| 08.15 Uhr

Köln
Vox schneidert am Programm

Köln. Mit "Schrankalarm" und "Zwischen Tüll und Tränen" fährt der Privatsender eine sehr erfolgreiche neue Modelinie. Von Lisa Kreuzmann

Der Kölner Privatsender Vox hat eines sehr gut begriffen: Frauen sind gar nicht so kompliziert. Man gebe ihnen etwas Freizeit am Nachmittag und das Gefühl, mit etwas Stoff die Schönste im ganzen Land zu sein. Dazu ein paar Glückstränen und "Wow"-Effekte und schwupps - da ist die Spitzenquote. Was Stardesigner Guido Maria Kretschmer mit "Shopping Queen" vorgemacht hat, liefert auch den Stoff für weitere Mittagsformate: Kleider machen Frauen glücklich.

Es sind noch nicht einmal zwei Wochen vergangen, seitdem Vox mit dem neuesten Format gestartet ist, da steht fest, "Zwischen Tüll und Tränen" wird fortgesetzt und bekommt einen festen Platz am Nachmittag. Die zweiwöchige Testphase endet heute, ab Montag kehrt vorerst die ebenfalls sehr erfolgreiche Show "Vier Hochzeiten und eine Traumeise" um 16 Uhr zurück.

Kaum verwunderlich also, dass "Zwischen Tüll und Tränen" ähnlich gut beim Publikum ankam. Schließlich wurde hier noch einmal kräftig in die Gefühlskiste gegriffen: Es geht um Brautmode. Die Zuschauerinnen dürfen Bräute bei der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens begleiten. Und das bei Brautausstattern in Stuttgart, Dresden und im Harz. Glitzerborten und Tüllröcke, schmale Taillen und kaschierte Hüften. Ganz in Weiß. Ein Blumenstrauß. Ein Traum.

Damit schaffte der Sender Mitte dieser Woche, zwölf Prozent der 14- bis 59-jährigen Zuschauerinnen zu erreichen. Insgesamt sahen eine Million Menschen bewegten Müttern, Schwiegermüttern und zukünftigen Prinzessinen für einen Tag bei deren emotionalen Ausnahmezuständen zu. Doch müssen die Zuschauerinnen zugestehen: Sich diese Szenen unbeteiligt zwischen Suppengrün und Mittagsschlaf anzuschauen, hat einen gewissen Reiz.

Aber schon der Auftakt zur Brautschau macht Lust auf mehr: Um 15 Uhr berät Guido Maria Kretschmer in dem Sender-Aushängeschild "Shopping Queen" und erzielte damit Mitte der Woche einen Jahresbestwert von 10,9 Prozent bei den 14- bis 59-Jährigen. Insgesamt 0,92 Millionen Zuschauer verfolgten die Einkaufstour von Kandidatin Sabrina in Aachen auf der Suche nach einem Look ganz in Denim - Jeansstoff also.

Und auch "Schrankalarm" fährt gute Quoten ein. 7,3 Prozent in der werberelevanten Gruppe erreichte die Umstylingshow. Die Sendung spielt mit einem Paradoxon, das jede modebewusste Frau wohl kennt: Der Schrank hängt voller Klamotten, aber sie findet nichts anzuziehen. Das Stylisten-Duo Manuel Cortez und Miyabi Kawai weist neue Wege auf, mistet aus, arbeitet um et voilà: Der Kandidatin neue Kleider überzeugen.

Die Strategie mit der Suche nach der perfekten Optik geht auf: Insgesamt erreichte Vox Mitte der Woche einen sehr starken Tagesmarktanteil von 8,3 Prozent. In Köln weiß man, was Frauen wollen. "Wir sind ein Frauensender", sagt Vox-Chefredakteur Kai Sturm. Mit "Zwischen Tüll und Tränen" hat er die Leipziger Produktionsfirma 99pro media beauftragt, die auch schon Daniela Katzenberger groß machte. Sturm kündigt an, in Zukunft mehr solcher Eigenproduktionen im Programm haben zu wollen. Der Erfolg spricht für das Marktgespür beim Sender, der für innovative Konzepte bekannt ist. "Wir wollen nur herausragende, einzigartige Stoffe produzieren, die zu Vox passen", betont der Chefredakteur, "und dabei vermehrt auf Eigenproduktionen setzen." Zurzeit laufe an vier bis fünf Abenden pro Woche US-Fiction. "Da sage ich voraus, dass wir diese Fülle in fünf Jahren nicht mehr haben werden. Unsere Entwicklungspipeline ist voll."

Quelle: RP
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