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Trevor Noah
Neuer "Daily Show"-Moderator erntet Shitstorm wegen alter Tweets

Trevor Noah: Neuer "Daily Show"-Moderator erntet Shitstorm auf Twitter
Trevor Noah ist neuer Moderator der "The Daily Show." FOTO: ap
New York. Trevor Noah ist in Südafrika ein Star, in Amerika kennt man ihn kaum. Noch bevor der Nachfolger von Jon Stewart das erste Mal eine Folge der "Daily Show" moderieren wird, sieht er sich wegen alter Tweets über Frauen und Juden schweren Vorwürfen ausgesetzt.

Grund für die Kritik an seiner Person sind Tweets die Noah in der Vergangenheit abgesetzt hatte. So schrieb der Comedian im September 2009 auf Twitter: "Hätte fast ein jüdisches Kind überfahren, das über die Straße ging. Es hatte vorher nicht geguckt, aber ich hätte mich in meinem deutschen Auto trotzdem sehr schlecht gefühlt."

Noah ist für sein loses Mundwerk bekannt. Nach der Kritik, die amerikanischen Polizei sei oft rassistisch, sagte er: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in Amerika mehr Angst vor der Polizei haben würde als in Südafrika. Da werde ich so nostalgisch und denke an alte Zeiten zu Hause." Über weiße Frauen twitterte Noah: "Eine heiße weiße Frau mit einem Arsch ist wie ein Einhorn. Selbst wenn du eine siehst, wirst du wahrscheinlich nie auf ihr reiten können." Inzwischen ist dieser Tweet aber gelöscht.

Auch die englische Fußballmannschaft Manchester United blieb von dem Stand-up-Comedian nicht verschont: "Manchester United ist wie ein weißes Mädchen. Vorne stark, aber hinten fehlt es." Im Jahr 2012 twitterte der 31-Jährige, offenbar während er Fußball schaute: "Messi kriegt den Ball, und die Real-Spieler versuchen ihn zu foulen. Aber Messi ist nicht leicht flachzulegen, genau wie jüdische Mädchen." Kritiker in den sozialen Netzwerken werfen ihm Sexismus und Antisemitismus vor. 

Komikerin Roseanne Barr - bekannt aus der gleichnamigen US-Serie Roseanne, riet ihm auf Twitter: "Du solltest keine sexistischen und antisemitischen Witze über jüdische Frauen und Israel machen." Der Fernsehsender Comedy Central, auf dem die "Daily Show" läuft, nahm Trevor Noah in Schutz: "Es ist unfair, ihn und seinen Humor an einer Handvoll Witze zu messen. Trevor ist ein talentierter Comedian mit einer strahlenden Zukunft bei Comedy Central."

Der TV-Sender stellte den neuer Gastgeber der "The Daily Show", der sechs Sprachen spreche, als Weltbürger vor. Noah repräsentiere das Zeitalter des Multikulturalismus. Noah selbst bezog am Dienstagabend Stellung zu der Kritik und schrieb: "Meine Ansichten auf eine Handvoll Witze, die nicht gezündet haben, zu reduzieren, spiegelt weder meinen Charakter noch meine Entwicklung als Comedian wider."

Trevor Noah wurde als Sohn einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters geboren - damals war das illegal in Südafrika. Wie die New York Times berichtete, wird er am Montag Jon Stewart als Moderator ablösen, der die Sendung 16 Jahre lang geprägt und die "Daily Show" von einer Nischenshow zum Aushängeschild des kleinen Senders Comedy Central gemacht hatte. 

(dpa)
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