| 06.12 Uhr

RTL-II-Show "Wirt sucht Liebe"
Brigitte Nielsen lässt sich anknabbern

Bilder der Auftaktfolge
Bilder der Auftaktfolge FOTO: RTL II
Köln. Die große Romanze zwischen Kneipentheke und Friteuse – danach suchen sieben deutsche Wirte in der neuen Kuppelshow "Wirt sucht Liebe". Bei Arbeitszeiten bis morgens um fünf bliebe dafür sonst wenig Zeit, sagen sie. Von Tanja Karrasch

Dabei könnten die Wirte gut weibliche Unterstützung gebrauchen. Nicht nur zum Kuscheln, auch im Service, beim Spülen, in der Küche. Oder auch um festzustellen, dass die Blume, die seit Monaten täglich gegossen wird, eigentlich eine Plastikpflanze ist. So geschehen bei Wirt Georg. Zunächst einmal kommt die Moderatorin.

Küsschen rechts links, hier noch mal ein Bussi, eine Umarmung oder ein wohlwollendes Tätscheln – daran mangelte es nicht in der ersten Folge von "Wirt sucht Liebe". Leider nicht zwischen den Kandidaten und ihren potentiellen Zukünftigen. Die gibt es nämlich noch gar nicht. Die Wirte mussten zunächst mit Brigitte Nielsen Vorlieb nehmen – die Zuschauer ebenfalls. Der von RTL II  ernannte Liebesprofi (muss sie wohl sein, nach fünf Ehen)  geizte immerhin nicht mit Liebkosungen und Körperkontakt, und die Wirte dankten es ihr.

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Wenn man schon mal so einen "Weltschtar" vor sich sitzen hat, in der Familiengaststätte in Ebermannstadt, dann sollte man die Chance ergreifen und eine über Nielsens Ohrmuschel gehängte Kirsche abknabbern, dachte sich wohl Wirt Georg. Und die lachte und strahlte und herzte vor sich hin.

Romantik bleibt aus

Und das – ja, diese traurige, kleine Kirsche – war auch schon der Höhepunkt der ganzen Sendung, die daherkam wie eine dieser Vorstellungsrunden, die einfach nicht enden wollen. Wenn jeder noch mal sagen darf, wie er heißt, was er bisher gemacht hat, mit welchen Erwartungen er gekommen ist und wo seine Stärken und Schwächen liegen. Ja, das ist im realen Leben schon langatmig und im Fernsehen einfach nur dröge. Und jetzt?

Jetzt können interessierte Frauen anrufen. Bei RTL II. Und sagen, dass sie sich für einen der Wirte interessieren. "Wirt sucht Liebe" – eine Produktenttäuschung. Bewerbungsvideos statt Romantik am Spülbecken – eine Stunde lang. Ist das nicht ein bisschen so als hätte man die Hausaufgaben nicht gemacht und sich trotzdem gemeldet?

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Es sind doch die vorsichtigen, etwas unbeholfenen Annäherungsversuche, die Kuppelsendungen unterhaltsam machen. Und nicht die unbeholfenen Versuche einer 53-jährigen Ex-Dschungelkönigin, ein Glas Apfelschorle auf einem Tablett von A nach B zu balancieren. Schafft sie aber. Dafür: Applaus. Und eine Umarmung.

Unter den Kandidaten ist auch Basti (28) aus dem Allgäu, dessen Schwester findet, mit fast 30, "da tät´s dann schon ma Zeit werden". Und Basti, der möchte mit seiner Liebsten doch nur mal ein Gläsle Wein trinken.  Und der sympathische Eugen, der zusammen mit Kakadu Max und Hund Lutz eine schlagfertige Partnerin sucht, die auch in der Gaststätte mal mit anpacken kann. Oder Angelo aus Köln, der sogar schon Pizza in Herzform backt, so sehr sehnt er sich nach Liebe.

Man möchte dem stattlichen Siggi aus dem Bergischen Land, der eine Gaststätte auf einem Camping-Platz betreibt, den Teddybär aus dem Arm reißen und sagen: "Nein, lieber Siggi. Tu das nicht. Das kommt doch ins Fernsehen!" Doch der schmiegt das Kuscheltier an sein Gesicht und sagt "Viel lieber als mit meinem Teddybär möchte ich mit dir Zeit verbringen".

"Wirt sucht Liebe" bedarf keiner Fortsetzung. Können sich nicht die Frauen melden und die Männer kennenlernen, ohne Kirschen, Kameras und Teddybären? Damit wäre doch allen geholfen.

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