| 18.16 Uhr

TV-Talk zu G20-Gipfel
Wolfgang Bosbach: "Nie wieder mit Ditfurth in einer Talkshow"

Wolfgang Bosbach: Nie wieder mit Jutta Ditfurth in einer Talkshow
Wolfgang Bosbach in der Sendung „Maischberger“ FOTO: dpa, hjb
Düsseldorf. Am Mittwochabend hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach die Talkshow "Maischberger" nach einem Streit mit Jutta Ditfurth vorzeitig verlassen. Deutschlands inoffizieller "Talkshow-König" zieht Konsequenzen für die Zukunft. Von Jessica Balleer

Thema der Sendung im Ersten war "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?". Moderatorin Sandra Maischberger zeigte zu Beginn Bilder der Randalierer beim G20-Gipfel in Hamburg, die durch die Straßen von Altona zogen und wahllos Autos anzündeten. Doch nach einer Stunde Talk gab es hitzige und zuweilen lautstarke Streits, vor allem zwischen CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach und Publizistin Jutta Ditfurth, die das Auftreten der linken Autonomen verteidigte. Passend zum Thema der Talkshow, entglitt auch der Moderatorin die Sendung.

Wolfgang Bosbach und Jutta Ditfurth gerieten immer wieder aneinander. Doch die Mimik und Aussagen der Publizistin störten den Politiker zunehmend. Nach gut einer Stunde stand er auf und verließ die Sendung. "Es war diese Kombination aus unerträglichem Verhalten mit einer für mich unerträglichen Meinung über den Polizeieinsatz", sagt Wolfgang Bosbach heute zu seiner Flucht aus dem Studio. 

Vor dem Hintergrund dass so viele Polizisten verletzt wurden, seien Ditfurths Anschuldigungen für ihn nicht länger zu ertragen gewesen. "Zu behaupten, die Gewalt sei von den Beamten ausgegangen, ist vollkommen abwegig", so Bosbach. Als besonders dreist habe er es empfunden, dass Ditfurth auch den ebenfalls anwesenden Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders massiv angegangen sei.

Streit bei Maischberger – Bosbach verlässt vorzeitig das Studio FOTO: WDR/Melanie Grande

Dass ausgerechnet Bosbach derart reagiert, kennt man so von Deutschlands inoffiziellem "Talkshow-König" nicht. Kein anderer Politiker war zwischen 2012 und 2016 so häufig in dem Unterhaltungsformat zu sehen, wie der 65-jährige CDU-Politiker. Die fehlende Diskussionskultur am Donnerstagabend sei aber selbst für ihn zu viel gewesen. Was das für weitere Fernsehauftritte in Zukunft bedeutet, stellte er bemerkenswert deutlich klar: "Sollte man mir nochmal Frau Ditfurth als Teilnehmerin einer Talkrunde vorsetzen, werde ich das Fernsehstudio großräumig umfahren", sagte Bosbach.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version des autorisierten Interviews zitierten wir Wolfgang Bosbach wie folgt: "Sollte man mir nochmal Frau Maischberger als Gastgeberin eines Talks anbieten, werde ich das Fernsehstudio großräumig umfahren." Auf erneute Nachfrage unserer Redaktion am Donnerstagabend korrigierte er sich und betonte, dass er lediglich weitere Zusammentreffen mit Jutta Ditfurth vermeiden wolle. Sandra Maischberger mache er keinen Vorwurf. 

 
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