| 12.55 Uhr

"The Story Of My Life"
Boris und Lilly Becker auf Zeitreise ins Alter

Düsseldorf. Boris und Lilly Becker werden künstlich gealtert. In der neuen VOX-Show "The Story Of My Life" erzählt der Ex-Tennis-Profi, wo er bestattet werden will. Die Umsetzung des Sendekonzepts ist ausbaufähig. Von Julia Zuew

Tiefe Falten sind im Handspiegel zu sehen, ein kritischer Blick streift das Abbild: "Ich finde es nicht schlimm", sagt Ex-Tennis-Profi Boris Becker. Gemeinsam mit Ehefrau Sharlely "Lilly" Becker (40) ist der 49-Jährige der erste Gast der neuen Show "The Story Of My Life" bei VOX. Für 60 Minuten Programm reichen allerdings ein Promi-Pärchen, Maskenbildner und eine gemütliche Fragerunde mit Moderatorin Désirée Nosbusch nicht aus.

Die Idee klingt zunächst spannend: In jeder Sendung wird ein prominentes Paar in der Maske um 20 und 40 Jahre gealtert. Anschließend sehen die Teilnehmer zum ersten Mal selbst das ältere Ich – aber auch die Partner. Nosbusch leitet anschließend ein Gespräch ein, dass die Gäste in ihre gealterten Rollen versetzen soll. Die Beckers sprechen beispielsweise – mit künstlich ergrauter Haarpracht und in gediegene Klischee-Outfits der jeweiligen Altersgruppe gekleidet – darüber, wie sie beerdigt werden möchten, wie sie bestimmt noch mit 80 und 89 Wodka und Whiskey trinken und "im Kopf immer noch ich" bleiben werden.

Nosbusch setzt sich als Moderatorin nicht durch

Boris und Lilly Becker gehen für die neue TV-Show zum Altern in die Maske. FOTO: VOX / Benno Kraehahn

Bevor Boris und Lilly Becker ihre Reise in die Zukunft antreten, im Körper und im Geiste, wird jedoch gefühlt die Hälfte der Show mit der Geschichte vom Kennenlernen des Paares, alten Fotos und viel Gekicher gefüllt. So ganz kauft man es Moderatorin und Gästen nicht ab, dass die Präsentation spontan sein soll. Etwas verkrampft läuft das Gespräch zwischen Nosbusch und dem Paar. Hin und wieder macht sich Nosbusch mit einzelnen Fragen und Ansätzen eines Gesprächs bemerkbar, nur um die Zügel anschließend wieder abzugeben.

Die Uhr wird hinter den Kulissen 20 Jahre nach vorne gedreht. Als die Enthüllung bevorsteht, meint man als Zuschauer, zumindest jetzt dem von Nosbusch bereits in Werbung und Begrüßung angekündigten großen Erlebnis und einem Tumult der Gefühle beizuwohnen. Fehlanzeige: Zwar haben die Maskenbildner ordentliche Arbeit geleistet, aber die ersten zehn Minuten des Wiedersehens vergehen zumindest bei Beckers zum größten Teil mit Lillys "Oh my god, you look so old" und neckischen Sticheleien des seit bald acht Jahren verheirateten Ehepaares.

Die künstlich gealterte 60-jährige Lilly Becker und der ebenfalls alt geschminkte 69-jährige Boris Becker im Studio beschäftigen sich nach dem ersten Blick auf den Partner und in den Spiegel auf Nosbuschs Anregung hin damit, wie wohl ihr Verhältnis zu ihren Kindern mit zunehmendem Alter sein wird, was man voneinander in den kommenden 20 Jahren erwarte und auf was für ein Leben man mit 60 und knapp 70 Jahren zurückblicken werde.

Boris Becker gefällt sich besser in alt

Im nächsten Durchlauf – dann sind Beckers künstlich um weitere 20 Jahre gealtert worden – folgt in der Schlussrunde der wohl einzig spannende Teil der "Zeitreise". "Ich gefalle mir mit 89 am besten", sagt Boris Becker zum Schluss beim Vergleich aller drei Bilder. "Weil ich glaube, dass mit 49 der beste Teil meines Lebens beginnt und ich mit 89 aufgehört habe, zu kämpfen." Um seine etlichen physischen Traumata aus der Sportkarriere mache er sich keine Gedanken. "Damit habe ich mich schon lange vorher auseinandergesetzt und abgefunden." Und: Er möchte in Wimbledon bestattet werden. "Aber mit Grabstein", anders als seine Gattin.

Lilly Becker möchte nach ihrem Tod eingeäschert werden, die Asche soll verstreut werden, irgendwo auf der See, wie sie selbst sagt. Dies sorgt beim Paar für eine hitzige Debatte. Ebenso wie die Tatsache, dass Lilly Becker die Optik mit 60 und 80 doch etwas beklemmend findet. "Das macht mir schon bisschen Angst." Verständnis zeigt ihr Gatte nicht, der möchte dem Alter gegenüber "demütig sein" und sieht die Verwandlung mehr spannend als furchteinflößend.

Ein Liebesgeständnis aus der Klischee-Knigge

"Ohne dich hätte ich es nicht geschafft", sagt Boris Becker zum Abschluss der Sendung zu seiner Frau. "Ich wäre auf den Autobahnen dieses Lebens umgekommen." Um das Klischee anschließend perfekt abzurunden, werden zum Schluss der Sendung Fotos von dem in der Maske gealterten Paar eingeblendet. Die Bilder erinnern eher an ein Fotoshooting für die Best-Ager-Abteilung eines Versandkatalogs, als an verliebte Pärchenbilder. Viel Luft nach oben für die nächste Ausgabe.

In der nächsten Folge am Dienstag um 20.15 Uhr werden Model und Moderatorin Rebecca Mir und Massimo Sinató bei der VOX-Show zu Gast sein.  

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