| 15.32 Uhr

"The Voice of Germany"
Vom Bürgerkrieg auf die "The Voice"-Bühne

Berlin. Bei dem Gesang von Au-Pair-Mädchen Natia Todua drehen sich die Coaches auf ihren Sesseln, bis ihnen schwindelig wird. Eine Kandidatin singt für ihre verstorbene Mutter und Mark Forster lässt die Zicke raushängen. Von Laura Harlos

Die zarte junge Frau mit den hochgesteckten Dreadlocks verzaubert am Sonntagabend die Jury. Natia Todua aus Georgien singt "I Put A Spell On You" von Annie Lennox mit süß-rauchiger Stimme. Die Fantas drehen sich sofort um. Samu Harber und Yvonne Catterfeld folgen, Mark Forster lässt sich Zeit. Aber sie alle wollen das Au-Pair-Mädchen in ihrem Team, das aus ihrem Heimatland nach Deutschland kam, um ein besseres Leben zu haben und Sängerin zu werden. "In meiner Heimat ist Krieg. Sängerin ist in Georgien kein Beruf. In Deutschland gibt es viel bessere Chancen für die Kunst", sagt die 21-Jährige. Für wen entscheidet Natia sich? Aber dazu später.

"Ich dachte, du wärst eine alte Frau mit Stock"

Den Anfang am zweiten Blind-Audition-Abend der siebten Staffel macht Michael Kutscha aus Wuppertal. Die Coaches lassen sich Zeit mit Bewegungen Richtung Buzzer. Doch mit dem letzten Ton sind alle Stühle gedreht. "Ich dachte da steht eine ganz alte Frau mit Stock", wundert sich Smudo von den Fantastischen Viern. "Ich war mir sicher, du bist älter als 49", stimmt Samu zu. Dieses Kompliment überzeugt den Kandidaten. Michael entscheidet sich für Samu. Zur Strafe hauen die Fantas Samu auf den Popo.

Esther Filly Ridstyle beschreibt sich selbst als "super freaky". Verrückt ist definitiv, dass sie ihren erwachsenen Sohn mehr als ein "Busserle" auf den Mund gibt. Sie performt "No Roots" von Alice Merton. Esther röhrt ins Mikrofon, sieht  während ihres Auftritts die Sessel aber nur von hinten. Es fehle ihr an Bandbreite und sie sei zu "unfunky", urteilen die Coaches.

Backstreet's Back

David  Blair lebt seit vier Jahren in Berlin, der Kanadier liebt Brat- und Currywurst. Der 43-Jährige war Finalist bei "Canada's got Talent" und trat bereits bei ZDF-"MoMa" auf. Um sich ganz der Musik zu widmen und seine Leidenschaft zum Beruf zu machen, hat er sein Haus verkauft, die Gitarre eingepackt und ist nach Europa geflogen, um in Clubs zu spielen. Die Klaviertasten klimpern. David haucht "As long as you love me" ins Mikrofon. Yvonne Catterfeld dreht sich als erste um, die Fantas buzzern in letzter Sekunde. Der Berliner entscheidet sich für den Interpreten seiner ersten deutschen CD - "Für Dich" von Yvonne Catterfeld. 

Ein Song für die verstorbene Mutter

Mit einer emotionalen "I want it that way"-Zugabe und einem Ticket für die Battles verabschiedet sich David von der Bühne. Sozialpädagogin Meike Hammerschmidt sieht, im Gegensatz zu David, nicht aus wie ein Superstar. Bei The Voice hat sie sich beworben, weil sich ihre verstorbene Mutter das immer gewünscht habe. Und weil es Menschen gibt, die der 27-Jährigen das nicht zutrauen. "Ich habe schon oft gehört, wenn ich irgendwo gesungen habe, dass die Leute vorher sagen: 'Das kann ja nichts werden, was will die denn da?'", sagt Meike. Sie wählt einen Song, der wirklich nicht leicht ist: "Just a Girl" von Gwen Stefani.

"Du brauchst einen Coach, der dich versteht", wirbt Yvonne. "Dann ist Samu ja raus", wirft Mark ein. Yvonne sei in der Show ja die Potenzialpädagogin, erklären die Fantas. "Asozialpädagogin", setzt Mark nach. "Wie kannst du nur so böse sein?". Yvonne ist entsetzt. Meike ist der Streit zu bunt, sie entscheidet sich für die Fantas.

Natia aus Georgien fällt die Entscheidung schwer. Eine Gemeinsamkeit mit einem Jury-Mitglied ist für die junge Frau ausschlaggebend. Natia hat bei der Familie in Kirchheim Deutsch in Blitz-Geschwindigkeit gelernt. "Ich würde gerne meine Deutschkenntnisse verbessern mit Samu", sagt Natia. Samu springt laut jubelnd vom Stuhl.

 
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