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"Tatort" aus Frankfurt
Nicholas Ofczarek – dieser Mann gab dem Bösen ein Gesicht

Fotos: "Tatort – Die Geschichte vom bösen Friederich"
Fotos: "Tatort – Die Geschichte vom bösen Friederich" FOTO: HR/Bettina Müller
Frankfurt. Immer wieder sind die Bösen im "Tatort" diejenigen, die die Krimis so sehenswert machen – so wie nun in "Die Geschichte des bösen Friederich". Man wünschte sich eine Fortsetzung mit Nicholas Ofczarek. Von Christian Spolders

Zum dritten Mal spielte Nicholas Ofczarek nun bereits in einem "Tatort" mit, doch es ist dieser Film aus Frankfurt, mit dem er wohl den meisten Zuschauern in Erinnerung bleiben wird. Als totaler Psychopath trat er in seiner Rolle des Alexander Nolte von der ersten bis zur letzten Minute in "Die Geschichte des bösen Friederich" auf – und war damit der Star des Krimis.

Tanzen, planen, töten – Ofczarek spielt Nolte genial

Er tanzt wie ein Verrückter zu Rammsteins "Asche zu Asche" in seiner nahezu leeren Wohnung, schmiedet im knappen Schlüpfer einen Plan, wie er an Kommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) rankommt, deutet auf dem Balkon seiner Wohnung einen Suizid an, nur um anschließend unter freiem Himmel über seine Psychotherapeutin Helene Kaufmann (Ursina Lardi) herzufallen, und mordet gleich mehrere Male eiskalt. Vor 19 Jahren ertränkte er seine Freundin in der Badewanne, zu Beginn des Films ersticht er einen Obdachlosen, er tötet die Katze von Janneke und erschlägt den Mann, mit dem die Polizisten einen One-Night-Stand hatte.

Dass er am Ende nicht auch noch seine Psychotherapeutin erwürgt, mit der eine Beziehung hat, liegt nur daran, dass sie ihn im letzten Moment erschießt – und somit dafür sorgt, dass Ofzcarek zumindest in der Rolle des Nolte nicht mehr in den "Tatort" zurückkehren wird. Anders als zum Beispiel Lars Eidinger, der in Kiel zweimal (2012 und 2015) den Mörder Kai Korthals spielte. Vielleicht noch ein bisschen genialer als Eidinger, da wahnsinniger und skrupelloser zugleich, spielte Ofczarek seine Rolle.

Ofczarek der Sohn zweier Opernsänger

Das Talent wurde dem 1971 in Wien geborenen Österreicher von seinen Eltern Roberta und Klaus, die Opernsänger waren, in die Wiege gelegt. Seit Beginn der Neunziger Jahre spielt der heute 44-Jährige vor allem viel Theater, ist Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters und spielte von 2010 bis 2012 den Jedermann der Salzburger Festspiele. 

Neben TV-Rollen in "Kommissar Rex" und "Medicopter 117 – Jedes Leben zählt" sowie "Falco – Verdammt, wie leben noch!" und "Unter Feinden" war er auch schon zweimal im "Tatort" zu sehen. 2008 spielte er in "Der oide Depp" aus München eine Nebenrolle an der Seite der Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl), 2010 in "Operation Hiob" aus Österreich zusammen mit Harald Krassnitzer alias Moritz Eisner.

Zu sehen war Ofczarek, der 2012 eine Romy als beliebtester Schauspieler gewonnen hat, auch in "Jesus liebt mich", in dem Jessica Schwarz und Florian David Fitz die Hauptdarsteller waren. Ofczareks Rolle: die des Satan. Im Frankfurt-"Tatort" spielte er nun erneut den Teufel – und gab dem Bösen somit ein Gesicht.

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(spol)
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