| 15.21 Uhr

"Vertraue mir"
Krimi im Frankfurter Bankenviertel

Berlin. "Vertraue mir" handelt von Beziehungen, Kontrollverlust und dubiosen Finanz-Geschäften. Von Klaus Braeuer

Wenn ein Fernsehfilm "Vertraue mir" heißt, dann kann man getrost davon ausgehen, dass man dies tunlichst unterlassen und nur sich selber trauen sollte. Wie es der Heldin des Filmes ergeht, ist heute (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen.

Elena Wagner (Julia Koschitz) ist erfolgreiche Managerin bei der Investmentbank Ahrends & Oppenheimer im Frankfurter Bankenviertel - und macht sich Hoffnungen auf einen Posten im Vorstand. Doch dann passieren merkwürdige Dinge: Sie wird nicht mehr zu Meetings gebeten, einige Mails verschwinden, ihr Assistent vergisst angeblich einen wichtigen Termin mit ihrem Chef, und der - Dr. Ahrends (August Zirner) - hat trotz mehrfacher Bitten keine Zeit mehr für sie. Dabei hätte sie ihm Wichtiges mitzuteilen, denn sie ist auf Papiere gestoßen, die verheimlichte Verluste der Bank belegen und deren Existenz bedrohen. Der Assistent wird gefeuert, und allmählich befürchtet Elena, dass ein Komplott gegen sie im Gange ist. Nicht ganz freiwillig sucht sie Kontakt zu ihrem Ex-Freund Marc (Jürgen Vogel), der mal EDV-Chef des Bankhauses war, bis er entlassen wurde. Nur er kann das interne Computersystem knacken, und so schleust sie ihn nachts in ihr Büro ein.

Was folgt, ist ein Finanzkrimi um einen dubiosen Milliarden-Kredit. Der Film hat gleich mehrere spannende Themen: Mobbing bei der Arbeit, Beziehungsdrama, enttäuschte Gefühle, Kontrollverlust. Er beginnt mit einem Fenstersturz und einem Fünfmarkstück, das auf der Straße liegt. Und er endet mit der Erkenntnis, dass die falsche Person aus dem Fenster gestürzt ist - und nur, weil sie zuviel Vertrauen gezeigt hat.

Wir lernen, dass Kameras in alle Flure einer Firma gucken können und dass Wachleute und Hausmeister wichtige Menschen sind, die alles sehen und hören.

Die Filmbilder sind durchweg kalt, was dem Thema durchaus angemessen erscheint. Herausragend ist das Spiel von Koschitz und Vogel, die es schaffen, dass man sich zeitweise in einem Kammerspiel am Theater wähnt. Nur Vertrauen schenken möchte man eigentlich keiner dieser tragischen Figuren.

"Vertraue mir", ZDF, 20.15 Uhr

(dpa)
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