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"Tatort: Stau"
Die Spur führt in den Stau

Szenenbilder aus "Tatort: Stau"
Szenenbilder aus "Tatort: Stau" FOTO: SWR/Alexander Schäfauer
Stuttgart. Wenn das Ziel dieser ersten Tatort-Minuten ist, den Zuschauer co-aggressiv zu machen, muss man sagen: Mission erfüllt. Richy Müller und Felix Klare suchen im Stau nach einem Mörder. Ein anstrengender und guter "Tatort". Von Barbara Grofe

Ein Mann wird von seinem Chef gedrängt, nach Feierabend noch ein Päckchen wegzubringen. Ein Vater kommt zu spät in die Kita seines Sohnes und wird dann noch pädagogisch wertvoll von der Erzieherin zugeschwäbelt. Eine Managerin spricht mit ihrem Chauffeur, als wäre der ein Insekt.

Gemeinsam haben diese Menschen, was dann passiert: Sie setzen sich in ihre Autos und fahren in einen Stau, der Stuttgart lahm legt. Dieser Stau ist das Setting für den neuen Tatort mit Richy Müller und Felix Klare. Er ist ein bisschen wie der "Mord im Orient-Express" auf der Straße – und er ist verdammt gut.

Thorsten Lannert (Müller) und Sebastian Bootz (Klare) werden verständigt, weil es eine Tote in einem Wohngebiet gibt. Der einzige Weg weg von dort führt in den Stau, was heißt: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Täter auch dort befindet, ist groß. Heißt aber auch: Die Kommissare haben für ihre Ermittlungen nur so lange Zeit, wie der Stau dauert. In diesem wird gestritten und genölt, geheult und palavert, es ist dunkel und usselig, Menschen haben Angst, sind genervt. Jeder Wagen ist ein eigener kleiner Kosmos mit eigener, geschlossener Geschichte.

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Gedreht wurde der zweite neue "Tatort" nach der Sommerpause in einer Freiburger Messehalle. Dort wurde die gesamte Straße nachgebaut. Die Aufnahmen der Stadt, das Panorama im Hintergrund, wurden später per Bluescreen eingefügt. Anders, so sagt Regisseur Dietrich Brüggemann, wäre das nicht möglich gewesen: Man kann schließlich auf der Neue Weinsteige, eine der zentralen Straßen Stuttgarts, nicht über Wochen drehen.

Brüggemann beschreibt in "Stau", was mit Menschen passiert, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, wenn sie die Kontrolle verlieren. Und er beschreibt das so gut, dass man als Zuschauer erst ein bisschen und dann sehr ungeduldig wird und sich nichts mehr wünscht, als dass sich dieser elende Stau endlich auflöst und der Täter gefunden wird.

"Tatort: Stau", Das Erste, Sonntag, 20.15 Uhr

Quelle: RP
 
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