| 14.00 Uhr

"The Voice of Germany"
Die dreifache Katy Perry performt im Swing-Kostüm

Die Coaches von "The Voice of Germany"
Die Coaches von "The Voice of Germany" FOTO: dpa
Düsseldorf. Acht Kandidaten der Castingshow "The Voice of Germany" schafften es von den Blind Auditions in die Teams. Von der "German Rihanna" bis zur dreifachen Katy Perry im Swing-Kleid, gab es auf ProSieben wieder viel Unterhaltung und gute Musik. Von Jessica Balleer

Von der Dönerbude auf die Bühne

Der 21-jährige Samuel Türksoy aus Aalen arbeitet eigentlich im Dönerladen der Familie. Doch er war der erste, der es am Donnerstagabend in die nächste Runde von "The Voice of Germany" schaffte. Der singende Balletttänzer holte alles auf die Bühne, was er an seinem Hobby liebt: Spannung, Ausdruck und Liebe brachten ihn in das A-Team von Andreas Bourani.

Nicht schön, aber selten

"Tut der so oder ist das echt?!", fragte Smudo von den Fantastischen Vier noch, da hatten schon alle anderen Coaches auf den Buzzer gedrückt. Doch anstatt den erwarteten "tätowierten Seemann" zu sehen, stand dort ein "handsome Windsurfer": Tobias Vorwerk (25) legte eine Country-Einlage hin, die Michi Beck eher mit "What the fuck" als "Oh wie schön" beschreiben wollte. Andreas Bourani wünschte sich von dem Mann mit der außergewöhnlichen Stimme "Alle meine Entchen". Diesem Wunsch kam Vorwerk nachträglich per Facebook nach und titelte ganz passend: Nicht schön, aber selten.

"DIE LADY's" aus Berlin setzten auf die Dreißigerjahre: strenge, karierte Kleider, hohe Schuhe und toupierte Haare. Das Trio bot eine launige Version von Katy Perrys "Roar" und swingte über die Bühne. Einzig Rea Garvey erwischte einen wohl eher schwachen Moment, als er in letzter Sekunde buzzerte. Die anderen Jurymitglieder und viele Zuschauer vertraten aber die Ansicht, die ein Twitter-User auf den Punkt brachte: "In einem Festzelt würde es gehen. Mit Bier. Mit viel Bier. #TVOG"

Weniger diskutiert war der solide Auftritt von Berlinerin Jazzy Gudd. Als sie "Schlaflos" performte, hätte auch das Original, die Band "Jennifer Rostock" auf der Bühne stehen können: Rauhe Stimme, Tattoos und bunte Haare sorgten für Verwechslungsgefahr mit Frontfrau Jennifer Weist. Spätestens ab dann stimmte der Lieblingsspruch der Fantastischen Zwei: "Das Battle der Coaches beginnt jetzt!" Denn nachdem sich Jazzy für Stefanie Kloß entschieden hatte, erreichte der verbale Kampf der Vier seinen Höhepunkt.

Die "German Rihanna" ist 17 Jahre alt

Alicia-Awa Beissert aus Bochum kam wie eine "Rihanna" daher. Die 17-Jährige, deren Traum es ist, einen Tag lang Rihanna zu sein, benötigte nur 90 Sekunden auf der Bühne und das Lied "FourFiveSeconds", um die Coaches zum Umdrehen zu bewegen. "Ich will mit dir gewinnen", sagte Stefanie Kloß. "Wir bieten dir ein schönes Zuhause", meinten Smudo und Michi Beck. "Das ist hier nicht Disney World", konterte Rea. "Dein Geschenk ist deine Stimme", stellte Bourani fest und sicherte sich das Talent.

Auch Mitchy (20) und André (24) Katawazi drückten von der ersten Sekunde an aufs Gas. Mit "Shut up and dance with me" überzeugten die Brüder erst Stefanie Kloß, dann Andreas Bourani. Sie entschieden sich für Stefanie, eine nette Randnotiz, wie auch der Auftritt von Synchronsprecherin Debby van Dooren. Sie löste ihr Ticket mit "You are the only one" – und Andreas Bourani drehte sich passenderweise als einziger um.

Rea sichert sich Gitarren-Talent

Und dann zum Schluss kam es, das wärmste, überzeugendste, beste Talent des Abends. Josephine Seehawer (21) brauchte nur eine Akustikgitarre und ihre klare Popstimme, um mit "Wake me up" von Femjoy gleich drei Stühle zum Drehen zu bewegen. Außer Smudo und Michi Beck waren alle begeistert von der "wahnsinnig tollen Frau an der Gitarre", wie Stefanie Kloß sie nannte. Sie stimmte "I can't say no" an und entschied sich mit ihrem Song für das Team von Rea Garvey.

Die Moderatoren

Als eine tiefe Stimme hinter dem "The-Voice"-Vorhang hervorkommt, und nur der Zuschauer weiß, dass dort gerade eine Frau singt, hat Moderator Thore Schölermann seinen besten Moment: "Ist das euer Vater?", fragt er die mitgereisten Schwestern. Ansonsten fielen die Moderatoren nur durch die scheinbar immer gleiche Kleidung (Lena Gercke), oberflächliche Interviews (Lena Gercke) und Abkömmlichkeit (Lena Gercke und Thore Schölermann) auf.
Die gewohnt langen Werbepausen wussten Twitter-User zu nutzen: Um Bier an der Tankstelle in Schweden zu holen, das Haus zu renovieren, die Bachelorarbeit zu schreiben oder die Briefmarkensammlung zu komplettieren.

Die gescheiterten Talente

Nachdem Mutter Saskia Kirjakov als erste gehen musste, wollte Amanda Lopez Moreno beweisen, dass "The Voice" auch Tränendrüse kann. Eine 18-Jährige mit "schwerer Pubertät", die viel durchstehen musste und für "die Liebe im Leben lebt." Sie sang ihren "Future husband" (Meghan Trainor) wehmütig an, doch die Töne gerieten so daneben wie das Kurzporträt zu ihrer Person. Auch Steffen Frommberger aus Schönstedt, der den Stolz auf seine ostdeutschen Wurzeln betonte, scheiterte. Natürlich sang er "Alles Rot" von der Ost-Kultband Silly. Und stellte weise fest, dass man Dinge entweder mag oder nicht. Die Coaches jedenfalls mochten seine Stimme nicht. Michi Beck quittierte die ersten Sekunden mit: "Ich habe jetzt schon Angst vor der." Auch dem erfahrenen Nikki Leaf (40) reichte seine warme Stimme nicht, um weiterzukommen.

(felt/RPO)
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