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ARD-"Wahlarena" mit Angela Merkel
Junge Kölnerin sorgt für emotionalsten Wahlkampf-Moment

Wahlarena mit Angela Merkel: Junge Frau mit Down-Syndrom stellt emotionale Frage
Die junge Frau im Publikum stellt Angela Merkel eine Frage. FOTO: Screenshot/ ARD-Mediathek
Lübeck/Köln. Es war ein bemerkenswerter Moment in einer ansonsten routinierten "Wahlarena"-Sendung: Eine junge Frau mit Down-Syndrom stellte Kanzlerin Angela Merkel am Montagabend in der ARD eine sehr persönliche Frage. 

Schon eine ganze Reihe von Zuschauerfragen hat die Kanzlerin beantwortet, als sich in der ARD-Sendung "Wahlarena" eine junge blonde Frau mit Brille und Lederjacke zu Wort meldet. Sie sei Redakteurin bei einem Magazin für Menschen mit Down-Syndrom, sagt die 18-jährige Kölnerin. Und sie wolle wissen, wie die Kanzlerin dazu stehe, dass Schwangerschaften mit Trisomie-21-Babys noch bis kurz vor der Geburt abgebrochen werden dürfen. "Dieses Thema ist mir wichtig. Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben", sagt die junge Frau. 

Die Kanzlerin reagiert sichtlich gerührt und mit einer persönlichen Geschichte: Sie sei in der DDR mit geistig behinderten Kindern in ihrer direkten Nachbarschaft aufgewachsen. "Da gab es überhaupt keine Förderung, da gab es gar nichts. Und das ist einer der großen Vorteile der Deutschen Einheit, dass man heute an Ihnen sieht, was man mit Förderung, guter Betreuung und Bildung machen kann." Viele Eltern hätten vermutlich Angst davor, ein Kind mit einer Behinderung aufzuziehen.

Merkel lobt die junge Frau für ihren Auftritt in der TV-Sendung: "Wenn man sieht, was für ein toller Mensch Sie sind, dann kann ich nur sagen, dass es richtig ist, darüber nochmal nachzudenken."

Anschließend verweist die Kanzlerin darauf, dass die Union eine verpflichtende Beratung bei Spätabtreibungen eingeführt habe: "Es war unglaublich schwer, dafür eine Mehrheit zu bekommen." Eine Antwort auf die Frage der jungen Frau, warum Spätabtreibungen erlaubt seien, liefert die Kanzlerin streng genommen nicht. Dafür kündigt sie an, vielleicht einmal im Kölner Café Querbeet vorbeizuschauen - der Caritas-Einrichtung, in der die junge Frau arbeitet. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Moderatoren Sonia Mikich und Andreas Cichowicz in der Wahlarena. FOTO: dpa, dan tba

Um die Stimme der Kölner Erstwählerin muss sich die Kanzlerin allerdings offenbar ohnehin nicht sorgen: Die junge Frau gibt sich als großer Merkel-Fan zu erkennen und kündigt an, die CDU auf jeden Fall zu wählen. 

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(jco)
 
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