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"Wer wird Millionär?"
Kölner scheitert an Geografie-Frage und Vertrauen

Wer wird Millionär auf RTL: Kölner scheitert an Geografie-Frage und Vertrauen
Karl Maniok aus Köln mag kein Gemüse. FOTO: RTL/Frank Hempel
Köln. Wie eine frische Brise wehte Karl Maniok in die "Wer wird Millionär?"-Sendung. Er kuschte nicht, sondern konterte Günther Jauch auf eine sympathische, weil clevere Art und Weise. Der Moderator honorierte das. Er stellte ihn als Kandidaten vor, der "immer ein bisschen zu viel gewusst hat". Für die Million war es aber ein bisschen zu wenig, vor allem zu wenig Vertrauen. Von Jessica Balleer

Dabei waren die Vorzeichen für den Chemie-Doktoranden aus Köln vielversprechend. Karl Maniok stieg auf der 16.000-Euro-Stufe ein und hatte den 50/50-Joker und den Zusatzjoker übrig. Als erstes stellte Jauch dem selbsternannten "Nerd" eine Fußball-Frage.

Ein Chemiker mit Fußballwissen

Und wieder überraschte der Kandidat. "Welche beiden bekannten deutschen Fußballer kicken seit dieser Saison für Vereine derselben Stadt?": A) Schweinsteiger & Özil B) Podolski & Gomez C) Kroos & Ter Stegen D) Klose & Khedira. Der Kölner bewies Fußballwissen, ordnete Lukas Podolski und Mario Gomez ihren türkischen Vereinen Galatasaray bzw. Besiktas Istanbul zu. "Es ist deprimierend", sagte Jauch. "Alles richtig."

Der Satz des Abends

Dass der Duschmord, die weltberühmte Szene im Film "Psycho", bereits nach rund 45 Minuten zu sehen ist, wusste Maniok mithilfe des 50/50-Jokers. Vielmehr aber brannte Jauch eine andere Frage unter den Nägeln. Der Ernährungs-Exkurs lockte den Satz des Abends hervor: "Sie mögen überhaupt kein Gemüse?", fragte Jauch ungläubig. Ob Brokkoli, Möhren oder Kohl: Der Kölner gab zu, seinen Ekel vor den gesunden Lebensmitteln nie überwunden zu haben. "Eine Ausnahme sind Kartoffeln", sagte Maniok. Speziell, wenn diese frittiert seien. Sein Credo: "Frittieren veredelt jedes Gemüse." Die Lacher hatte er dafür erneut auf seiner Seite.

 

Wie gut, dass Karl Manioks Lehrer im Erdkunde-Leistungskurs in jeder Stunde Geografie abgefragt hatte. Dumm nur, dass Maniok dieses Wissen bei der 64.000-Euro-Frage nicht abrufen konnte: "Mit welchen beiden Staaten hat Brasilien keine gemeinsame Grenze?" A) Kolumbien & Peru, B) Ecuador & Chile, C) Paraguay & Venezuela oder D) Bolivien & Uruguay. Der Kandidat zückte den Zusatzjoker. Ein Mathematik-Student aus Recklinghausen stand auf. Er wusste sicher, dass es Ecuador & Chile (B) sind. Trotz eines souveränen Plädoyers hörte Maniok auf. So passend wie die Begrüßung war dann auch Jauchs Verabschiedung für den Kölner: "Das hat Spaß gemacht mit Ihnen."

Der Münchener Johannes Meinow ging mit 500 Euro nach Hause. FOTO: RTL/Frank Hempel

Sportjournalist folgt auf Kölner

Auf Maniok folgte Johannes Meinow (29) aus München. Der Sportjournalist wirkte auf den ersten Blick wie das Pendant zu Maniok: Kein Karo-Hemd, rote Wollmütze, halblange Haare: Der Sportjournalist wählte die Risiko-Variante. Seine Herleitungen waren dann auch eher holprig. Meinow beantwortete die ersten Fragen aber dennoch richtig.

Den 50/50-Joker benötigte er für die Geografiefrage auf der 8000-Euro-Stufe: "Die Mosel bildet die natürliche Grenze zwischen...?" A) Rheinland-Pfalz und Saarland, B) Grau- und Spätburgunder, C) Eifel und Hunsrück oder D) Aldi Nord und Aldi Süd. "Ich sollte hier nicht so viel reden", gab er selbst zu. Denn bis dato hatte er nicht viel Glück mit seinen Herleitungen. Dennoch entschied er sich richtigerweise für Antwort C.

Pläne hatte er bereits für den möglichen Gewinn der Million. Er müsse eine Liste von Dingen erneuern, die er in der Wohnung seiner Freundin kaputt gemacht habe: Klodeckel, Dusche, Rolladen, Eisfach, Ceranfeld und Gläser. "Wie demoliert man denn einen Klodeckel?", hakte Jauch nach. Beim Zähneputzen habe sich der Münchener gesetzt, weil er "keinen Bock hatte, zu stehen". Diese Themen schienen ihm eher zu entsprechen als das Faktenwissen aus dem Geschichtsunterricht.

Münchener liegt 300 Jahre daneben

Der Telefonjoker musste Johannes Meinow bei der 32.000-Euro-Frage helfen. Er fragte den Ingenieur Nicolai Heinze nach "einem historischen Ereignis zwischen Mittelalter und Neuzeit". Der Joker war sich unsicher: "Sturm auf die Bastille oder Entdeckung Amerikas", sagte er. Der Kandidat zockte. Meinow entschied sich für den Auftakt der Französischen Revolution am 14. Juli 1789 – und hatte sich verzockt. Richtig wäre die Entdeckung Amerikas gewesen, rund 300 Jahre zuvor. Ein Trost: Für den neuen Klodeckel sollten die gewonnenen 500 Euro ausreichen.

 

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