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"Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"
Legende Legat holt alle neun Sterne – und weint vor Freude

Fotos: Dschungelcamp 2016: Thorsten Legat holt alle neun Sterne
Fotos: Dschungelcamp 2016: Thorsten Legat holt alle neun Sterne FOTO: RTL
Gold Coast. Was. Für. Ein. Mann. Thorsten Legat hat in zehn Minuten seiner ersten Solo-Dschungelprüfung mehr Sterne geholt als Helena Fürst in ihren acht Prüfungen zusammen. Auf dem Weg zum Dschungelkönig hat er seit Samstagabend eine Kontrahentin weniger: Jenny Elvers musste das Camp verlassen. Von Christian Spolders

Wem Thorsten Legat nicht aus 15 Jahren Bundesliga, als Hobby-Koch beim "Perfekten Promi-Dinner" oder wahnsinnig blickender Amateur-Kämpfer beim Promi-Boxen bekannt ist, der kennt ihn spätestens seit Samstagabend. Da legte der 47-Jährige, nebenbei Trainer des FC Remscheid, einen der imposantesten Auftritte in der Geschichte der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" hin. Die Legat-Festspiele, und was sonst noch so an Tag 9 im Dschungelcamp geschah.

Die Dschungelprüfung zur Legendenbildung

Zehn Minuten hatte Legat, der von seinen Kollegen zur Dschungelprüfung gewählt worden ist, Zeit, um durch eine unterirdische und zum größten Teil mit Wasser gefüllte Höhle zu tauchen und neun Sterne zu sammeln. In knapper blauer Badehose und ansonsten nur mit Helm und Brille bahnte sich der ehemalige Fußball-Profi seinen Weg vorbei an Schlammkrabben, Aalen und an einem zwei Meter langen Krokodil, immer nur einen Kopf breit Luft in der Enge. Kurz vor Ablauf der Zeit hat er alle Sterne beisammen, und Moderatorin Sonja Zietlow erwähnte nochmal, dass Helena Fürst in ihren acht Dschungelprüfungen nur sieben Sterne geholt habe, Legat hingegen in dieser einen alle neun.

Der überflüssigste Satz

"Angst habe ich keine gehabt." Thorsten Legat nach der Prüfung. Hatte auch keiner erwartet.

Die aufrichtigste Freude

Legat kann nicht nur hart, er kann auch zart. Nach der bestandenen Prüfung weinte er vor Freude, da er an seine Kinder denken musste. "Die Wette ist, weil ich so ein Vater bin, der seinen Kindern alles abverlangt, haben sie mir natürlich auch die Wahl gestellt: Papa, wenn du in den Dschungel gehst, und machst deinen Traum wahr, musst du alle Sterne holen", sagte er und führte schluchzend fort. "Ich vermisse meine Kinder." Der Kerl wird einem immer sympathischer.

Der zweitüberraschendste Abschied

Am Tag zuvor bekam sie noch ein "Vielleicht" von Zietlow und ihrem Kollegen Daniel Hartwich, doch da musste erst David Ortega nach dem Votum der Zuschauer das Camp verlassen. Nun traf es Jenny Elvers doch, und die freute sich sehr, ab nun eine Woche im Luxus-Hotel Palazzo Versace nächtigen zu dürfen. Die Frage aber bleibt: Warum werden einer der unterhaltsamsten und eine der bekanntesten Kandidaten gleich zu Beginn rausgewählt, wenn auch Nathalie Volk noch in der Show ist?

Das überraschendste Geständnis

Bert Wollersheim bekommt von seiner Frau Sophia Taschengeld. 50 Euro. "Nachdem diese Krise bei uns passiert und mein Mann eingesperrt worden ist", erklärte die Gattin der Rotlicht-Größe, sei das besser so. Manchmal bunkere er das Geld aber und hole sich trotzdem einen neuen Fuffi. Dieser Teufelskerl.

Die am schlechtesten verwertete Steilvorlage

Die Musik-Einspieler von "Bauer sucht Frau" und "Schwiegertochter gesucht" dürften durchgedreht sein, als sich die Macher von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" beim Abschied von Rolf Zacher gegen das offensichtliche da von Dr. Bob erwähnte "Time to say Goodbye" von Andrea Bocelli und Sarah Brightman entschieden, sondern für "Berlin" von RY X. Was man den Kollegen in Australien zugute halten muss: "Berlin" klingt deutlich besser als "Time to say Goodbye".

Der aufrichtigste Hass auf sich selbst

52 Jahre musste Jürgen Milski alt werden, um sich, wie er selbst sagte, einen Traum zu erfüllen. Es gab Straußenei. Dumm nur, dass der Sänger so aufgeregt war, dass er seine Portion Rührei auf den dreckigen Waldboden fallen ließ. "Leck mich am Arsch", sagte er und schlug das Angebot der anderen aus, etwas von ihnen zu essen. "Meine Doofheit muss bestraft werden."

Der sinnvollste Moment dieser Staffel

Auf der Zielgeraden seiner Zeit im Dschungelcamp scheint David Ortega endlich erkannt zu haben, wozu er bestimmt ist. An seinem letzten Morgen kümmerte er sich um den schwächelnden Rolf Zacher und spielte Notarzt, Krankenschwester oder Altenpfleger, als er die Hand des Seniors nahm. "Dein Herz hört sich so an, als ob es keinen richtigen Takt hätte", analysierte er. Kurz darauf kam Dr. Bob und pflichtete Ortega bei, Zacher musste die Sendung verlassen, Ortega kurz darauf aber auch. Nun hat er im Hotel und vermutlich auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland genug Zeit, sich über den perfekten Beruf zu informieren. Bitter allerdings: Millionär wird er in keinem der Jobs.

Der herausragendste Vergleich aller Dschungelcamp-Staffeln

"So einen Alleingang gab es zuletzt 1983 von Hans-Günter Bruns im Spiel von Gladbach gegen Bayern", sagte Zietlow, als sie auf auf Legats Dschungelprüfung anspielte. Wer sich nicht erinnert: Der Spieler der Borussia schnappte sich damals in München am eigenen Strafraum den Ball und marschierte und marschierte und marschierte, bis er plötzlich vor dem Bayern-Tor stand. Bei Youtube gibt es das Video mit der Frage "Das beste nie erzielte Tor?" zu sehen.

Der nicht für möglich gehaltene Rebell

Menderes Bagci ist in Wahrheit ein Rockstar, dem es so ziemlich egal ist, was die anderen von ihm erwarten. Zumindest so ein bisschen. Zwei Beispiele: Als Helena Fürst ihm leise am Lagerfeuer nochmal erzählte, wie schlimm doch die Prüfung mit Ricky Harris gewesen sei, nickte er nur munter und sprach ihr zu, um anschließend zu sagen: "Irgendwie kommt es mir so vor: Meine Stimme hat sich auch hier verändert im Camp." Mehr "da rein, da raus" geht nicht. Oder doch? Als sich die Kandidaten darauf einigten, Thorsten Legat zur Dschungelprüfung zu wählen, bekam er acht von neun Stimmen. Nur Menderes war das herzlich egal, er nominierte lieber sich selbst.

Die größte Lüge

"Es ist nicht meine Art auszuflippen." Ricky Harris zu Jürgen Milski über die Dschungelprüfung mit Helena Fürst. Irgendwie nimmt man ihm das nicht so richtig ab. 

Der mieseste Moment dieser Staffel

Bei ernsthafter Trauer hört der Spaß auf, und so gab es einen der wenigen ernsthaften Momente dieser Staffel auch ohne Witze und Häme, sondern nur mit einem flauen Gefühl im Magen. Nach dem Abschied von Rolf Zacher weinte Jürgen Milski, da der 74-Jährige ihn so an seinen Vater erinnert habe. Den habe er kurz vor dessen Tod nicht mehr besuchen können. "Von Rolf konnte ich mich verabschieden, von meinem Vater nicht", sagte der Sänger schluchzend. Jürgens Vater sei es kurz vor dem Tod besser gegangen, der Sänger habe viel zu tun gehabt und als er dann die Zeit fand, ihn mal wieder zu besuchen, sei er kurz zuvor gestorben. Jenny Elvers tröstete ihren weinenden Kollegen im Camp, auch Menderes, dessen Vater ebenfalls bereits tot ist, stiegen die Tränen in die Augen.

Das beste Lied um zu merken, dass man sofort Urlaub buchen sollte

"Amor Mio" von den Gipsy Kings. Lief, als David Ortega gesagt wurde, dass er das Camp verlassen muss.

Die letzte David-Ortega-Weisheit

"Am Ende wird der Gewinner gewinnen, der gewinnt." Erst in vielen Jahrzehnten, vielleicht sogar Jahrhunderten wird man verstanden haben, wieviel Inhalt in diesem historischen Satz bereits im Jahr 2016 steckte.

Die offensichtlichste Schnitt

"Ich werde seine Weisheiten vermissen", sagte Jenny Elvers im Interview über den Abschied von David Ortega. Das kann sie so nicht ohne weitere Erläuterung gesagt haben.

Die bitterste Erkenntnis

Nach einem Spiel, bei dem sich die Promis Tiere zuordnen sollten (Thorsten Legat ein Gorilla, Sophia Wollersheim ein Papagei), dämmerte es Ricky Harris, dass er die Hoffnung auf einen Karriere-Schub nach dem Dschungelcamp wohl begraben kann. Ihm wiesen die Kandidaten die Schlange zu. "Ich möchte keine Schlange sein", jammerte er am Dschungeltelefon. "Ich habe das Gefühl, die Kollegen nehmen mich nicht mehr ernst. Das ist ungerecht und verletzend. Ich habe das Gefühl, dass alles ganz, ganz schief läuft." Wohl wahr. Und als hätte der Moderator es nicht schon geahnt, vertilgten die anderen acht Kandidaten während seiner Abwesenheit ohne ihn drei Bananen – Rickys Lieblings-Essen. "Ja mei", kommentierte er lapidar. In ihm drin, das wissen wir, sah es in diesem Moment ganz anders aus.

Die beste Moderation

"Da kommen einige extra in den Dschungel, um trocken zu bleiben – und dann sowas." Sonja Zietlow über den Regen im Camp.

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