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Rekord bei "Wer wird Millionär?"
Dresdnerin gewinnt im Stechen 1,5 Millionen Euro

Wer wird Millionär mit Günther Jauch: Rekord-Jackpot an Nadja Sidikjar
Nadja Sidikjar an der Seite von Günther Jauch. FOTO: RTL
Köln . Es ist die höchste Summe, die je bei "Wer wird Millionär?" erspielt wurde: Bei dem Jackpot-Special der RTL-Show hat die Dresdnerin Nadja Sidikjar am Freitagabend 1.538.450 Euro gewonnen. Zuvor musste sie nicht nur auf dem Stuhl bei Günther Jauch glänzen, sondern auch im Stechen gegen Konkurrent Ulrich Büttner aus Konstanz ihren Gewinn verteidigen. Von Laura Ihme

Günther Jauch brachte es auf den Punkt, als er das Jackpot-Special seiner RTL-Show "Wer wird Millionär?" am Freitagabend als "spannend und grausam zugleich" ankündigte. Spannend, weil die Kandidaten, die es auf den Stuhl schafften, nicht bloß um eine Million Euro kämpften, sondern um die Summe aller erspielten Preisstufen – und zwar aller Kandidaten. Will heißen: Jede einzelne Geldfrage, die beantwortet wurde, floss in den Jackpot, den – und nun folgt der grausame Teil – nur einer der Kandidaten mit nach Hause nehmen durfte.

Versucht haben das am Freitagabend drei Kandidaten, siegreich war am Ende die Dresdner Kommunikationstrainerin und Praxismanagerin Nadja Sidikjar. Ihr Preisgeld: 1.538.450 Euro – die höchste Summe, die je in der Sendung erspielt wurde. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg. Die Quizrunden des Abends im Überblick.

Runde 1 – Sonja Thimm

Nachdem sie Schneewittchen, Rapunzel, Dornröschen und Rotkäppchen am schnellsten das jeweilige Übel, das ihnen widerfahren ist, zuordnen konnte, nahm die Studentin aus Saarbrücken als erste auf dem Stuhl von Günther Jauch Platz. Weil sie im Mallorca-Urlaub schon einmal auf einen Hütchenspieler reingefallen war, wollte sie nun ihr Glück in der Show versuchen. Zunächst gelang das auch ganz gut, die einfachen Wortspiel-Fragen ließ Thimm, die als Begleitung ihren Ex-Freund mitgebracht hatte, ohne Probleme hinter sich, und die 32.000-Euro-Frage danach, was die ehemalige Hochstabspringerin Yvonne Buschbaum heute ist, beantwortete sie mit Hilfe des Publikums ebenfalls richtig: Buschbaum ließ vor ein paar Jahren eine Geschlechtsumwandlung vornehmen und ist heute ein Mann mit dem Vornamen Balian.

Richtig schwierig wurde es dann aber bei der 64.000-Euro-Frage. "Wer zog sieben Jahre, nachdem er als Kanzlerkandidat unterlag, auch bei der Wahl zum Bundespräsidenten den Kürzeren", lautete die Frage. Antwortmöglichkeiten: a) Johannes Rau, b) Hans-Jochen Vogel, c) Edmund Stoiber, d) Franz Josef Strauß. Thimm war ratlos und befragte zunächst mit dem Zusatzjoker eine Dame im Publikum, die sich "ziemlich sicher" war, dass d) die richtige Antwort war. Thimm blieb skeptisch und rief keinen geringeren als Eckhard Freise, den ersten Millionär der Sendung aus dem Jahre 2002 an. Er tippte zunächst auf Hans-Jochen Vogel, setzte dann aber an "wobei Rau" – und dann war die Zeit rum. An Rau mochte Thimm aber so gar nicht denken, schließlich sei er ja schon einmal Bundespräsident gewesen, argumentierte die Studentin – und tippte, entgegen der Warnungen von Jauch, auf Edmund Stoiber. Richtig wäre jedoch tatsächlich Rau gewesen, der vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten zunächst an Roman Herzog scheiterte. Die Summe im Jackpot nach Thimms Ausscheiden: 32.150 Euro. Günther Jauch machte ihr ein wenig Hoffnung. "Wenn wir jetzt alle ohnmächtig werden, kriegen Sie den Jackpot", sagte er.

Runde 2 – Nadja Sidikjar

Die Kommunikationstrainerin und Praxismanagerin aus Dresden hatte von Anfang an ein bisschen mehr Glück als Verstand. Sie schaffte es auf den Stuhl bei Jauch, nachdem sie Bradley Cooper, Robert Downey jr., Kevin Costner und Donald Sutherland das richtige Alter zugeordnet hatte. Sie wusste, dass ein blindes Huhn auch mal ein Korn findet, die Hamburger Speicherstadt ein Unseco-Welterbe ist, und Mad Max 2015 erneut die Kinos eroberte. Und dass elektrische Zahnbürsten nach dem Prinzip der Induktion funktionieren, leitete sie ebenfalls richtig ab – allerdings mit falschen Schlussfolgerungen, oder wie Günther Jauch es formulierte: "Falsche Begründung, richtige Antwort."

Das wurde fortan auch zum Motto der Dresdnerin, denn auch die Frage danach, welcher US-Bundesstaat sowohl einen Streifen als auch einen Stern auf der amerikanischen Flagge darstellt (New York war die Antwort) und die Frage, welche RTL-Show mit 18 Millionen Zuschauern die meistgesehene aller Zeiten ist (ein Boxkampf mit Axel Schulz), beantwortete sie auf diese Weise richtig. Bei der Eine-Million-Euro-Frage stieg Sidikjar dann jedoch aus. Günther Jauch, wollte von ihr wissen, was in Fachkreisen auch "B42" genannt wird. Antwort: die Gutenbergbibel. Nach dem Ausscheiden von Sidikjar waren nun 785.300 Euro im Jackpot. Damit löste sie Sonja Thimm ab und war vorerst die heißeste Anwärterin auf den Pot. Fazit Jauch: "Sie haben viel Falsches gesagt, aber nichts Falsches getan."

Runde 3 – Ulrich Büttner

"Der Klugscheißer holt sich heute den Jackpot" – mit diesem Satz war der Lehrer aus Konstanz am Bodensee ins Rennen gegangen. Und trat ebenso selbstbewusst und selbstgerecht bei Günther Jauch auf. Souverän beantwortete er die meisten Fragen schnell und ohne Hilfe richtig. So wusste Büttner zum Beispiel, dass die Medien im Juli titelten "Dr. Schiwago ist tot", dass Aschaffenburg und Passau im selben Bundesland liegen und dennoch 350 Kilometer voneinander entfernt sind, und dass das Champagner-Unternehmen von François Clicquot nach seinem Tod von seiner Witwe, frz. "Veuve", weitergeführt wurde. Nach der 500.000-Euro-Frage nach der Bedeutung von Göttin Theia (Grund für die Entstehung des Mondes) gab jedoch auch er auf – und zog für den Jackpot mit 1.538.450 Euro ins Stechen mit seiner Vorgängerin.

Das Stechen – Nadja Sidikjar und Ulrich Büttner

Mit dem Buzzer mussten die Kandidaten möglichst schnell die Fragen von Günther Jauch beantworten. Wer zuerst drei Fragen richtig beantwortete, gewann den Jackpot. Die erste richtige Antwort kam von Bittner, der wusste, dass Haiti keine Insel ist. Sidikjar konnte danach mit ihrem Wissen über den französischen Zopf auftrumpfen, verlor jedoch sogleich einen weiteren Punkt an Büttner, weil sie bei der Frage nach der Anzahl der gleichen Schreibweisen der Monate auf Englisch und Deutsch daneben lag (Sidikjar sagte drei, richtig war aber vier). Weil sie anschließend auch die Frage danach, bei welcher Sportart der Ball beim Aufschlag mindestens 16 Zentimeter hoch geworfen werden muss (Tischtennis), richtig lag sowie die Frage, welcher Instrumentenname nur eine Abkürzung ist (Cello), war sie am Ende die siegreiche Jackpot-Rekordgewinnerin.

Alle Hauptgewinner bei "Wer wird Millionär?" sehen Sie hier in unserer Galerie.

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