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TV-Serie "Gomorrha"
Innenansichten der Mafia

TV-Serie "Gomorrha": Innenansichten der Mafia
Mafiaboss Pietro Savastano (Fortunato Cerlino) und seine Frau Immacolata (Maria Pia Calzone) stehen an der Spitze eines riesigen Imperiums. FOTO: ZDF
Berlin. 14 Jahre nach dem preisgekrönten Straßenfeger "Allein gegen die Mafia" gibt es endlich einen würdigen Nachfolger. Arte zeigt ab Donnerstagabend zwölf Folgen von "Gomorrha". Die TV-Serie beschreibt die Welt der Mafia knallhart: Macht, Drogen, Geld und Blut.

Rohe, gesichtslose Betonburgen, vor deren Fenstern Wäsche hängt. Parkdecks, Tiefgaragen und Spielhöllen, in denen die Tristesse lungert. In Straßen ohne ordentliche Infrastruktur knallt tagsüber die Sonne. Nachts, wenn künstliche Lichter glitzern, wird hier sehr versiert gemordet - Schießereien, brennende Autos und Wohnungen legen davon Zeugnis ab. Scampia, nördlichster, heruntergekommener Stadtteil an der Peripherie von Süditaliens Neapel, gilt als größter Drogensupermarkt Europas, das Geschäft fest in der Hand von Familienclans der Verbrecherorganisation Camorra.

Ciro Di Marzio (Marco D?Amore) ist die rechte Hand des Paten. FOTO: dpa

Einer, der sich todesmutig getraut hat, Licht in deren organisatorische und wirtschaftliche Strukturen sowie ihre Verflechtung mit der Lokalpolitik zu bringen, ist der Schriftsteller und Journalist Robert Saviano. Seit Erscheinen seines Faktenromans "Gomorrha" (2006) steht der vielfach geehrte Autor deshalb unter Personenschutz des italienischen Innenministeriums. Nach Szenen daraus wurde die italienische, fiktive Fernsehserie "Gomorrha" produziert.

Hammerhart, bei gern unflätiger Wortwahl, geht es in Folge eins gleich los: Da wischt Clanchef Don Pietro Savastano (Fortunato Cerlino) - Brillenträger mittleren Alters mit Businessman-Habitus - seinem jungen Rivalen Salvatore Conte (Marco Palvetti) eins aus, der ihm im Drogenhandel in die Quere kommt. Er lässt die Wohnung, wo dieser gerade mit seiner Mutter zu Abend isst, in Flammen setzen. Die Retourkutsche: Conte beschießt Savastanos Lieblingsbar, richtet ein Blutbad an, bei dem nur einer überlebt: Ciro (Marco d'Amore), Savastanos rechte Hand. Die unruhigen Machtverhältnisse beider Clans prägen die Story, wobei auch Pietros Sohn (Salvatore Exposito) und Frau (Maria Pia Calzone) Ambitionen haben. Ein wechselhafter Familiensinn sticht bei alledem genauso ins Auge wie die Gewohnheit, mit den Kindern bei Tisch zu beten oder das Kreuz an der Halskette zu küssen.

Vor Ort gedreht nach Scripts, an denen Saviano mitwirkte, sind in grandiosen Bildern Innenansichten der Mafia zu erleben. Alles soll der Wirklichkeit entstammen - arrangiert mit Fantasie, aber ohne Dunkel-Romantik.

"Gomorrha", Arte, 21 Uhr

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(dpa)
 
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