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TV-Nachlese ZDF-Donnerstalk
Til Schweiger: "Bin so wie ich bin und werde mich nie ändern"

Til Schweiger im Donnerstalk: "Bin so wie ich bin und werde mich nie ändern"
Til Schweiger zu Gast im TV-Talk von Dunja Hayali. FOTO: Screenshot ZDF
Düsseldorf. Til Schweiger hatte angekündigt, ein Flüchtlingsheim bauen zu wollen, und wehrt sich im Netz mit deutlichen Worten gegen Kritik und rassistische Kommentare. Im ZDF-Donnerstalk mit Dunja Hayali spricht er nun darüber. Der Schauspieler sagt: "Ich bin so wie ich bin, und ich werde mich nie ändern." Von Dana Schülbe

Er sah sich auf seiner Facebook-Seite einer Flut von fremdenfeindlichen Kommentaren gegenübergestellt, als er eine Spendenaktion für Flüchtlinge geteilt hatte. Doch das ließ sich Til Schweiger nicht bieten: Der Schauspieler und Produzent schoss mit scharfen Worten gegen die Hetzer – mit Sätzen wie: "Verpisst euch von meiner Seite". Im ZDF-Talk von Dunja Hayali sprach er nun darüber und verteidigte sich. 

Als er die Kommentare gesehen habe, habe er gedacht: "Was geht denn jetzt ab?", erzählt Schweiger in der Sendung. Das seien so üble, menschenfeindliche, stumpfe Sachen gewesen, dass er so deutlich wurde. "Ich bin so wie ich bin, und ich werde mich nie ändern", fügte er noch hinzu. Die Vehemenz und die Masse der Kommentare habe ihn allerdings überrascht, sagt er.

Er kritisierte zudem, dass man, kaum dass jemand etwas Gutes tun will, diesem vorwerfe, er lasse sich instrumentalisieren – und sprach dabei sein Gespräch mit SPD-Chef Sigmar Gabriel an. "Ich bin parteilos", so Schweiger. Und überhaupt: Gabriel sei gekommen, die Kanzlerin nicht. Der SPD-Chef habe dies zudem in seiner Freizeit gemacht. Dass man ihm außerdem vorwirft, er würde dies aus PR-Gründen tun, weist er ebenfalls zurück. "Ich bin so froh, wenn ich mal nicht in der Zeitung stehe – wirklich", sagt Schweiger. "PR-Gründe? Was brauche ich denn für PR? Man, ich bin der erfolgreichste Filmemacher in dem Land."

Denn Schweiger hat es nicht dabei belassen, die Spendenaktion auf seiner Facebook-Seite zu teilen, sondern auch angekündigt, er wolle in Osterode im Harz in einer alten Bundeswehrkaserne zusammen mit Freunden ein "Vorzeige-Flüchtlingsheim" mit Freizeitangeboten für Kinder, einer Sportanlage, Werkstätten und einer Näherei schaffen. Auch das hatte ihm Kritik eingebracht. Als ihn Hayali nun fragt, warum er Flüchtlingen helfen wolle, antwortet er nur mit einer Gegenfrage: "Warum nicht?" Der Produzent von Filmen wie "Keinohrhasen" sagt zudem, er verstehe die Leute, die sagten: uns geht es auch nicht gut, warum kommen die jetzt alle her – "aber nicht in diesem Ton und so menschenverachtend". 

In der Sendung traf Schweiger auch auf Boris Pistorius, den niedersächsischen Innenminister. Die beiden hatten schon nach der Ankündigung zum Bau eines Flüchtlingsheim miteinander telefoniert, doch noch stehen eine Reihe von verwaltungstechnischen Problemen im Weg. Denn Niedersachsen gibt staatlichen Einrichtungen den Vorrang. Bislang habe man mit privaten Betreibern kaum Erfahrungen, erklärte Pistorius, und bei kommerziellen habe man Vorbehalte. Auch habe man noch keinen Vertrag mit dem Eigentümer der Liegenschaft. Aber: Man werde einen Weg finden, mit Schweiger zusammenzukommen.

Angedacht sei, dass ein Flüchtlingsheim gebaut und eingerichtet werde und über die Stiftung Schweigers Projekte innerhalb des Hauses gefördert werden. Der Schauspieler sagt auch, er habe zwar gesagt, er wolle solch ein Heim bauen, dass habe aber nie geheißen, dass er Mörtel und Eimer in die Hand nehmen wolle oder Leiter eines Flüchtlingsheims werden will ("Ich will schon noch ein paar Filme drehen").

Unterstützung bezüglich seiner Haltung bekommt er von Pistorius ohnehin. Er sagt, Schweiger könne ein Vorbild für andere sein, die eine Stimme haben, sie aber noch nicht einsetzten – wie Schriftsteller, Musiker, Künstler. Die Frage, ob er PR betreibe, führe doch nicht weiter, so der Politiker, der dann noch hinzufügt: "Ich finde, wir brauchen jeden, der die Stimme erhebt gegen diejenigen, die in diesem Land Rassismus predigen und auf Flüchtlinge einprügeln – verbal oder tatsächlich."

In der ZDF-Mediathek können Sie sich die gesamte Sendung anschauen.

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