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"Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"
War das die mieseste Dschungelprüfung aller Zeiten?

Fotos: Dschungelcamp 2016: Sophia und Brigitte vergeigen Dschungelprüfung
Fotos: Dschungelcamp 2016: Sophia und Brigitte vergeigen Dschungelprüfung FOTO: RTL/Stefan Menne
Gold Coast. Sie aßen, was das Zeug hielt und Metzger Matt hergab – doch nach ihrer Dschungelprüfung mussten Sophia Wollersheim und Brigitte Nielsen doch ohne Sterne zurück ins Dschungelcamp. Einige Zuschauer sprachen von Schikane. Von Christian Spolders

Als Sarah Knappik 2011 von der härtesten Dschungelprüfung aller Zeiten sprach, hatte das Model vermutlich keine Ahnung, was da noch kommen würde. Seit Dienstagabend weiß Fernseh-Deutschland: Nicht Sarah "Dingens", wie sie in der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" genannt wurde, wurde die schlimmste aller Aufgaben gestellt, sondern Sophia Wollersheim und Brigitte Nielsen fünf Jahre später.

Die beiden Damen, die es unter die Top sechs der zehnten Staffel geschafft haben, ließen sich von ihren Kameraden im Camp wählen. Was sie da noch nicht wussten: Ihnen sollte eine der miesesten Dschungelprüfungen aller Zeiten gestellt werden. Inklusive aller Zeiten, die noch kommen werden.

Sophia Wollersheim, Brigitte Nielsen und die Krux der Prüfung 

Denn die Gattin von Rotlicht-Größe Bert Wollersheim und die Dschungelkönigin von 2012 sollten nicht nur das als solches proklamierte Ekel-Essen vertilgen, nicht nur nacheinander essen und sich an eine vorgegebene Zeit halten, sondern vorher auch noch ungefähr abschätzen, wieviel Gramm der fünf Portionen (fermentierte Soja-Bohnen, Truthahnhoden, Dschungelsülze, Witchetty Maden, Kamellippe) sie haben wollten. Die Krux: War es weniger, als RTL sich vor der Dschungelprüfung als Mindestmaß ausgedacht hatte, nutzte alle Überwindung und alles Rumgewürge gar nichts.

Und so gaben sich die Damen zwar allergrößte Mühe, verzweifelten aber an der Schwierigkeit der Aufgabe. Packten sie zu wenig auf den Teller, gab es trotz blanker Platten keine Sterne, und bestellten sie sich bei Metzger Matt zu viel, bekamen sie es nicht auf. "Das ist wirklich nicht viel Zeit", sagten sie ob der zwei Minuten, die ihnen pro Portion gegeben wurden. 

Woran Brigitte Nielsen und Sophia Wollersheim scheiterten:

  1. Bei den fermentierten Soja-Bohnen hatten sie zwar mehr als die geforderten 60 Gramm auf dem Teller, die 82 Gramm bekamen sie aber nicht runter.
  2. 150 Gramm Truthahnhoden sollten es sein, Brigitte dachte aber, dass nur 50 gefordert waren. Die 83 Gramm, die sie aßen, waren zu wenig.
  3. Die 276 Gramm Dschungelsülze waren zu viel für die zwei Minuten Zeit, dabei wären sie über der Mindestmenge von 200 Gramm gewesen.
  4. Vier Witchetty Maden verputzte Brigitte Nielsen, die wogen allerdings zusammen nur 44 statt der geforderten 50 Gramm.
  5. Auch bei der Kamellippe ließen sie sich zu wenig auftischen. Es waren nur 85 statt 100 Gramm.

Mit null Sternen kehrte sie somit zurück ins Dschungelcamp, doch den Zahn, dass das Damen-Duo die Daheimgebliebenen nur auf den Arm nehmen würde, als es die Nachricht verkündete, zogen Brigitte und Sophia den anderen schnell. Die verstanden jedoch, wie schwierig die Aufgabe war, sodass sich die Dänin darüber freute, dass zum ersten Mal jemand ohne Sterne und somit ohne mehr Abendessen als Reis und Bohnen zurückkehrte und nicht sauer war.

Noch während der Sendung reagierten etliche der mehr als sechs Millionen Zuschauer mit Unverständnis auf die Aufgabe. Sie sprachen von Schikane.

 

 

 

 

Allerdings: Den Unterhaltungsfaktor hat es erheblich gesteigert – und damit hat der Sender genau das erreicht, was er wollte. Genau so blieben auch in den vergangenen Tagen und Jahren Dschungelprüfungen, längst nicht mehr das Prunkstück der Show, in Erinnerung.

Die Zuschauer erinnern sich nur zu gut und zu gerne an Caroline Beil, die sich 2004 von Straußen blutig beißen ließ. An Daniel Küblböck, der wild schrie, als er im gleichen Jahr von 30.000 Kakerlaken in einem gläsernen Sarg überschüttet wurde. An Julia Biedermann, die 2008 eine Dschungelprüfung als erste Kandidatin gar nicht erst antrat, als auch sie in den Kakerlaken-Sarg sollte. Und in Zukunft auch an Helena Fürst, die in diesem Jahr im Akkord versagte.

Bei Sarah "Dingens" Knappik ging es vor der "härtesten Dschungelprüfung aller Zeiten" übrigens darum, in eine Höhle zu kriechen und elf Sterne einzusammeln, während um sie herum Kröten und Spinnen kreuchten und fleuchten. "Ich kann nicht atmen", begründete die damals 24-Jährige ihr Aufgeben. Fünf Jahre später wird auch sie zugeben müssen: Das, was sich RTL dieses Mal ausgedacht hat, war deutlich härter und deutlich mieser.

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