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"The Voice Kids"
Mit Lukas gewinnt der Richtige

The Voice Kids: Gewinner 2016 ist der 13-jährige Lukas aus Team Mark
Der glückliche Sieger: Lukas. FOTO: dpa, jka
Düsseldorf. "Super, super, super" lobten Coaches und Moderatoren nach jedem Auftritt der sechs Talente. Die Zuschauer aber twitterten über "eine der schwächsten Staffeln". Was dem Finale von "The Voice Kids" fehlte, war die Kritik. Mit Lukas (13) aus Team Mark gewinnt am Ende der Richtige, weil die Bescheidenheit siegte. Von Jessica Balleer

Weltstar Birdy eröffnet die Show

An der Seite von Sängerin Birdy eröffneten die Talente den Abend. Mit ihr performten die Kids den Hit "Keeping your head up". Konfettiregen und weiße Luftballons stimmten in einen Finalabend ein, der sich durch musikalisches Talent, aber auch Kritiklosigkeit auszeichnete. Zu Recht gewinnt am Ende der bescheidene Lukas aus Team Mark 15.000 Euro und die Chance auf einen Plattenvertrag, weil er bescheiden bleibt und ein Lied der wohl größten Sängerin unserer Zeit meistert.

Überheblicher Noël geht zuerst

Den ersten Solo-Auftritt hatte einer der großen Favoriten: Noël (13), der in den Blind Auditions mit der anspruchsvollen Ballade "Rise like a Phoenix" von Conchita Wurst alle drei Coaches überzeugte, sang im Finale "Love Runs Out". Das Lied, das selbst One-Republic-Sänger Ryan Tedder auf der Bühne regelmäßig überfordert, wirkte auch für das Talent zu anspruchsvoll. Der zweifellos begabte Sänger, fiel aber nicht nur durch den schwachen Auftritt, sondern vor allem mit seinem Verhalten auf: Aufgesetzt und überheblich kam er in Interviews herüber und man musste sich fragen, wie viel Bühnenluft ein 13-Jähriger schon schnuppern und wie erwachsen er sich geben sollte. Dass gleichzeitig kein kritisches Wort zu seinem Auftritt folgte, grenzte an die Verweigerung erzieherischer Maßnahmen. Dass sich Coach Sasha für die zweite Kandidatin Shanice und damit doch gegen Noël entschied, brachte zumindest bedingt Erleichterung.

 

Der Überheblichkeit aber war damit kein Ende gesetzt. Im Gegenteil. Keine Zwischenmoderation schien ohne Superlativ und dreifaches "Super-Super-Super" auszukommen. Bayern-Trainer Pep Guardiola hätte es nicht besser formulieren können. Lobeshymnen hielt man dabei nicht nur auf die Talente. Vor allem Moderator Thore Schölermann wurde nicht müde, das SAT.1-Format mit süßem Eigenlob zu bepinseln. Den negativen Höhepunkt erreichte das, als er behauptete: "Ganz Deutschland hängt jetzt an den Telefonen." Angenehmer, weil unaufgeregter, wirkten Moderatorin Chantal Janzen – und das Team von Mark Forster.

Team Mark punktet mit Sympathie

Das Team von Coach Mark Forster hingegen überzeugte mit Charakterstärke. Beim Team-Song "Keinen Zentimeter" (Clueso) punkteten Coach Mark, Lara (13) aus Saalfeld und der Österreicher Lukas (13) als eingeschworenes Trio. Vor allem Lara hatte die Zuschauerherzen in den Wochen zuvor durch ihre sympathische, ehrliche Art gewonnen. Als "Zauberwesen aus einer anderen Welt" kündigten die Moderatoren ihren Auftritt ("Blank Space") an. Mit ihrer unverwechselbar rauen Stimme legte die 13-Jährige den bis dato stärksten Auftritt hin. Der Österreicher Lukas toppte das aber noch: Mit der anspruchsvollen Nummer "If I ain't got you" von Alicia Keys‘ ging es für ihn in die nächste Runde. "Unfassbar gut gemacht" lobte Lena Meyer-Landrut zurecht.

Lena wählt Ridon aus Duisburg weiter

Als Titelverteidigerin war Lena mit ihrem Team in das Finale gegangen. Der Halb-Italiener Matteo (12), ein blonder Engel, der an den jungen Hansi Hinterseer erinnert, ließ wohl die Herzen aller Mütter höher schlagen. Im weißen Anzug schmetterte er die italienische Ballade "Caruso". Das Herz von Lena aber schlug für Ridon (13) aus Duisburg: Er setzte bei "Man in the Mirror" auf seine tiefe Stimme. Ridon ging in die Finalrunde, während der dritte Favorit die Segel strich.

 

Lukas gewinnt mit Adele-Song Shanice aus dem Team Sasha eröffnete die Finalrunde. Sie sang "Impossible". Coach Sasha fand das "wundervoll." "Das war ganz, ganz, ganz toll", urteilte Mark Forster und auch Shanice Mutter war "total geflasht". Und ihr Auftritt war durchaus mehr als ambitioniert. Dass aber erneut jeglicher Kritik entbehrt wurde, wirkte zunehmend unglaubwürdig. Auch der Duisburger Ridon hatte mit einem Lied von den Söhnen Mannheims ein, zwei Etagen zu hoch gegriffen. Anders war das erneut bei dem 13-jährigen Lukas aus dem Team Mark. Er versuchte sich erfolgreich an "When we were young" von Adele.

Lukas begleitete sich sogar selbst am Klavier. Erste Feuerwerkskörper fielen da schon auf die Bühne und ein richtiger Gedanke machte sich schon breit: der bescheidene Österreicher wird gewinnen. Zum Glück.

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