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"Tatort: Meta" im Schnell-Check
Robert Karow ist cooler als Nick Tschiller

Szenenbilder aus dem "Tatort: Meta"
Szenenbilder aus dem "Tatort: Meta" FOTO: rbb/Reiner Bajo
Düsseldorf. Der neue Fall "Meta" spielt auf der Berlinale und riskiert einige Experimente. Ganz ohne logische Fehler geht das nicht über die Bühne. Dafür klebt sich der Kommissar Stichwunden neuerdings mit Gafferband zu. Der Berliner Fall im Schnell-Check. Von Martina Stöcker

Worum ging es: Kommissar Robert Karow (Mark Waschke) bekommt ein Päckchen ins Büro, darin findet sich ein abgetrennter Finger. Hinweise führen zu einer Filmproduktion und dem Film "Meta", der auf der Berlinale Premiere feiern soll. Karow und seine Kollegin Nina Rubin (Meret Becker) können kaum glauben, dass der Film ebenfalls mit einem Paket beginnt, das einen Finger enthält. Der Spielfilm zeigt den Ermittlern immer, was als Nächstes passiert. Der normale Krimi und der "Meta"-Film laufen immer szenenweise parallel, am Ende werden noch Original-Sequenzen aus dem Hollywood-Klassiker "Taxi Driver" mit Robert De Niro eingestreut. Drei Filme in einem – das passt zu einem Berlinale-"Tatort".

Ominöser Geheimbund Drahtzieher der Morde soll die Organisation Gehlen sein, der Vorläufer des Bundesnachrichtendiensts (BND) und Hort für Alt-Nazis. Wie immer, wenn Geheimdienste im Spiel sind, entwickeln alle Beteiligten eine Paranoia. Karow, der verbissen seiner Theorie folgt, gibt diese am Ende nur auf, weil er nicht als unzurechnungsfähig erklärt werden und in der Psychiatrie enden möchte. Die Organisation Gehlen bestand aus ehemaligen Angehörigen der Abteilung "Fremde Heere" des Generalstabs, die schon im Ersten Weltkrieg bestand. Nach 1945 baute Reinhard Gehlen, ein Generalmajor und später erster Präsident des BND, im Auftrag der Amerikaner diesen Dienst auf und rekrutierte vor allem alte Mitarbeiter aus SS, SA, Gestapo und Wehrmacht. Viele von ihnen bekamen eine neue Identität.

Filmfehler Kommissar Karow analysiert den Film "Meta" genau und findet einen Filmfehler: Ein Kommissar trägt in der einen Szene noch seine Uhr, in der anderen nicht mehr. Auch den "Tatort"-Machern ist ein Logikfehler passiert. Als Karow in einem American Diner mit einer jungen Prostituierten spricht, nuckelt diese an einem Milchshake. Das Glas ist je nach Perspektive halbleer und am Ende der Szene wieder komplett unangetastet.

Coolness-Faktor Kommissar Karow läuft langsam Hamburgs Nick Tschiller (Til Schweiger) den Rang ab, was Härte, Skrupellosigkeit und Coolness angeht. Er stellt sich als Einzelgänger gegen eine ganze Zuhälterbande, umwickelt seine Stichverletzung am Bauch mit Gafferband und rennt auffallend oft nackt durch die Gegend. Und wie Robert De Niro in "Taxi Driver" versucht er, eine junge Prostituierte aus dem Milieu zu befreien. Doch anders als im Hollywood-Film gibt es im "Tatort" kein Happy End.

Dialog Karow: "Wenn Sie den Film einmal gesehen haben, gibt es kein Zurück mehr." Rubin: "Da hab' ich aber Angst."

Privatleben Die beiden Ermittler bleiben auf Distanz. Rubin möchte Karow nicht nur als Kollegen sehen, sondern auch als Kumpel. Aber Karow macht ihr klar, dass man nicht gemeinsam Nudeln mit Tomatensoße essen werde. Für ihn zähle immer nur der Fall, sonst nichts. In Rubins Leben wird es immer einsamer. Nun will auch der jüngste Sohn zum Vater ziehen, sie geißelt sich als schlechte Mutter, die dann aber am Ende natürlich den Wunsch ihres Kindes akzeptiert. Es bleibt dramatisch in Berlin.

Bestes Ende Nach der typischen Abspann-Musik gibt es noch mal einen Film im Film, die "Tatort"-Premiere im Kino, bei der der echte Regisseur Sebastian Marka ebenfalls von zwei Polizisten zum Verhör mitgenommen wird.

(mso)
 
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