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"The Voice of Germany"
Samu Haber schnappt sich Anna Maria nach dem verlorenen Battle

Düsseldorf. In der zweiten Runde der Battles von "The Voice of Germany" gab es einige latent schon vorentschiedene Duelle. Doch auch echte Ring-Duette mit komplett offenem Ausgang wurden ausgetragen – wie bei Anna Maria und Michael. Von Anja Rützel

Hach! Gerade, als man sicher war, dass Michi Beck unmöglich noch sympathischer werden könnte – wie nett und aufrichtig stolz er eben den ausgeschiedenen Marco von der Bühne komplimentiert hatte! – packt er die Blumfeld-Keule aus. Und erklärt, das Lied "1000 Tränen tief" der fantastischen Hamburger-Schulen-Großband sei sein unanfechtbar liebstes deutschsprachiges Liebeslied, und darum müssten Schlagerzar Martin und Goldglöckchen Lara mit diesem Song in ihre Gesangsschlacht ziehen. Kennen sie nicht? Kennt kaum wer vom "The Voice of Germany"-Zielpublikum? Wurscht!

Was die beiden aus dem dunkelsamtigen Königsschluchzer machen, ist sicher das interessanteste Battle – auch wenn von vornherein ziemlich klar war, dass es der schmunzlig-skurrile Schlagermann sehr schwer haben würde gegen die technisch viel versiertere Synchronsprecherin. Solche latent schon vorentschiedene Duelle gab es in der zweiten Battle-Show einige, zum Beispiel auch Robert mit der angeschmirgelten Rau-Stimme gegen den bei allem neu gewonnenen Selbstbewusstsein doch immer noch leicht häschenhaft wirkenden Marco.

Doch es gab auch echte Ring-Duette mit komplett offenem Ausgang, weil die Kobattanten von ihren Coaches auf Augenhöhe kombiniert wurden. Model Anna-Maria und Prince-Frisör Michael zum Beispiel, die sich während ihres Rihanna-Songs wie aufgeplusterte Katzen umschlichen. "Was für ein Arsch dein Job ist heute, Andreas", zeigte Coach Samu Haber spöttelndes Mitgefühl für seinen Kollegen Bourani, der hier den Ringrichter geben musste – und griff sich dann Anna Maria mittels des einmaligen "Steal Deals" für sein eigenes Team, als Bourani Michael in die nächste Runde schickte.

Zwei Battles ragten indes aus dem Wettbewerb heraus, weil sie schlicht spannender waren als die anderen Duelle: Stas, der geflüchtete ukrainische Show-Veteran, sang Justin Timberlakes "Can't stop the feeling" gegen Vincenzo, den offensiv frommen Schmunzelbarden – und gewann.

Der große Pathos-Showdown war dann Vera und Victoria vorbehalten, die aus ihrem großen Beyoncé-Battle glücklicherweise kein händefuchtelndes Wettbrüllen der Stimmdiven machten. Yvonne Catterfeld hatte die beiden gegeneinander antreten lassen, um eine gleichwertige Paarung in den Ring zu schicken, und darin liegt wie jedes Jahr die Tragik des Battle-Systems: Dass darum mitunter Talente geopfert werden, die sich andernfalls weit nach vorne tirilieren könnten. Dieses Mal schaffte es Vera in die nächste Runde.

Salztropfen der Rührung, das verriet der Vorschau-Spicker, weinen die Coaches trotzdem erst beim nächsten Mal. 1000 Tränen tief? Wir werden sehen.

 
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