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Nachlese zum "Tatort: Level X"
"Kann nicht mal jemand dieses verdammte Internet abschalten?"

Szenen aus dem Dresdner "Tatort: Level X"
Szenen aus dem Dresdner "Tatort: Level X" FOTO: ARD
Düsseldorf. "Level X" ist der dritte Fall des neuen Teams aus Dresden. Die Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfel) und Karin Gorniak (Karin Hacuzewski) ermitteln mit ihrem Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) in der Social-Media-Szene. Von Katharina Mehles

So war`s Die Geschichte von Drehbuch-Autor Richard Kropf war spannend: Simson ist 17 Jahre alt und verdient schon Geld als "Prankster". Er spielt also Menschen Streiche und filmt sie dabei live fürs Internet. Als er sich mit einer Rockergang anlegt, wird er auf der Flucht vor laufender Kamera erschossen. Niemand hat etwas gesehen. Verdächtige gibt es viele: Der Mediziner, den Simson beim Handel mit Schmerzmitteln erwischt hat, der skrupellose Manager Magnus Cord (Daniel Wagner), der den Jungen vermarktet oder Konkurrent Scoopy, gespielt von Wilson Gonzales Ochsenknecht. Auch die schüchterne Emilia Kohn (Caroline Hartig) hat ein Motiv, wie sich im Laufe der Ermittlungen rausstellt. Sie war von Simson vergewaltigt worden. Ihr Freund konnte das nicht verkraften und erschoss den Social-Media-Star.

Der Star Für den Unterhaltungs-Faktor sorgt vor allem Martin Brambach als Chef Schnabel. Und das vor allem in diesem Fall, wo es um ""Prankster" und You-Tuber geht. Schnabel, der im Büro auch mal online bei einer Partnerbörse "vorbeischaut", steht in diesem Fall auch für die Zuschauer, die sich in der Welt des Internets nicht so gut auskennen. "Kann nicht mal jemand dieses verdammte Internet abschalten", sagt er in einer Szene verzweifelt. Martin Brambach lebt die Rolle des Beamten Schnabel geradezu. Einer wie Schnabel könnte theoretisch in jeder Dienststelle und in jedem Büro sitzen – das bringt ihn dem Zuschauer so nah.

Bester Dialog Schnabel ist der Mann im Dresdner Tatort, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. "Zuletzt hat er einen Rocker auf dem Klo gefilmt", sagt Kommissarin Henni Sieland über das Mordopfer. "Das heißt, er hat Scheiße zu Geld gemacht", sagt der Chef belustigt.

Was war schlecht? Ganz klar die schauspielerische Leistung von Wilson Gonzales Ochsenknecht. Klar, die Tatort-Macher haben mit seiner Verpflichtung wahrscheinlich auf die junge Zielgruppe geschielt. Trotzdem: Konkurrent Scoopy hätte man tiefgründiger spielen können, eine Miene reicht da nicht aus. Zwischenzeitlich ist die Handlung auch etwas anstrengend, weil es so viele Nebenschauplätze gibt.

Gibt es Prankster auch in Deutschland? Ja, es gibt You-Tube-Kanäle, die sich  Prank-Channel nennen, zum Beispiel MunichMadness oder PrankBros. Der Trend kommt aber ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. Prankster bedeutet auf Deutsch "Schlingel".

 

 
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