| 14.30 Uhr

"The Voice of Germany"
Knuffel gegen Kobel

Düsseldorf. Am Ende drückte das Battle-Prinzip bei "The Voice of Germany" noch mal mit aller Macht auf die Tränendrüse: Aufs schlimmste hadernde Juroren und herzig harmonisierte Talente beschlossen die Runde. Aber nicht weinen: Jetzt kommt Robbie! Von Anja Rützel

Samu formt mit Daumen und Zeigefingern beider Hände ein Herz, Yvonne stehen die Tränen in den Augen, Michi verkriecht sich in seine Pulloverkapuze: Manchmal kann man den Coaches von "The Voice of Germany" nach einem Liedduell ihres Teams nur zu gut ansehen, dass sie am liebsten einfach beide Battle-Teilnehmer in die nächste Runde wuchten würden.

"Kann ich dich mal in den Arm nehmen?", fragte Moderatorin Lena Gercke in der letzten Duell-Sendung dieser Staffel darum nicht etwa die ausgeschiedene Viktoriya, die sich mit Raustimmmonster Nico gerade einen großartigen Kampf mit Gnarls Barkleys "Crazy" geliefert hatte und trotzdem ausgeschieden war, sondern ihre Mentorin Yvonne Catterfeld, die schier verzweifelte, weil sie eben nur einen der beiden weiterschicken durfte.

Beim gemeinsamen Üben zu Freunden geworden

Es schien allerdings auch, als hätte man sich dramaturgisch die besonders heftigen Entscheidungsklopper bis zuletzt aufgespart. Team Fanta musste sich so zwischen der lässigst kämpfenden Staffeljüngsten Selina (16) und der ehrgeizig-souveränen Yasmin entscheiden, Juror Samu Haber rang mit der Entscheidung, ob er den asiatischen Feinsänger Dehua oder doch lieber Knuffkandidat Robin mit der Eichhörnchenkobelfrisur in seinem Team behalten sollte.

Das Dilemma der Coaches wurde in der letzten Battle-Sendung tatsächlich auch für den Zuschauer extrem nachvollziehbar: Wenn beide so gut singen, dass sie qualitativ tatsächlich nur Nuancen trennen – wie entscheidet man dann zwischen der "fernen Seele in einem starken Mann" (Smudo über Dehua) und dem wombeligen Knaben, über den Jurorin Catterfeld sagt, sie würde sich sofort eine CD von ihm kaufen?

"Allmächtiger, ey, das ist doch echt schlimm", barmte man im Geiste mit der Mutter von Kandidatin Angelina, die backstage bei der Entscheidung mitfieberte. Erschwert wurden viele Juryurteile noch durch das putzige Detail, dass sich viele Duellpartner tatsächlich über dem gemeinsamen Üben zu Freunden entwickelt hatten: Sie gaben sich nach dem gelungenen Auftritt die Ghettofaust, klatschten sich ab, fielen sich weinend in die Arme.

Catterfeld erhört Habers Flehen

Die letzte, sicher mit am schwierigsten Entscheidung oblag dann Coach Haber, der nach dem wirklich fantastischen Divenduell zu "Masterpiece" zwischen Rockabilly-Lady Dorothea und Stimmwunder Vanessa urteilen musste. "Scheiße, Scheiße, große Scheiße. Dunklere Scheiße, traurige Scheiße", poetisierte sich der Finne seine undankbare Aufgabe zurecht, wählte schließlich Dorothea – und flehte Yvonne Catterfeld an, endlich ihren aufgesparten Steal-Deal-Button zu drücken, mit dem sie die ausgeschiedene Duellantin in ihr Team holen konnte. "Do it, fucking do it, woman!"

Catterfeld buzzerte und bescherte den Battle-Runden damit ein wohliges Happy End. In der nächste Runde, den so genannten Singoffs, warten nun einige musikalische Großklöpse auf die Kandidaten: Internationale Gesangsstars wie Robbie Williams und Alicia Keys werden bei den Coachings mitmischen.

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The Voice of Germany 2016: Masterpiece-Duell zwischen Dorothea und Vanessa


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