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"Wer wird Millionär"
Wie sich ein Kandidat aus NRW verplapperte

TV: Die Highlights aus 950 Folgen "Wer wird Millionär?"
TV: Die Highlights aus 950 Folgen "Wer wird Millionär?" FOTO: RTL
Köln. Von fünf Kandidaten bei "Wer wird Millionär" schafft es ein 31-jähriger Deutsch-Türke als einziger, den vier Bundesministern Wolfgang Schäuble, Barbara Hendricks, Hermann Gröhe und Frank-Walter Steinmeier ihre Ministerien zuzuordnen. Auch der zweite Kandidat aus NRW sorgt für Furore, als er in ein Fernsehfettnäpfchen tappt. Von Jessica Balleer

"Der mit dem Migrationshintergrund, was?", flachste Moderator Günther Jauch sogleich, als Ersin Demir (31) aus Velbert nach der Auswahlfrage auf den Ratestuhl kam. Der Mediengestalter aus NRW schaffte die ersten Fragen mühelos. Demir wusste, wer Medienmogul Rupert Murdoch ist (2000 Euro) und kannte die Zutatenliste eines Dresdner Christstollens.

Als "Leseratte" stellte ihn Jauch vor. Der Mediengestalter lese alles, was ihm in die Finger kommt, sagte Demir. So auch eine Brockhaus Sonderausgabe über historische Personen, die sein Vormieter zurückgelassen hatte. Dieser Band half ihm allerdings bei der 8000-Euro-Frage nicht. Jauch wollte wissen, wer hinter Queen Elizabeth II. am längsten in Großbritannien regierte. Das Publikum verhalf Demir zur richtigen Antwort: Queen Victoria, die mit 64 Jahren im Amt (1837 bis 1901) auf Platz zwei verdrängt wurde.

Porträt: "Wer wird Millionär?"-Moderator und ARD-Talker FOTO: dpa, dpa

Obwohl er eine Leseratte ist, wusste der 31-Jährige nichts mit der Ratgeber-Reihe von Mark Lauren anzufangen. Hier folgte ein Exkurs in die Kultur der Türkei, als Ersin Demir seinen Telefonjoker vorstellte. Das war sein Freund mit dem Namen "El Chaikh Ali Mohamad Ali H.", über dessen Namensherkunft Günther Jauch philosophierte. Auch die deutsch-türkische Hochzeit mit 750 Gästen war Thema, was Laune machte und RTL wertvolle Minuten verschaffte. Letztlich rief Demir aber seinen Kumpel Taylan Özdemir an.

Für den Mann aus Velbert war eine Kultur- und eine Sportfrage später Schluss, denn der geheimnisvolle Illuminatenorden blieb ihm bis zuletzt ein Rätsel. Weil er Adolph Freiherr Knigge nicht zuordnen konnte, ging er mit 64.000 Euro nach Hause und machte Platz für den zweiten NRW'ler, Jonas Schröder aus Gelsenkirchen.

Super Mario ist 33 Jahre alt, Jim Knopf ist 55, Pippi Langstrumpf hat 70 Jahre auf dem Buckel und den 150. Geburtstag feiern bereits die "Opas" Max und Moritz. Der Forstwirt-Azubi Schröder wusste das am schnellsten, erklärte seinen Beruf kurz und knapp mit "Ich fälle halt die Bäume" und ging ebenso pragmatisch über die ersten Fragen hinweg.

RTL: Die schlimmsten Blackouts bei "Wer wird Millionär?"

Dann wurde es interessant: Dass Schröder am 10. Juni 2016 nicht nur zufällig Geburtstag hat, sondern dann auch "die Euro", nämlich die Fußball-Europameisterschaft beginnt, brachte ihn eine Stufe weiter. Jauch wunderte sich, dass die DFB-Elf nicht wirklich leichtfüßig durch die Qualifikation kam. "Das sah gestern echt nicht so aus", antwortete Schröder und verplapperte sich so. Denn er verriet damit unbewusst, wann genau die Sendung aufgezeichnet wurde – nämlich vor drei Wochen nach einem EM-Qualifikationsspiel Deutschlands. 

Kindernamen: Kevin, Chantal oder Alejandro?

Fotos: WWM - Diese Kandidaten holten die Million FOTO: RTL

Für 16.000 Euro brauchte Schröder den 50:50-Joker und zückte gleich den Anrufjoker hinterher: Sein Freund, der bei der Bundeswehr war und "im besten Laden" für das Fach – an der Elite-Universität RWTH in Aachen – Maschinenbau studiert hat, sollte ihm helfen: Wo gibt es einen Verteilerfinger? A) Ottomotor oder B) Melkmaschine? Sicher war er nicht, tendierte zur Melkmaschine – und lag falsch. Der Kandidat zog seinen eigenen Kopf aus der Schlinge, als er den Ottomotor nahm.

Für das nächste Mal bleibt Schröder ein Zusatzjoker und eine andere wichtige Frage zu klären: Welchen Namen sein zukünftiges Kind tragen solle. "Bedenken Sie, dass man den Namen über einen gesamten Spielplatz rufen können muss", gab Jauch zu bedenken. "Alejandro", schlug Schröders Freundin vor. Dieser sagte allerdings schon: "Der Name kommt mir nicht ins Haus."

Sehen Sie hier die Höhepunkte aus 950 Folgen "Wer wird Millionär".

Hier erfahren Sie, welche Kandidaten bei Jauch die Million holten.

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