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Abschied von Kommissarin Lorenz
Zum Glück gab es keinen "Tatort"-Kuss

Bilder aus dem "Tatort: Verbrannt"
Bilder aus dem "Tatort: Verbrannt" FOTO: NDR/Alexander Fischerkoesen
Meinung | Salzgitter. Am Ende wurde es in diesem "Tatort" fast schnulzig - und obwohl man irgendwie mehr als zwei Jahre gehofft hatte, dass sich die Kommissare Falke (Wotan Wilke Möhring) und Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) zumindest auf eine Liaison einlassen, war es nach diesem Fall angebracht, dass es nicht zum Kuss kam. Von Christian Spolders

Denn "Verbrannt", der letzte Fall mit Schmidt-Schaller, sollte in Erinnerung bleiben als das, was er ist: Ein guter Film über einen wahren Asyl-Skandal, der ab 2005 die Justiz beschäftigte. In Dessau war Oury Jalloh aus Sierra Leone in seiner Gefängniszelle verbrannt, der Dienststellenleiter erst knapp acht Jahre später wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

 

Auch im Film ist es der mehr als unsympathische Dienststellenleiter (gespielt von Werner Wölbern), bei dem man von Beginn an ahnt, dass er der Böse ist. Der "Ich bin Hagen"-Monolog vor seinen schweigenden Kollegen im Finale ist großartig inszeniert, bereits zuvor lassen die Bilder der Grillpartys dem kultivierten Zuschauer einen Schauer über den Rücken laufen, denn vermutlich sind diese Szenen in einigen Städten durchaus Usus.

"Natürlich ist Oury Jalloh kein Einzelfall", sagt Drehbuchautor Stefan Koditz, und genau darum kam dieser bereits vor knapp einem Jahr gedrehte Film in der aktuellen Flüchtlingskrise zur rechten Zeit. Denn er ruft in Erinnerung, wie es Flüchtlingen in Deutschland wirklich geht.

Hier geht es zu den Bildern des Films.

(spol)
 
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