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"The Voice of Germany"
"Jesus, es war so fucking schön"

Das war "The Voice of Germany" am 18. November
Das war "The Voice of Germany" am 18. November FOTO: ProSieben/SAT.1/Richard Huebner
Düsseldorf. Die Teams sind voll, alle Talente verschachert: Bevor es für die Nachwuchssänger in die Battles geht, gab es aber noch einen Crashkurs in "The Voice"-Folklore. Von Anja Rützel

Für alle, die auch in den letzten Folge der diesjährigen Blind Auditions noch nicht ganz verstanden haben, wie dieses ominöse bebuzzerte Vorsingen eigentlich funktioniert, fasste Smudo es hilfreicherweise noch einmal zusammen: "Was nicht geil ist, kann man nicht drücken."

Überhaupt funktionierte die letzte "The Voice of Germany"-Folge vor der Battle-Phase wie eine gerafftes "Was bisher geschah": Es gab die typischen Klar-wie-Kloßbrühe-Kandidaten, bei denen eigentlich schon nach den ersten Tönen klar ist, dass sie weiterkommen werden – zum Beispiel das Mustafa-Schwestern-Trio, das Michi Beck als "niedlichste Band der Welt" beschnurzelte. Sie gingen trotzdem ins Team von Yvonne Catterfeld.

Es gab die Teilnehmer, deren Gesangsqualität noch nicht ganz geklärt ist, die aber zumindest schon einmal einen adäquaten Star-Namen vorweisen können. Steven Silvester Ludkowski etwa, der sehr passabel den diesjährigen schwedischen ESC-Beitrag "If I were sorry" vortrug. Es gab die unnötig ausführlich angefreakten Kandidaten, etwa die 16-jährige Selina: Sie wurde nervig eindimensional als fromme Gottesfürchtige dargestellt. Sie sei sich sicher, dass ihre Teilnahme an "The Voice" Teil des göttlichen Gesamtplans sei.

"Bisschen shaky, bisschen fuzzy"

"Jesus, es war so fucking schön", urteilte Samu Haber nach ihrem Auftritt, und Selina ging folgerichtig vorsichtshalber ins Team der Fantas. Und nicht fehlen durfte auch der Kandidatentypus des knapp Vorbeigeschrammten. In der gestrigen Folge erfüllte den die 17-jährige Michelle Schulz am besten: Nur 1,51 Meter groß, mit telegenem Afro-Wust, sang sie eine Gemütlich-Version von "Jailhouse Rock".

Fotos: Das wurde aus den Gewinnern von "The Voice of Germany" FOTO: dpa, Jörg Carstensen

"Ich werd' ein bisschen shaky sein, und meine Gedanken werden ein bisschen fuzzy sein", hatte sie vorher in tumblr-eskem Junge-Zielgruppe-Dialekt verkündet, und obwohl wirklich alles an ihr nach kalkulierter Paradekandidatin aussah, überzeugte ihr Gesang die Coaches dann doch nicht. So etwas kann bei TVOG passieren: Dass man produktionsseits darauf verzichtet, eine solch interessante Figur auf Biegen und Brechen zumindest ein paar Wochen durchzuschleppen und medial auszupressen. Das sind immer noch die kleinen Details, die die Sendung von anderen Castingshows unterscheidet.

Fanta-Hattrick?

Natürlich gab es auch beim letzten Vorsingen ein paar deutlich ältere, eigentlich von vornherein chancenlose Figuren. Und natürlich auch einen dieser nervigen Andreas-Bourani-Ich-bin-der-einzige-der-überhaupt-jemals-deutsch-gesungen-hat-Momente, mit denen er sich dieses Mal tatsächlich sein Team komplettieren konnte: Programmierer Daniel, der mit "Im Ascheregen" von Casper antrat, entschied sich für ihn und nicht für die Fantas. Weil die ja, wie Michi Beck anmerkte, im Gegensatz zu Bourani "mit Deutsch gar nichts zu tun" haben.

Andreas Bourani – Auf uns, Sänger, "The Voice"-Juror FOTO: dpa, dna

Am Ende waren alle Teams voll besetzt und ein Kandidat noch übrig. Ein letztes Mal buhlten alle Coaches um eine Stimme, denn Jonas bekam die Chance, sich einen Bonus-Platz einzuheimsen. Und Samu Haber durfte, auch so ein "The Voice"-Topos, noch schnell eines seiner angeblich finnischen, möglicherweise aber auch ad hoc selbst ausgedachten Sprichwörter anbringen: "Der Bär ist nie drei Mal im selben Busch." Ist das schon ein negatives Vorzeichen für den angestrebten Fanta-Hattrick, die gerne ein drittes Mal in Folge mit ihrem Kandidaten gewinnen wollen? Wir bleiben dran.

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