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"Wer wird Millionär?"
Jurist mit Alpträumen gewinnt 125.000 Euro

Wer wird Millionär?: Bitterfeld-Frage legt Bundesumweltamt-Seite lahm
Mohamed Mahjoubi überwand bei Günther Jauch seine Ängste. FOTO: RTL
Köln. Fünf Wochen lang musste Mohamed Mahjoubi warten, bis ihm Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?" die 16.000-Euro-Frage stellte. Obwohl er noch alle vier Joker besaß, plagten den angehenden Juristen Alpträume. Er scheiterte aber erst, als es um das sonderbare Fressverhalten des Feldhasen ging. Von Jessica Balleer

"Ich hatte extreme Alpträume, splitternackt saß ich auf diesem Stuhl", verriet Mohamed Mahjoubi gleich zu Beginn. Und statt Günther Jauch habe ihm der Außerirdische E.T. die Frage für 16.000 Euro gestellt. Wie ein böser Traum aber entwickelte sich der Abend für den Kölner nicht.

Jauch kennt "Elstar"-Apfel nicht

Der erste Joker war gleich fällig, als Jauch die 16.000-Euro-Frage zum Thema Obst stellte. "Durch Kreuzung entstand aus Ingrid Marie und...?" A) Haflinger der Lipizzaner B) Riesling der Pinot Grigio C) Golden Delicious der Elstar D) Dackel der Jack Russell? Der Kölner zog den Zusatzjoker. Eine patente Hausfrau aus Pulheim gestand "Ich esse gerne Äpfel!" und war sich sicher: Aus Ingrid Marie und Golden Delicious entsteht der Elstar. Erstaunlich: Moderator Günther Jauch kannte "Elstar" nicht – eine der beliebtesten Apfelsorten der Deutschen.

Vier Joker für drei Fragen

Nach dem Durchmarsch beim ersten Mal, wurde es nun enger für den angehenden Juristen. Das könnte an den Worten gelegen haben, die ihm seine Verlobte mit in die Sendung gegeben hatte: "Schatz, kein Druck", habe sie gesagt. "Aber 32.000 für die Hochzeit müssen!"

Mahjoubi bemühte das gesamte Publikum, als es um 32.000 Euro und ein närrisches Fest vieler Badener und Schweizer ging. Der "schmutzige Donnerstag" war 69 Prozent der Zuschauer ein Begriff. Sie verhalfen astrein zum Weiterkommen.

Bei der dritten Frage des Abends waren dann auch die letzten beiden Joker fällig: "Wofür braucht man als deutscher Individualtourist eine Genehmigung des Bundesumweltamtes?" Der Telefonjoker konnte nicht helfen. Nach dem 50:50-Joker blieben C) Reise zur Antarktis und D) Ausflug nach Bitterfeld stehen.

64.000-Euro-Frage legt Homepage lahm

Während der Kandidat rätselte, wo genau Bitterfeld liegen könnte und es fälschlicherweise mit Tschernoybl verglich, schien halb Deutschland auf der Homepage des Umweltbundesministeriums nach Antworten zu suchen. Mit ihrer Recherche legten sie die Website kurzzeitig lahm. "Jeder Reisende muss beim Bundesumweltamt in Dessau eine Genehmigung beantragen, wenn er in die Antarktis reisen will", erklärte Jauch. Bei Pauschalreisen übernehme das der Veranstalter.

Fußball-EM: Nodbremsky, Schwalbinho oder Sigthorsson?

Welcher Fußballer trug dazu bei, dass sein Land bei der EM 2016 vertreten ist? A) der Pole Nodbremsky B) der Portugiese Schwalbinho C) der Islander Sigthorsson D) der Grieche Elphmeta. Nachdem Jauch bereits bei den Apfelsorten planlos war, konnte er auch hier keine Hilfestellung leisten. "Ich kenn' die alle nicht", sagte der Moderator. Der Kandidat hingegen erklärte, Fußball sei sein Fachgebiet. Er zeigte Zockerherz, entschied sich für den Isländer Kolbeinn Sigthorsson – und erspielte 125.000 Euro.

Dann ging es um eine halbe Million Euro: "Wer gilt als typisches Beispiel für Tierarten, die sich u.a. von ihren eigenen Exkrementen ernähren?" - A) Feldhase B) Ringelnatter C) Steinadler D) Braunbär? Dass sich der gemeine Feldhase von den eigenen Exkrementen ernährt, wusste er nämlich nicht. Jauch stellte fest, dass das auch eine "echte Scheiß-Frage" sei und verabschiedete ihn.

Aldi-Mitarbeiter kennt Hagelzucker nicht

Nico Kubach aus Frankfurt (26) folgte dem Kölner auf den Stuhl. Der auszubildende Regionalverkaufsleiter bei Aldi Süd schien seine Konzentration zuhause gelassen zu haben und hatte stattdessen ein breites Dauergrinsen mitgebracht. Uneingeschränkte Sympathien brachte ihm das allerdings nicht ein. Genervte Twitter-Kommentare häuften sich. Günther Jauch galoppierte ohne viel Smalltalk durch die Fragen.

Kubach quizzte sich mit einer Tendenz zur akuten Unsicherheit bis zur 4.000-Euro-Frage. Weil er nicht wusste, dass ein guter Bäcker meist "Hagelzucker" im Haus hat, zog er früh den Publikumsjoker. Das war bemerkenswert, absolviert der 26-Jährige doch ein duales Studium bei einem der größten deutschen Discounter. 95 Prozent des Publikums im Studio wussten es jedenfalls besser als er und retteten den Frankfurter. In zwei Wochen spielt Kubach weiter. Bis dahin darf er sich über 16.000 Euro auf dem fiktiven Konto ..."freuen".

(ball)
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