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Lena Odenthal im Krankenhaus
Warum das "Tatort"-Ende so unrealistisch ist

Foto: Bilder aus dem "Tatort: Du gehörst mir"
Foto: Bilder aus dem "Tatort: Du gehörst mir" FOTO: SWR/Alexander Kluge
Ludwigshafen. In einer der letzten Szenen dieses "Tatort" aus Ludwigshafen steht Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) im Krankenhaus am Bett einer jungen Frau und wird gebeten, die Geräte mit den lebenserhaltenden Maßnahmen auszustellen. Von Christian Spolders

Zuvor erlaubte der Arzt der Mutter der Patienten, dass sie die entsprechenden Knöpfe auf einem Display drücken dürfe, um das Leben der Frau, die ins Koma geprügelt wurde und nicht mehr aufwachen wird, zu beenden. Die Mutter jedoch bat Odenthal um diesen Gefallen.

"Abschaltung erfolgt stets durch ärztliches Personal"

Im wahren Leben ist solch ein Szenario allerdings unrealistisch. "Die Abschaltung der Geräte erfolgt stets durch das ärztliche Personal des Krankenhauses - niemals jedoch durch die Angehörigen oder gar eine dritte Person", erklärt Hanno Siekmann, Jurist der Deutschen Stiftung Patientenschutz. "Für einen Arzt, der dieses Handeln bewusst an unbeteiligte Personen aus der Hand gibt, könnten sich haftungsrechtliche Konsequenzen ergeben." Allerdings sei dies immer anhand des konkreten Einzelfalls zu beurteilen.

Dass die Mutter über den Tod ihrer Tochter entscheidet, ist allerdings realistisch. Wie die ARD mitgeteilt hat, gebe es für die im Koma liegende Frau keine Patientenverfügung. "Sollte eine solche Vollmacht nicht bestehen, so muss das Betreuungsgericht eingeschaltet werden und einen Betreuer einsetzen", sagt Siekmann. Diese Betreuerin könnte aber durchaus die Mutter sein, für sie müsse aber der Wille der Tochter Maßstab sein. "Besteht, wie vorliegend, Konsens zwischen Mutter und dem Arzt über die Abschaltung der Geräte, bedarf es keiner Mitwirkung des Betreuungsgerichtes (§ 1904 BGB)", erklärt Siekmann.

Hinweis: Da die ARD mitgeteilt hat, dass es keine Patientenverfügung für die im Koma liegende Frau gibt, haben wir den letzten Absatz dieses Textes nochmal überarbeitet.

Wie sich die ARD-Rechtsredaktion zum Abschalten der Geräte äußerte, lesen Sie hier.

Unsere ausführliche Nachlese zum "Tatort" lesen Sie hier.

Quelle: RP
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