tatort: Der Fall Holdt" FOTO: NDR/Marion von der Mehden
Düsseldorf. "Der Fall Holdt" ist Charlotte Lindholms 25. "Tatort" gewesen - doch es war kein Jubiläum, das Lust zum Feiern bereitete. Unser Schnellcheck. Von Henning Rasche

Darum ging's Die Ehefrau des Filialeiters der Volksbank Walsrode wird auf dem Weg zum Reitstall entführt. Der Mann versucht das Lösegeld auf eigene Faust zu übergeben, die Schwiegereltern schalten entgegen seines Wunsches die Polizei ein. Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) hält Ehemann Frank Holdt für verdächtig – so weit, so normal. Doch irgendwie liegen alle falsch.

Darum ging's wirklich Um das Drama der Charlotte Lindholm. Und um brutales Versagen der polizeilichen Ermittlungen. Man sieht eine Frau am Boden und niemanden, der ihr aufhilft. Während in der ausufernden Ratgeberliteratur der Teamgeist zum Sakrament erhoben wird, scheitert die Lösung dieses "Tatorts" auch, oder vielleicht vor allem an menschlichem Desinteresse. Da ist die junge aufstrebende Kollegin, die sich mit Lindholm vor allem zofft. Beide haben nicht den Hauch eines Verständnisses füreinander. Keiner hat hier überhaupt für irgendetwas Verständnis.

Der eine Satz "Sie sind eine gute Polizistin und jeder hat auch mal einen schwarzen Tag, aber Sie hatten ein paar zu viele", sagt der LKA-Chef am Ende des Films zu Charlotte Lindholm. Wenn man ehrlich ist, hatten alle Beteiligten ein paar schwarze Tage zu viel.

Das war nicht schön Wenn man die ersten zwei, höchstens drei Minuten abzieht, ist gar nichts schön in diesem Film. Es gibt keinen einzigen wohligen Moment, keinen Augenblick der Hoffnung, nur Abgründe, menschliche und seelische. Aber so ist das Leben manchmal.

Der Zeitpunkt für den Gang zur Toilette Etwa bis Minute 30 sollte der Zuschauer einhalten. Danach wird der Film etwas loser erzählt, und er verzeiht, wenn man mal ein bis drei Minuten verpasst. Mehr allerdings nicht.

Wie es weitergeht Die Rolle der Charlotte Lindholm scheint wie vor die Wand gefahren. Wie sie da herauskommen soll? Wir hätten einen Vorschlag: Die Drehbuchautoren könnten es mit einer neuen Liebschaft versuchen. Mal was Neues.

 
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