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Kritik zum München-"Tatort"
Ein bisschen wie eine Zoo-Doku mit gruseliger Musik

Szenen aus dem "Tatort: Einmal wirklich sterben"
Szenen aus dem "Tatort: Einmal wirklich sterben" FOTO: ARD/BR
München. Der 71. Fall der Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) war nicht der packendste seit ihrem Dienstbeginn 1991. Allerdings wartete der "Tatort" mit einem Ende auf, das Stoff für eine Fortsetzung bietet. Von Christian Spolders

90 Minuten in 90 Zeichen

Frau entführt Jungen mit ähnlichem Tragödien-Hintergrund, lässt ihn laufen und tötet sich.

Den kenne ich doch irgendwoher

Harald Windisch spielt Daniel Ruppert – den Mann, der seine Familie vor 15 Jahren getötet und nun erneut eine Schussverletzung überlebt hat. Vor einigen Monaten war der Österreicher bereits im "Tatort: Grenzfall" als Max Ryba an der Seite von Harald Krassnitzer zu sehen, außerdem just im neuen James-Bond-Film "Spectre", da allerdings nur in einer Nebenrolle als Angestellter in einer Klinik.

 

 

Der nächste Suizid

Beim "Tatort" häufen sich in den vergangenen Wochen die Suizide – immer wieder richten sich Protagonisten am Ende der Fälle selbst, dieses Mal Emma Meyer (Anna Drexler). Eine Entwicklung, die die Drehbuch-Schreiber überdenken sollten.

Die mögliche Fortsetzung

Wieder kommt eine Mörderin ungestraft davon, dieses Mal Lissy Berger (Andrea Wenzl). Leitmayr scheint zwar zu ahnen, dass nicht Emma ihren Vater Daniel Ruppert und dessen neue Frau angegriffen hat, sondern ihre Freundin Lissy. Doch die schiebt den Mord an der Frau einfach auf die tote Emma. Zu dem Zeitpunkt glaubt sie noch, dass auch der Mann die Attacke nicht überstanden hat. Problem: Ruppert hat überlebt – und könnte noch die wahre Geschichte der Tatnacht erzählen. Folgen die Drehbuch-Autoren dem Vorbild aus Kiel, wo Lars Eidinger in seiner Rolle als Kai Korthals in "Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes" ein zweites Mal zu sehen war, darf der Fall aber ein bisschen mehr Fahrt haben.

Der irritierendste Spruch

"Die Tauben haben mein Auto vollgekackt. Und Taubenkacke ätzt den Lack weg", sagt der leibliche Vater von Quirin, Bernhard Helmbrecht (Simon Schwarz). Das ist seine Erklärung, warum er einmal auf Vögel geschossen hat.

Die rausgeschnittene Szene

Gut, dass diese Szene nicht im Film zu sehen war – Frau Wallner geht einem ohnehin auf den Geist mit ihrem ständigen Nachgefrage und Kuchen-Gebacke. Wer sie sich dennoch anschauen will – hier geht es zum Video.

Da geht einem als Münchner das Herz auf

Zebras, Eisbären, Paviane – so ein bisschen was hatte der "Tatort" von einer der Zoo-Dokus, die den öffentlich-rechtlichen Sendern so am Herzen liegen. Vermutlich wird jeder Zuschauer aus München eines der Tiere aus dem Tierpark Hellabrunn sogar wiedererkannt haben. Immerhin sorgten die Elefanten dafür, dass Quirin endlich wieder zu reden begann, was ihm vielleicht sogar am Ende das Leben gerettet hat.

Die gruseligste Musik

Ein Mädchen summt die Melodie einer Spieluhr – in nahezu jedem Horror-Film würde man nun den Mega-Schocker erwarten, im "Tatort" traben glücklicherweise nur ein paar Zebras durch die Nacht. Hier können Sie sich das Lied noch einmal anhören, das von Martin Probst komponiert und seiner Tochter Tania eingesummt wurde.

Hier geht es zu den Bildern des Films.

Die Folgen der aktuellen "Tatort"-Saison und unsere Kritiken finden Sie hier.

Quelle: RP
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