| 11.40 Uhr

Die Nachlese zum "Tatort: Sternschnuppe"
Ein Castingshow-Mord an Bohlens Geburtstag

Szenenbilder aus dem Wiener Tatort "Sternschnuppe"
Szenenbilder aus dem Wiener Tatort "Sternschnuppe" FOTO: dpa, soe
Düsseldorf. Selten war ein Wiener "Tatort" so witzig und so bissig wie der Fall "Sternschnuppe". Ausgerechnet an Dieter Bohlens 62. Geburtstag wurde sein österreichisches Alter ego im Krimi ermordet. Der ORF traut sich was.

Warum ein Castingshow-"Tatort"?

Der Krimi "Sternschnuppe" wurde im vergangenen Jahr zwischen April und Mai gedreht, als Wien als Ausrichter mitten im Song-Contest-Fieber war. Conchita Wurst hatte den Wettbewerb in die österreichische Hauptstadt geholt - der 60. ESC fand vom 19. Bis 23. Mai 2015 statt. Damit war Wien zum zweiten Mal nach 1967 Austragungsort des internationalen Musikwettbewerbs. Das Motto lautete Brücken bauen, und dabei hatten die Nachbarn Deutschland und Österreich eines gemeinsam: Keiner der beiden Kandidaten – Ann-Sophie und The Makemakes bekam auch nur einen Punkt im Finale. Für Deutschland war es die dritte und für Österreich die vierte Teilnahme komplett ohne Punkte. Doch für Österreich wog das doppelt schwer, denn es war das erste Mal, dass das Gastgeberland überhaupt keine Punkte bekam. Am 12. Februar entscheiden die Österreicher übrigens in einem nationalen Vorentscheid, wer in diesem Jahr nach Stockholm fahren darf.

Muss man den kennen?

Nein, aber man sollte ihn sich merken.  Kriminalassistent Manfred Schimpf, gespielt von  Thomas Stipsits, ist bereits zum vierten Mal im Wien-"Tatort" dabei. Sein Rollenprofil: männliche Quasselstrippe. "Man kennt doch diese überambitionierten Kollegen, die alles richtig machen wollen und dann genau in dem Moment das Falsche machen. Schimpf ist so einer. Aber er will etwas lernen, und Moritz Eisner ist sein großes Vorbild. Ich hoffe, dass er seinen Humor behält, es ihm aber gelingt, sich im Team zu festigen", sagte Stipsits in einem Interview mit dem Haussender ORF.

Von wem stammt die Musik?

Im Vorspann wurde es kurz eingeblendet: Der Song "Gone" stammt von Rafael Haider, der im "Tatort: Sternschnuppe" auch die Rolle des jungen Catingshow-Kandidaten Aris Graf spielt. Das Lied hat er zusammen mit seinem Vater geschrieben und komponiert.  "Wir haben zwar schon öfter miteinander musiziert, aber das war das erste Mal, dass wir gemeinsam an einem Song gearbeitet haben", erklärt der Schauspieler. Haider stammt aus Tirol und ist 24 Jahre alt. Singen und Schauspielern seien für ihn gleich wichtig, sagte er weiter.

Wie die Stadt wegkommt

Man sieht vor allem Villenviertel, aber auch ein paar zünftige Kneipen, in denen Live-Rockmusik gespielt wird.

Das bleibt in Erinnerung

Die bizarre Autotheorie von Bibi Fellner (Adele Neuhauser): Das Auto, das man fährt, spiegelt den Sexualpartner wider, den man sich wünscht. Jeder, der wie Eisner einen grauen VW-Golf fährt, kann nun überlegen, was das bedeutet: Unauffällig, aber zuverlässig. Fellner selbst mit ihrem amerikanischen Muscle-Car, einem Pontiac Firebird, scheint sich nach einem starken, sehr männlichen Partner zu sehnen. Und was ist mit all denen, die gar kein Auto haben?

Der beste Dialog

Da gibt es dieses Mal einige gute. Zum Beispiel: "Schlecht gelaunt bist du mir lieber", sagt Fellner zu ihrem Kollegen Eisner im Auto. "Und du bist nüchtern nicht zum Aushalten", kontert dieser. Alles wieder gut, beide lachen. 

Zufall oder Absicht?

Die ARD zeigte den Tatort um den Mord an einem Musikproduzenten und Castingshow-Oberjuror ausgerechnet am 62. Geburtstag von Dieter Bohlen. Gut, dass bei aller Parallelen zwischen den beiden Pop-Titanen am Anfang der Hinweis eingeblendet wird, dass die Geschichte frei erfunden sei und jede Ähnlichkeit zufällig.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Tatort Sternschnuppe: Castingshow-Mord an Dieter Bohlens 62. Geburtstag


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.