| 07.50 Uhr

TV-Talk bei Maischberger
Winfried Kretschmann singt ein Loblied auf Angela Merkel

Maischbergers Gäste zum Thema Winfried Kretschmann
Maischbergers Gäste zum Thema Winfried Kretschmann FOTO: Max Kohr
Düsseldorf. Auch sein Name fällt, wenn es um den künftigen Bundespräsidenten geht: Winfried Kretschmann. Aber wer ist der Grüne eigentlich? Sandra Maischberger versuchte in ihrem Talk, dem Menschen näher zu kommen – was mitunter auch gut gelang. Von Dana Schülbe

Darum ging' s

"Kaum ein Politiker ist so beliebt wie er, und kaum einer ist so widersprüchlich", beginnt Maischberger ihren Talk zum Thema: "Winfried Kretschmann – der Grüne, den die Schwarzen lieben?" Was denkt er, wie tickt er, wer ist er – diesen Fragen geht die Moderatorin nach und kommt dem Menschen hinter dem Politiker tatsächlich ein wenig näher.

Die Runde

  • Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann
  • Schauspielerin Maren Kroymann
  • Publizist Jakob Augstein

Frontverlauf

Das Format der Sendung erinnert ein wenig an die Gesprächsrunden, die Maischberger einst mit dem inzwischen gestorbenen Altkanzler Helmut Schmidt hatte. Der Grünen-Politiker wird in großen Teilen allein interviewt. Auch Kretschmann wirkte zunächst eher wortkarg, gibt nach und nach dann aber doch Einblicke in sein Leben, sein Denken, seine Vergangenheit. Er spricht offen über seine Vergangenheit als Mitglied des Kommunistischen Bundes Westdeutschland, den er heute eine Sekte nennt. "Irgendwann wachen sie Gottseidank auf und streifen das ab", sagt er, aber es würde ihn bis heute beschäftigen.

Vom Bürgerschreck zum Bürgerlichen: Winfried Kretschmann FOTO: ddp

Er spricht über die Zeit in einem katholischen Internat, wo er selbst Misshandlungen miterlebte, er spricht über die 68er Bewegung. In der Schnellfragerunde erfährt man, dass er sich lieber für ein Bier statt für einen Joint entscheiden würde (letzeres habe er auch nur einmal probiert, und da es keine Wirkung bei ihm gehabt habe, auch wieder gelassen). Nur einmal gibt er sich da zögerlich: Als er zwischen CSU-Chef Horst Seehofer und dem Linken-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow entscheiden soll. Das wolle er nicht beantworten, sagt er zunächst, um dann doch zu ergänzen, Seehofer liege ihm "über die Strecke" doch näher.

Kretschmann sagt auch: "Natürlich bin ich durch und durch ein Grüner", und das ist ihm auch deutlich anzumerken, wenn es etwa in der Diskussion mit Augstein um den Klimaschutz geht oder er über nicht-heimische Pflanzen in Deutschland spricht. Er lobt zudem die Kanzlerin. Sie sei ganz wichtig in der europäischen Krise, und er wüsste kaum jemanden, der diesen Job besser machen könne derzeit. Wenn sie wieder kandidieren würde, das fände er sehr gut.

Das ist Sandra Maischberger FOTO: dpa, hka bsc sab

Nervigste Momente

Maischberger hat noch zwei weitere Gäste eingeladen, die für ein paar Minuten mit dazu geholt werden. Gebraucht hätte es das aber nicht. Schauspielerin Kroymann etwa sollte wohl zeigen, warum die Schwaben Kretschmann so mögen, aber wirkliche Erkenntnisse gewinnt man daraus nicht. Und Augstein greift den Grünen-Politiker derart an, dass es einfach nur noch nervt. Denn dass ein Grüner so anders ist als man im Allgemeinen annahm (nämlich doch irgendwie konservativ), das geht dem Publizisten gehörig gegen den Strich. "Ich dachte immer, die Grünen sind eine linke Partei, die gesellschaftliche Ordnung verändern", sagt Augstein, um dann zu ergänzen: "Was sie machen wollen ist CDU plus Insektenschutz." Der Publizist ist sich sicher, dass die Grünen irgendwann überflüssig würden und nur noch ein grünes Anhängsel der CDU seien. Kretschmann selbst nennt er ein "schwäbisches Schlitzohr".

Satz des Abends

"Man muss ja nicht in eine Schublade gesteckt werden." Winfried Kretschmann auf die Aussage der Moderatorin, dass ihn so viele Menschen als widersprüchliche Person wahrnehmen.

Erkenntnis

Wer mehr über die Person Kretschmann erfahren wollte, der lag bei Maischberger genau richtig. Und auch in Sachen Bundespräsidentenwahl äußerte sich der Politiker. "Ich strebe dieses Amt nicht an", sagte er. 

Die gesamte Sendung können Sie sich in der ARD-Mediathek anschauen.

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