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Garching
Wer stirbt als nächstes?

Garching. Die sechste Staffel von "Game of Thrones" startet am Montag. Studenten wissen, wer sterben muss.

Es war ein verzweifelter Versuch: Weil US-Präsident Barack Obama derzeit der einzige ist, der die neue Staffel der US-Kultserie "Game of Thrones" schon sehen durfte, versuchte die Journalistin Vanessa Golembewski, ihn dazu zu bewegen zu verraten, wie es weitergeht, ganz offiziell per Antrag an das Justizministerium.

Dabei hätte die junge Frau sich auch einfach an die Informatik-Studenten der Technischen Universität (TU) München wenden können. Die wollen nämlich mit einem eigens entwickelten Algorithmus herausgefunden haben, wer als nächster draufgeht im blutigen "Lied von Eis und Feuer". Die Ergebnisse haben sie ins Netz gestellt. In einem Programmier-Kursus wurden Anwendungen erstellt, die das Internet nach Daten über "Game of Thrones" durchsuchen und aufbereiten. Dadurch kann nach Angaben der Universität die Wahrscheinlichkeit abgeleitet werden, welcher der Serien-Charaktere voraussichtlich als nächstes sterben wird.

Die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt hatte Guy Yachdav, Hardcore-Fan der Serie und Doktorand an der TU. Rund 40 Bachelor- und Master-Studenten haben 50 Tage lang an dem Projekt mitgearbeitet, das in einem sonst eigentlich etwas trockeneren Programmierungs-Seminar für JavaScript entstanden ist. Fünf von ihnen waren Frauen.

"Wir haben 24 Eigenschaften getestet - zum Beispiel, wie viele Tote ein Charakter schon in seiner Verwandtschaft hat", sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Tatyana Goldberg. "Dabei stellte sich heraus: Wenn die Mutter schon tot ist, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Charakter selbst stirbt."

Ein weiterer Risiko-Faktor ist das Geschlecht. "Männer sind eher dran", sagt sie. Und auch das Alter des Charakters spiele eine große Rolle. "Im Alter zwischen 20 und 40 ist die Wahrscheinlichkeit am größten, ermordet zu werden. Wenn der Charakter es über die Altersgrenze von 40 geschafft hat, dann ist er durch." Ein wichtiges Kriterium sei auch der Bekanntheitsgrad der Figur, erklärt der italienische Student Christian Dallago. Die wichtigste Quelle für die Informatiker war dabei die Online-Datenbank "Game of Thrones Wiki". Der Algorithmus trifft laut Uni auf 74 Prozent aller bisherigen Todesfälle in der Serie zu. Wenn die Ergebnisse stimmen, sieht es in der sechsten Staffel, die am Montag startet, besonders schlecht aus für Tommen Baratheon (97 Prozent Sterbewahrscheinlichkeit) oder für Drachenlady Daenerys Targaryen (95 Prozent).

(dpa)
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