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Ex-Teilnehmer Thomas Rupprath
Was vom Dschungelcamp übrig bleibt

Was bleibt vom Dschungelcamp übrig? Thomas Rupprath im Interview
Thomas Rupprath zog vor fünf Jahren ins RTL-Dschungelcamp. FOTO: RTL
Neuss. Vor fünf Jahren zog Thomas Rupprath ins RTL-Dschungelcamp. Vor dem Start der neuen Staffel spricht der frühere Weltklasse-Schwimmer über die Zeit im Dschungel, was bleibt - und warum Lästern im Camp fast schon Gruppenzwang ist.

Herr Rupprath, haben Sie eigentlich Mitleid, wenn den Dschungelcamp-Kandidaten pürierte Kotzfrucht serviert wird?

Thomas Rupprath Mitleid nicht, aber ich weiß natürlich, was die Kandidaten erwartet. Ich musste ja damals mit Jay Khan zusammen zur Dschungelprüfung mit den berühmt-berüchtigten Gerichten. Es gab Kakerlaken, Mehlwürmer und die pürierte Kotzfrucht. Sogar ein Krokodilpenis war dabei - obwohl, den zu essen, das ging eigentlich.

Dschungelcamp 2017: Diese Kandidaten sind im Gespräch FOTO: AP

Und die anderen Gourmet-Gerichte aus der Dschungelküche?

Rupprath Ich habe zumindest alles probiert, was man mir vorgesetzt hat. Schwierig ist vor allem, die Portionen in der vorgegebenen Zeit zu essen. Daran bin ich zum Teil ja auch gescheitert.

Sie waren in der legendären Staffel mit Model Sarah Knappik dabei. Haben Sie noch Kontakt zu den Dschungelcamp-Mitbewohnern von einst?

Rupprath Am meisten mit Jay Khan - erst zu Neujahr wieder. Auch zu Indira Weis ist der Kontakt nicht abgerissen, und Eva Jacob meldet sich mindestens ein Mal im Jahr. Was man aber vor allem mitnimmt, sind die Erfahrungen, die man im Dschungelcamp gemacht hat.

Zum Beispiel?

Rupprath Man sollte keine Vorurteile über Menschen fällen, die man nur aus dem Fernsehen kennt. Ich kannte die anderen Kandidaten aus der Show damals jedenfalls nur aus dem TV und war erstaunt, sie dann richtig kennenzulernen. Öffentliche und private Person - das ist oft ein großer Unterschied. Zweitens lernt man im Dschungelcamp den Luxus des Lebens, das wir zu Hause führen, noch einmal ganz anders zu schätzen. Scheinbare Selbstverständlichkeiten sieht man danach anders. Und drittens lotet man auch seine persönlichen Grenzen aus.

Wann sind Sie das erste Mal an Ihre Grenzen gestoßen?

Rupprath Nach drei, vier Tagen merkt man das monotone Essen. Es gibt ja fast nur Reis mit Bohnen. Ungewürzt. Morgens, mittags, abends. Gerade als Ex-Sportler verbrenne ich ganz anders als andere. Da habe ich das dann schon gespürt.

Diese Dschungelcamp-Teilnehmer posierten im "Playboy" FOTO: Irene Schaur für Playboy Februar 2016

Spannend ist die Gruppendynamik, die sich im Dschungelcamp entwickelt. Irgendwann geht das große Lästern los. Sie haben sich dabei größtenteils zurückgehalten.

Rupprath Größtenteils, ja. Es entspricht auch eigentlich nicht meinem Naturell. Aber Lästern ist im Dschungelcamp fast schon Gruppenzwang. Das bleibt vermutlich auch nicht aus. Schließlich ist man 24 Stunden lang auf engstem Raum zusammen.

Viele haben damals nicht verstanden, dass Sie ins Dschungelcamp gegangen sind. Es hieß: Ein Sportler mit solchen Erfolgen ramponiert dabei doch nur seinen Ruf.

Rupprath Ich habe 20 Jahre lang Hochleistungssport betrieben, davon zehn Jahre professionell. Wenn man dann, wie ich damals, seine Laufbahn beendet, kommt erst mal ein Loch. Mir hat die Herausforderung gefehlt - und da kam das Dschungelcamp gerade recht. Ich habe es als sportliche Herausforderung gesehen, mit zehn fremden Menschen in den australischen Dschungel zu ziehen. Auch mit der Gage, wie hin und wieder behauptet wurde, hatte es nichts zu tun.

Darüber wird immer viel geredet.

Rupprath Für die Arbeitszeit, die man als Dschungelcamp-Kandidat hat, gibt es ja auch eine super Entschädigung. Aber den meisten geht es doch darum, irgendetwas zu vermarkten - eine neue Platte, ein neues Buch, sich für eine neue Filmrolle ins Gespräch zu bringen. Da war ich anders. Welche Intention hätte ich denn haben sollen? Noch mal irgendwo zu schwimmen?

Im Dschungelcamp blieben Sie als Kandidat zunächst blass. Am Ende wählten die Zuschauer Sie trotzdem auf Rang drei.

Rupprath Das war auch für mich eine Überraschung. Möglicherweise lag es daran, dass ich mich nicht verstellt habe. Es gibt immer Kandidaten, die sich ständig in Szene setzen und zum Beispiel ganz genau wissen, wo die Kameras stehen. So war ich nicht. Ich war genauso langweilig, wie ich auch zu Hause bin (lacht). Hinterher habe ich übrigens erfahren, dass es im Hotel immer Wetten gab, wer als nächstes rausfliegt. Ich war stets Top-Kandidat. Da haben einige Leute ziemlich viele Wetten verloren.

Diese deutschen Promi-Damen waren nackt im "Playboy" FOTO: dpa, Britta Pedersen

Schalten Sie morgen ein?

Rupprath Ich hoffe, dass es zeitlich passt. Generell aber gerne. Es kommen schließlich viele Erinnerungen an die eigene Zeit im Camp hoch. Ich schaue zwar nicht jede Folge, aber als ehemaliger Kandidat sieht man das Ganze ja doch noch mal ganz anders. Das fängt schon damit an, wer meinen Schlafplatz hat.

Was war die härteste Prüfung im Dschungelcamp?

Rupprath Die Trennung von meiner Familie. Meine Frau und unser Sohn waren damals mit in Australien und im Hotel. Nicht zu wissen, wie es ihnen geht, war der härteste Test meiner Dschungelcamp-Zeit.

ANDREAS BUCHBAUER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: NGZ
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